Mit einer Fläche, die rund 119 Mal so groß ist wie Österreich, bedarf ein Roadtrip durch Kanada einer gründlichen Vorausplanung. Dafür warten Großstädte wie Montreal, Toronto oder Vancouver, als Kontrast locken zahlreiche Nationalparks, Seen und Berge. Zeitraum der Reise: Juni 2018.

Rund 8,5 Stunden dauert der Flug von München an die Ostküste – genauer gesagt nach Montreal. Gar 10 Stunden sind für den Flug von Vancouver nach München zu veranschlagen. Immerhin sind Direktflüge möglich und auch leistbar. Zwischen Ost und West fliegen Air Canada als auch Air Transat mehrmals täglich, rund 4 Stunden sind einzuplanen.

Tipps und Links zu den gebuchten Hotels und Bed&Breakfasts entlang unserer Route gibt’s weiter unten im Abschnitt Hotels.

Im Vorfeld der Routen- und Reiseplanung habe ich inspirierende und hilfreiche Beiträge bei anderen Bloggern gefunden und kann folgende Beiträge zur Vorbereitung nur wärmstens empfehlen:

Nic reiste samt Familie drei Wochen durch Westkanada und hatte super hilfreiche Tipps für meine eigene Planung.
Caro und Martin haben sechs Blogger nach den schönsten Routen, Tipps und Highlights befragt.
Anna tourte vier Wochen durch Nordamerika und verrät, mit welchen Kosten zu rechnen ist.
Inka war ebenfalls drei Wochen in Westkanada unterwegs, tolle Bilder und Tipps zeugen davon.

319.953 Schritte (226 Kilometer). 3.500 Kilometer im Mietwagen. 11.700 Flugmeilen. 1.446 Fotos (mittlerweile aussortiert und reduziert auf 856). 5 Bären. 1 Murmeltier. Dutzende Seelöwen, Streifenhörnchen, Rehe, einige Wale. 3 Großstädte, viele Kleinstädte. 3 Nationalparks, 1 Provincial Park. Zahlreiche Wasserfälle, Seen, Wälder, endlos anmutende Straßen. Ja, die Bilanz nach drei Wochen Kanada kann sich sehen lassen!

Pulsierende Großstädte versus abenteuerliche Wildnis. Multikulturelle Stadtviertel versus einsame Landstriche. Montréal, Toronto, Vancouver versus Banff und Jasper National Park sowie Vancouver Island. Was mir beim Klick auf „Flug buchen“ Anfang des Jahres noch wie eine halbe Ewigkeit vorkam, ging nun beinahe wie im Flug vorbei – der große Roadtrip durch Kanada! Drei Wochen Rundreise durch ein Land, dessen Berg- und Landschaftsbilder mich irgendwie an Tirol erinnern und dann doch wieder völlig anders sind. Mit einem Mix aus Großstadttrubel und Nationalparks war es ein Roadtrip voller Kontraste und Eindrücke. Ein Roadtrip, der aufgrund der Größe des Landes gut vorbereitet sein will.

Inhaltsverzeichnis

Route
Mietwagen
Hotels
Kosten
Wissenswertes
Hilfreiche Adressen & Tipps

Route

Die Entscheidung war schwer – Ostkanada mit Großstädten wie Toronto, Ottawa und Montréal? Oder doch besser an die Westküste mit den bekannten Nationalparks? Reicht die Zeit auch für Vancouver Island? Und wie weit weicht man von der klassischen Route ab? Schlussendlich reichen selbst drei Wochen nicht, um die Highlights Kanadas alle unter einen Hut zu bekommen. Nach einigem Hin und Her, Abwägen und Reiseführer wälzen stand schlussendlich fest: Es wird ein Roadtrip an der Ost- UND der Westküste!

Und so lag der Fokus zunächst auf den Städten im Osten, bevor es dann für zwei Wochen im Westen raus in die Natur ging. Man könnte es auch als eine klassische Anfängerroute bezeichnen, doch immerhin führte diese zu zahlreichen Highlights. Die folgende Karte gibt einen Überblick über die Route und Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke, gleich im Anschluss gibt’s ein paar weitere Infos zum Routenverlauf.

Die Route im Detail:

Tag 1-3 | Montréal
Tag 4-5 |  entlang des Sankt-Lorenz-Stroms
Tag 6-7 | Toronto & Niagara Falls
Tag 8 | Calgary
Tag 9-10 | Banff & Yoho National Park
Tag 11-12 | Jasper National Park
Tag 13-14 | Wells Gray Provincial Park
Tag 15 | Whistler
Tag 16-19 | Vancouver Island
Tag 20-21 | Vancouver

Im Vorfeld ist es schwierig einzuschätzen, wie viel Zeit sich für die einzelnen Stopps lohnen. Wie viele Tage reichen für die Großstädte aus? Wie viele für die Nationalparks? Plant man an den weniger bekannten Zielen tatsächlich nur die Durchfahrt oder lohnt vielleicht doch ein Stopp? Nach dem Lesen von zahlreichen Reiseführern und Blogs ergibt sich jedoch ein gutes Gefühl dafür, welche Routenauf- und einteilung Sinn macht. Rückblickend betrachtet würde ich sagen: alles richtig gemacht! Mit geringem Verbesserungspotenzial: Zwei Tage zwischen Montréal und Toronto einzuplanen wäre nicht nötig gewesen. Eine Übernachtung hätte völlig ausgereicht, um einen Eindruck von den Orten und den 1000 Islands zu erhalten. Calgary zu besichtigen, kann man sich meiner Meinung nach komplett schenken. Besser wäre es gewesen, statt eines Abend- noch einen Spätnachmittagsflug nach Calgary zu nehmen und von dort direkt mit dem Mietwagen in den Nationalpark zu fahren, anstelle der Übernachtung und kurzen Stadtbesichtigung am nächsten Tag.

Dafür haben wir es schlussendlich bereut, in Whistler nur einen Übernachtungsstopp eingeplant zu haben und somit keine Zeit zu finden, um ein Bike zu leihen oder mit der Peak-2-Peak-Gondel auf den Berg zu fahren. Entgegen der gängigen Meinung vieler Blogger hat uns die Atmosphäre in Whistler gut gefallen, so dass wir gerne noch etwas mehr Zeit zum Erkunden der Gegend gehabt hätten. Zudem sind die vielen Kilometer zwischen dem Wells Gray Provincial Park und dem Fährterminal nach Vancouver Island nicht zu unterschätzen.

Auf Vancouver Island sind die Entfernungen ebenfalls nicht zu unterschätzen. Zwar lohnt sich der Pacific Rim National Park, flankiert von den beiden Surf-Orten Ucluelet und Tofino, definitiv, doch die Anfahrt nimmt einige Zeit und Kilometer in Anspruch – die man auf gleichem Weg wieder zurückfahren muss. Mit Victoria im Süden der Insel wurde ich über die zwei Tage nicht so richtig warm, so dass in meinen Augen auch eine Übernachtung ausreichend gewesen wäre.

Mietwagen

Wer Kanada möglichst auf eigene Faust erkunden und nach seinen eigenen Vorstellungen bereisen will, ist – natürlich vor allem außerhalb der Städte – mit einem Mietwagen bestens aufgehoben. Da für uns keine andere Option in Frage kommt, haben wir uns über die Möglichkeiten des öffentlichen Verkehrs auch gar nicht erst schlau gemacht. Uns jedoch dafür stundenlang durch Mietwagenportale geklickt, Inklusivleistungen studiert und Preise verglichen.

Bei durchdachter Planung der Route ist es etwa gar nicht erst notwendig, für die vollen drei Wochen einen Mietwagen zu nehmen. So lassen sich einige Kosten sparen. In unserem Fall blieben wir nach Anreise erstmal drei Nächte in Montreal, arbeiteten uns dann bis Toronto (samt Exkurs zu den Niagara Fällen) vor und blieben vor Weiterflug nach Calgary nochmals zwei Tage. Anstelle von vollen sieben Tagen benötigten wir so den Mietwagen in der ersten Woche für gerade mal 48 Stunden. Da der Weiterflug nach Calgary erst abends landete, übernachteten wir zunächst in einem nahe gelegenen Airporthotel und nahmen erst am nächsten Tag den Mietwagen entgegen. Am Ende der Reise verbrachten wir nochmals zwei (autofreie) Tage in Vancouver, so dass aus zwei Wochen ebenfalls nur zehn Tage wurden.

Als hilfreichstes Portal zur Buchung hat sich bei unserer Recherche billiger-mietwagen.de herausgestellt. Bei der Suche lassen sich Angebote direkt nach Zusatzleistungen wie alle Kilometer frei, vollen Diebstahl- und Versicherungsschutz und Zusatzfahrer filtern, zudem ist die Buchung bis 24 Stunden vor Mietbeginn kostenlos. Positiv aufgefallen ist zudem, dass es eines der wenigen, wenn nicht sogar das einzige Portal ist, welches die Kosten für die Einwegmiete, welche vor Ort noch zu begleichen sind, entsprechend ausweist. Durch die Tatsache, dass nicht nur die großen internationalen Ketten sondern auch lokale kanadische Anbieter gelistet sind, sollte die Seite alle wichtigen Anbieter im Überblick haben. Für rund 14 Miettage fielen in Summe somit € 639,- für beide Mietwagenbuchungen inklusive Zusatzfahrer, unbegrenzte Kilometer und vollen Versicherungsschutz an. Da Benzin in Kanada deutlich günstiger als bei uns in Europa ist, gaben wir für die rund 3.500 gefahrenen Kilometer gerade mal € 150,- an Benzingeld aus.

Hotels

Kanada ist gerade in den Sommermonaten ein beliebtes Reiseziel. Wenngleich die Hauptreisezeit auf die beiden Sommermonate Juli und August fällt, ist bereits im Juni mit einem regen Touristenaufkommen zu rechnen. Dies schlägt sich auf die Verfügbarkeit und Preise von Hotels nieder. Zwar ist die Auswahl in den größeren Städten durchaus groß, so dass auch kurzfristig noch eine Unterkunft gefunden werden kann, doch ist bei Buchung mit höheren Preisen zu rechnen. In den Nationalparks hingegen ist eine frühzeitige Buchung beinahe ein Muss. Für unseren Roadtrip im Juni recherchierten wir Ende Jänner / Anfang Februar passende Unterkünfte und mussten feststellen, dass vieles schon ausgebucht war. Für Banff und Jasper war beispielsweise auf booking.com und Co kein freies Zimmer mehr zu bekommen, so dass wir einerseits anstelle von Banff auf den Yoho National Park ausweichen und in beiden Fällen klassisch mit einem gedruckten Reiseführer die Hoteltipps durchackerten, um schlussendlich noch ein Zimmer zu finden.

Weit verbreitet ist in Kanada, vor allem natürlich in den Städten, auch airbnb. Gerade in der Vor- und Nachsaison sind hier zentral gelegene Appartements und Zimmer zu unglaublich günstigen Preisen zu bekommen. In der Hauptreisezeit steigen auch hier die Preise deutlich, doch die Auswahl ist eine gute Alternative zu den klassischen Hotels.

Die Hotels und B&Bs entlang unserer Route im Überblick:

  • Montreal: Studio Living B&B – modernes, großzügiges Studio mit frischem Frühstück und Garten im Innenhof, super-zentrale Lage.
  • Brockville: Sir Isaac Brook B&B – großzügige Suite, zentrale Lage, frisch zubereitete Waffel und Eierspeisen zum Frühstück und vor allem sehr herzliche Gastgeber.
  • Prince Edward County: The Empty Nest B&B – einzigartige Lage direkt am Wasser, wenngleich einige Autominuten von Restaurants und Supermarkt entfernt, tolles Frühstück.
  • Toronto: Luxury House in the heart of North York – modernes, geräumiges Zimmer, außerhalb im Stadtteil North York, jedoch mit U-Bahn-Anbindung ins Zentrum.
  • Calgary: Wingate by Wyndham Calgary Airport – ist und bleibt ein Flughafenhotel, großes, geräumiges Zimmer dafür Frühstück mit Papptellern und Plastikbesteck.
  • Yoho National Park: Truffle Pigs Bistro & Lodge – saubere Zimmer mit zwei großen Doppelbetten, ideal also für Familien, Frühstück und Abendessen im zugehörigen Bistro.
  • Jasper National Park: Bear Hill Lodge – angenehmes Zimmer in zentraler Lage in Jasper, Frühstück mit hausgemachten Backwaren inklusive, auch kleine Chalets/Hütten buchbar.
  • Wells Gray Provincial Park: Jasper Way Inn – Motel in guter Lage zum Eingang des Provincial Parks, saubere, aber deutlich in die Jahre gekommene Zimmer, Grillmöglichkeit und Lage am See dafür top.
  • Whistler: Summit Lodge Boutique Hotel – moderne und große Zimmer in sehr zentraler Lage, Couchbereich, Küchenzeile und iPad inklusive.
  • Vancouver Island, Ucluelet: The Cabins at Terrace Beach – Lage mitten im Regenwald und direkt am Strand, Ausgangspunkt des Wild Pacific Trail, gemütliche und großzügige Zimmer mit riesigem Doppelbett, Kamin und großer Terrasse.
  • Vancouver Island, Victoria: The Craigmyle – britisch anmutendes B&B mit kleinen, aber sauberen Zimmern, etwa zwanzig Gehminuten vom Zentrum entfernt, Frühstück inklusive.
  • Vancouver: The Burrard – Boutiquehotel im Retro-Stil, geräumige Zimmer mit Klimaanlage, Garten im Innenhof und super zentraler Lage in Downtown Vancouver, kostenlose Leihräder.

Hotels Kanada | © individualicious

Kosten

Wer die Kosten so gering wie möglich halten möchte, muss vor allem eines: zeitgerecht planen, viel recherchieren und auf sämtlichen Portalen vergleichen. Hilfreich ist es auch, nach Festlegung der Reisedauer und -route die Flugdaten um zwei bis drei Tage zu variieren, um möglicherweise einen günstigeren Flug zu bekommen. So wollten wir ursprünglich freitags fliegen, um den ein oder anderen Urlaubstag zu sparen. Schlussendlich war zwischen Abflug am Mittwoch und Freitag dann aber über € 250,-, so dass wir spontan den Reisezeitraum vorverlegten. Generell erwies sich bei uns rund sechs Monate vor der Reise als geeigneter Zeitpunkt zur Flugbuchung. Für einen Gabelflug München-Montreal-Vancouver-München bezahle wir pro Person inklusive Aufgabegepäck gerade mal € 577,-. Direktflug. Innerhalb Kanadas fliegen mit Air Canada und Air Transat gleich zwei Airlines mehrmals täglich. Wer von der Tageszeit und dem Wochentag einigermaßen flexibel ist, kann – so wie wir – einen Flug schon um etwas mehr als € 100,- ergattern. Für den Koffer kommen nochmals um die € 20,- hinzu. Pro Person geben wir also für Direktflüge von München nach Montreal, von Toronto nach Calgary und von Vancouver nach München inklusive einem Aufgabegepäck € 724, aus.

Was Mietwagen, Unterkünfte und Co betrifft, halte ich es wie bei meinem Artikel zu Island: es kommt darauf an. Und zwar auf Dauer, Kategorie und Zeitpunkt der Buchung. Ein Kleinwagen ist logischerweise deutlich günstiger als ein anständiger SUV, ein Drei- oder Viersternhotel wird sich auf die Urlaubskasse anders auswirken als ein Campingplatz. Jeden Tag ins Restaurant oder sich in der Kochnische im Zimmer auch mal selbst versorgen – es hängt vom Budget und den eigenen Präferenzen ab. Auch, was die Aktivitäten in den Städten und Nationalparks betrifft.

Im Vorfeld der Reise hatten wir uns ein Budget von rund € 3.000,- pro Person als Ziel gesetzt. Nun, nach drei Wochen in Kanada und der finalen Abrechnung steht fest: Wir haben das Budget fast eingehalten. Etwa € 300,- mehr als veranschlagt sind es unterm Strich pro Person geworden. Zwar haben wir während der Reise mittels einer App unsere Ausgaben genau dokumentiert und im Auge behalten und wussten, dass wir das Budget etwas überschreiten würden, doch war uns die Reise jeden einzelnen Cent mehr wert. Zur besseren Orientierung, mit welchen Kosten während einer dreiwöchigen Rundreise bei ähnlichem Reiseverlauf, Hotelkategorien und Co zu rechnen ist, hier die wichtigsten Budgetposten im Überblick:

Kosten Kanada
 
Vancouver | © individualicious 

Wissenswertes

Während der dreiwöchigen Reise sind uns viele Kleinigkeiten, Eigenschaften und Tipps untergekommen, die für unsere Reise sehr hilfreich waren. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, versuche ich an dieser Stelle die mir nützlich erscheinenden Infos nochmals aufzugreifen:

  • Nicht-visapflichtige Urlauber, die mit dem Flugzeug nach Kanada reisen, benötigen zur Einreise die elektronische Reisegenehmigung (eTA). Die eTA ist mit dem Reisepass verknüpft und gilt für die Dauer von bis zu fünf Jahren oder bis zum Ablauf des Reisepasses. Die Beantragung ist online möglich und kostet CAD 7,-. In der Regel erhält man binnen weniger Minuten die ausgestellte Einreisegenehmigung per E-Mail. Bei Ankunft am Flughafen in Kanada muss infolge lediglich die eTA Information (in unserem Fall am Automaten) vorgewiesen und ein paar kurze Fragen beantwortet werden, bevor noch schnell und unkompliziert ein Foto gemacht wird und man schlussendlich auf kanadischen Boden steht.

  • Montréal, Toronto und Vancouver lassen sich allesamt perfekt zu Fuß erkunden. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Stadtteile liegen großteils in fußläufiger Entfernung. Nachdem wir die wichtigsten Highlights gesehen hatten, sattelten wir am jeweils zweiten Tag meist um aufs Rad. Alle drei Städte haben ein dichtes Netz an Stadträdern, welche in Montréal und Toronto nach kurzer Registrierung durch eine Kreditkarte zur Verfügung stehen. Für $ 5,- pro Tag und Rad kann ein Bixi-Bike beliebig oft geliehen werden, die ersten 30min sind kostenlos. Es reicht aus, innerhalb von 30 Minuten das Rad an einer Station zu retournieren, eine Minute zu warten und dann erneut für die nächsten 30 Minuten ein Rad zu leihen. Perfekt, um auch weiter entfernte Stadteile oder Inseln zu erkunden. Funktioniert das System in Toronto gleich, braucht es in Vancouver hingegen den Download und den Verleih per App (Datenroaming!), weshalb die Option hier für uns nicht in Frage kam. Glücklicherweise konnten wir jedoch über das Hotel kostenlos Räder leihen.

  • Für den Besuch und Aufenthalt in den Nationalparks (Banff, Yoho und Jasper) ist eine Gebühr zu errichten, welche bei Einfahrt in den Park an den Mautstationen bezahlt wird. Nach Angabe der Nächte, die man im Nationalpark verbringt, erhält man die Permit, welche sichtbar an der Windschutzscheibe anzubringen ist.  Gut zu wissen: bereits bei der Einfahrt in den Banff National Park kann die Gebühr für den Jasper National Park mitbezahlt werden. Die Parkgebühren umfassen infolge kostenloses Parken an sämtlichen Parkplätzen, keine weiteren Eintrittsgebühren an Seen, Wasserfällen, Schluchten und Co, ein dichtes Netz an Rastplätzem samt Picknick-Tischen und Toiletten sowie die Möglichkeit, sich in den Visitor Centern detaillierte Broschüren zu den Parks und dessen Highlights zu holen.

  • Wer die Nationalparks in Kanada bereist, begibt sich in Landschaften mit einer reichen Vielfalt an Wildtieren – allen voran: Bären. Auch wenn viele Urlauber bei einer Reise nach Kanada sich genau diese Wildtierbeobachtung erhoffen, bergen diese auch Gefahren mit sich, welcher man sich bewusst sein sollte. Die Mitarbeiter von Parks Canadas sind mitunter mit der Informationsvermittlung an Parkbesucher beauftragt, immer wieder trafen wir auf Mitarbeiter an mobilen Infocountern an den Parkplätzen. Darüber hinaus schadet es jedoch nicht, die Hinweise in den Visitor Guides zu studieren und sich mit den möglichen Gefahrenquellen vertraut zu machen. Eine Bären-Begegnung in freier Wildbahn ist nicht ausgeschlossen, besser man weiß also zuvor, wie man sich im Zweifelsfall zu verhalten hat bzw. noch besser, wie es erst gar nicht dazu kommt. Informationen gibt es auch online auf der Website von Parks Canada. Ich hatte mich zwar bereits vorab eingelesen und überlegt, ob vor Ort die Anschaffung eines Bärensprays in Frage kommt, glücklicherweise und mehr zufällig habe ich dann aber eine Pfeife an meinem Rucksack entdeckt, die mich etwas in Sicherheit wägen ließ.

  • Apropos Broschüren – noch nie zuvor war ich während einer Reise so oft in der Touristeninformation bzw. in einem Visitor Center wie in Kanada. Vor allem in den Nationalparks und im Wells Gray Provincial Park erwies sich der Besuch als beste Möglichkeit, Broschüren und Infos zu den Möglichkeiten und Highlights der Parks mitzunehmen. Speziell die offiziellen Visitor Guides des Banff und Jasper National Parks aber auch des Pacific Rim National Parks auf Vancouver Island haben mich begeistert – neben nützlichen Informationen zum Park, den „Spielregeln“ und Verhaltensweisen bieten diese mitunter auch Tourenvorschläge für Wanderungen.

  • Tanken sollte man in Kanada besser einmal zu viel als zu wenig – vor allem in den Nationalparks bzw. auf Landstraßen. Zwar gibt es selbst in kleineren Orten immer wieder eine Tankmöglichkeit, jedoch sollte man die Distanzen und kilometerlangen Straßen in unberührter Natur nicht unterschätzen. Nicht nur einmal gab ein Hinweisschild zu verstehen, dass die nächste Tankstelle in 80 oder gar 120 Kilometern war. Sich auf Kanadas Straßen zu orientieren, ist hingegen nicht schwer. Selbst Großstädte sind angesichts des schachbrettartigen Straßennetzes gut zu befahren. Geschwindigkeitsbegrenzungen werden in Kanada zwar teuer geahndet, scheinen im Großen und Ganzen jedoch völlig überbewertet zu sein. Kaum ein Einheimischer hält sich an die Limits am Highway, selbst LKWs haben keine Hemmung ahnungslose und übervorsichtige Touristen zu überholen.

  • Nur Bares ist Wahres – eine Aussage, die auf Kanada definitiv nicht zutrifft. Vielmehr ist in Kanada verloren, wer keine Kreditkarte hat. Selbst die kleinsten Dollar-Beträge werden mit der Plastikkarte bezahlt. So hatten wir zwar direkt nach Ankunft am Flughafen erstmal einen kleinen Betrag Bargeld am Automaten behoben, tatsächlich benötigt hätten wir dieses jedoch nicht. Preise sind, egal ob im Supermarkt, Restaurant oder Co, grundsätzlich ohne Steuern ausgewiesen, so dass hier beim Bezahlen nochmals ein paar Dollar hinzukommen. Im Service ist es üblich und angemessen, mindestens 15% Trinkgeld zu geben.

Hilfreiche Adressen & Tipps

Beim Recherchieren, Schmökern und Stöbern nach der passenden Route und den dazugehörigen Tipps für einen Roadtrip quer durch Kanadas Osten und Westen kann man sich schnell vom hundertsten ins tausendste verlieren. So groß ist das Angebot an Websites, zu groß aber auch das Land, um einen raschen Überblick zu bekommen. Gute Anhaltspunkte für meine Planung lieferten jedoch neben den anfangs genannten Lesetipps vor allem auch folgende Seiten:

Nachdem nun alle Fotos gesichtet und aussortiert sind, die Reisekasse abgerechnet ist und die vielen Eindrücke langsam verarbeitet sind, kann in den nächsten Tagen und Wochen somit die Aufarbeitung der Reise hier am Blog beginnen. Bei Fragen zu unserer Route und Planung, hinterlasst mir gerne ein Kommentar!

Zuletzt aktualisiert:

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Karin Häring
21/06/2018
Toller Bericht! Habt Ihr schon mal an ein WoMo gedacht? Canusa hat ganz tolle Angebote und das Hotelproblem hat sich erledigt. Lg Karin
Antworten
    Mela
    23/06/2018
    Bei Wohnmobilen bin ich eher zögerlich, ist tendenziell nicht meine favorisierte Art Urlaub zu machen ;-) Aber wenn man der Typ dazu ist, ist die Flexibilität sicher toll!
    Antworten
Axel
03/07/2018
Schöne Reise, wir waren jetzt auch im Juni dort, nicht ganz diese Reise aber so ähnlich. Wetter war ja toll:) Bargeld benötigt man schon, denn dem Zimmermädchen sollte man schon was auf das Kopfkissen legen, ich hoffe das hast du gemacht;) Aber sonst geht praktisch alles per KK.
Antworten
    03/07/2018
    Stimmt, mit dem Wetter hatten wir die drei Wochen echt das große Los gezogen! Guter Punkt, ja, es landete mitunter auch die ein oder andere Münze in den Tip-Bechern im Café ;-)
    Antworten
04/07/2018
Ich habe deine Reise ja schon auf Instagram mitverfolgt und freu mich, dass der erste Beitrag nun da ist! Und ich muss sagen, du machst mir soooo Lust auf Kanada, dass ich schon überlege, wann es sich ausgehen könnte ;-) Bin auf alle Fälle schon auf die Folgebeiträge gespannt!
Antworten
    05/07/2018
    Es freut mich, dass dir meine Beiträge bislang so große Lust auf Kanada machen! Ich bin mir sicher, es würde dir auch so gut gefallen :)
    Antworten