Berge, Meer und eine junge, vibrierende Atmosphäre – kürzer und treffender lässt sich Vancouver, an der Pazifikküste Kanadas gelegen, in meinen Augen nicht beschreiben. Immer wieder blinzeln zwischen den Hochhäusern die Berge im Hintergrund hervor, ebenso schnell steht man am Wasser. Eine Mischung, die Vancouver zu einer der attraktivsten Städte Nordamerikas macht.

11:00 Uhr
Lynn Canyon Park

Am frühen Morgen verlassen wir Victoria auf Vancouver Island und machen uns auf zum Fährterminal, um wieder nach Vancouver überzusetzen. Die Route von Victoria zum Tsawwassen Terminal im Süden der Stadt ist die attraktivere und landschaftlich durchwegs reizvoll, so dass die eineinhalb Stunden auf der Fähre schnell vergehen. Noch am Abend zuvor hatten wir überlegt, die Zeit mit Mietwagen noch auszunutzen und einen Ausflug in den Lynn Canyon Park zu machen. Bewusst entscheiden wir uns dagegen, die Capilano Suspension Bridge anzusteuern und neben einer ordentlichen Eintrittsgebühr auch auf den hohen Touristenansturm zu verzichten. Der Besuch des Lynn Canyon Park ist kostenlos, auch hier gibt es eine Hängebrücke und verschiedene Wandermöglichkeiten. Zugegeben, wenig los ist auch hier nicht, so dass wir erahnen können, was sich an der Capilano Suspension Bridge abspielt.

Die Lynn Canyon Suspension Bridge ist um die Mittagszeit gut besucht, doch auf den Wanderpfaden ringsum wird es schnell ruhiger. Wir entscheiden uns für einen rund eineinhalbstündigen Trail, der bei den 30-Feet Pools vorbei führt und bereuen kurz, keine Badesachen im Rucksack zu haben. Nach etwa einer Stunde und ein, zwei weiteren kleinen Wasserfällen stellt sich bei uns aber langsam eine Übersättigung der Landschaft ein und so zieht es uns nach Vancouver.

Lynn Canyon, Vancouver | © individualicious

14:00 Uhr
Gastown

Nachdem wir das Mietauto unkompliziert und schnell retourniert und im Hotel eingecheckt haben, machen wir uns zu Fuß auf, um das Zentrum Vancouvers zu erkunden. Erstes Ziel: Gastown. Vancouver starts here lautet der Slogan der Viertels. Zu recht will man sagen, denn Vancouvers Geburtsstunde liegt im historischen Stadtteil Gastown. Vom einstigen Handelszentrum zeugen die Ziegelfassaden und alten Steinhäuser. Doch abgesehen davon präsentiert sich Gastown heute jung, hip und angesagt. Es ist der Mix aus Boutiquen, Galerien, Cafés und einem trubeligen Nachtleben, welcher das Viertel so beliebt macht. Handels- und Restaurantketten sucht man hier vergeblich, Gastown will sich seinen individuellen Charakter behalten. 2009 wurde das Viertel in die Liste der National Historic Sites of Canada aufgenommen, die weltweit erste Dampfuhr an der Ecke Water/Camber Street gilt als Zeitzeuge und beliebtes Fotomotiv.

Wir nutzen den Nachmittag, um durch die Straßen von Gastown zu spazieren, erstehen das ein oder andere Souvenir und landen kurze Zeit später in der Espresso Bar. Wir ergattern einen Platz am Fenster, bestellen Kaffee und Bananenbrot und genießen es, einfach am Fenster zu sitzen und dem bunten Treiben auf der Straße zuzusehen.

Gastown, Vancouver | © individualiciousGastown, Vancouver | © individualiciousGastown, Vancouver | © individualicious  Gastown, Vancouver | © individualiciousGastown, Vancouver | © individualicious

17:00 Uhr
Coal Harbour

Wir lassen Gastown hinter uns und machen uns auf in Richtung Coal Harbour, einem Viertel, wo sich Geschäfts- und Wohngebäude mischen und eine entspannte Stimmung an der Promenade herrscht. Am Coal Harbour herrscht meist ein reges Treiben – immerhin legen hier Kreuzfahrtschiffe an, Boote starten zu Tagesausflügen und auch die Wasserflugzeuge haben hier ihren Start- und Landeplatz.

Über den Commercial Drive, dem Shopping- und Ausgehviertel in Downtown, spazieren wir zurück ins Zentrum. Entlang der Granville Street suchen wir uns ein Lokal zum Abendessen und landen schlussendlich im Cinema Public House bei riesigen Salatschüsseln mit ausgefallenen Kreationen. Die Granville Street selbst ist zugleich ein Erlebnis für sich. Hier reihen sich zahlreiche Restaurants, Bars, Clubs und Theater aneinander, wer Lust hat in Vancouver die Nacht zum Tag zu machen, ist hier definitiv richtig.

Vancouver | © individualicious  Vancouver | © individualiciousVancouver | © individualiciousVancouver | © individualicious

10:00 Uhr
The West End · Yaletown

Als wir am nächsten Tag vor das Hotel treten, knurrt uns bereits der Bauch und wir steuern das nahegelegene Viertel West End an, um uns mit Kaffee und etwas Süßem für den Tag zu stärken. Schnell werden wir fündig und nutzen im Anschluss ans Frühstück die Gelegenheit, noch etwas durch die Straßen zu bummeln. Im West End, rund um Davie Village, ist Vancouver’s Gay Community zuhause, was Fahnen, Kunstinstallationen und Malereien schnell erkennen lassen.

Wir setzen unsere Erkundungstour durch Downtown fort und stehen schon bald in den Straßen von Yaletown. Schon bei der Ankunft in Vancouver, auf dem Weg zum Hotel, sind mir die industriellen Häuser in rotem Backstein aufgefallen, die zahlreiche Restaurants und Shops beherbergen. Einst Handelsviertel, zählt Yaletown heute zu einem der angesagtesten Vierteln der Stadt.

Vancouver | © individualiciousVancouver | © individualicious  Vancouver | © individualicious

12:00 Uhr
Granville Island

Anfang des 20. Jahrhunderts noch Heimat für Fabriken, Sägewerke und mehr, zählt Granville Island heute zu eine der wichtigsten Attraktionen Vancouvers. Über die Granville Bridge mit bester Aussicht auf Downtown erreichbar, liegt die Insel – die streng genommen eine Sandbank ist – im Süden von Downtown Vancouver und ist eines der wichtigsten Kulturviertel der Stadt mit Theatern, Handwerksbetrieben und kleinen Läden. Hier findet sich auch der Public Market, wo junge Produzenten von Schmuck über Kosmetika und Bekleidung bis hin zu Lebensmitteln allerlei selbst-gemachtes verkaufen.

So gut mir Granville Island und dessen Atmosphäre auch gefallen, einen Wunsch bekomme ich hier jedoch leider nicht erfüllt: ein klassisches Hotdog von der Straße. Schade, denn gerne hätte ich dem bunten Trubel an Einheimischen und Touristen bei einem kleinen Imbiss noch länger zugesehen. Doch so zieht es uns weiter, zurück nach Downtown. Wir entscheiden uns, den Rückweg zu verkürzen und ein Wassertaxi direkt ab dem Public Market zu nehmen. Für wenige Dollar pro Personen überqueren wir so innerhalb weniger Minuten den False Creek und bekommen nochmals eine andere Perspektive auf Granville Island zu Gesicht.

Granville Island, Vancouver | © individualiciousGranville Island, Vancouver | © individualicious  Granville Island, Vancouver | © individualiciousGranville Island, Vancouver | © individualiciousGranville Island, Vancouver | © individualicious

14:00 Uhr
Vancouver Downtown

Zurück in Downtown Vancouver spazieren wir zunächst das Ufer entlang zum Sunset Beach. Wir beobachten die Kinder beim Spielen, werfen einen Blick zurück auf Granville Island und tauchen dann wieder ab inmitten der Hochhäuser Vancouvers. Nahe des UBC Robson Square, an der Shoppingmeile entlang der Robson Street, entdecken wir schlussendlich einen Hotdog Stand entlang der Straße. Ein Hotdog und eine Cola auf die Hand später, setzen wir uns vor der Vancouver Art Gallery auf die Treppen und beobachten die vorbeiziehenden Menschen.

Vancouver | © individualiciousVancouver | © individualicious

17:00 Uhr
Baseball Time!

Nach einer kurzen Pause im Hotel machen wir uns am späten Nachmittag auf den Weg zum Queen Elizabeth Park nahe South Cambie. Unser Ziel: das Baseball Stadion der Vancouver Canadians. Schon vor der Reise nach Kanada stand fest, dass wir einmal im Leben einen typisch amerikanischen Sport im Stadion erleben wollen. Etliche Recherchen später war nur leider klar, dass wir stets zur falschen Zeit am falschen Ort waren, um in einem der riesigen Stadien zu sitzen. Dennoch, immerhin wurden wir in Vancouver in Sachen Baseball fündig, auch wenn es „nur“ ein Stadion mit 5.000 Plätzen war. Die Karten waren aber mit 19 Dollar pro Person mehr als erchwinglich, und so machen wir uns also auf zu unserem ersten Baseball-Spiel. Rund drei Stunden verbrachten wir damit, dem Spiel zu folgen, die Regeln zu verstehen und zu lernen, dass der Besuch eines Baseball-Spiels vor allem einen gesellschaftlichen Zweck hat. Essen, Trinken, Freunde treffen scheinen die Hauptbeschäftigung während eines Spiels zu sein und als nach rund drei Stunden die Entscheidung fiel, war das Stadion nur noch halb so gut besucht wie zu Spielbeginn. Ein lohnenswertes Spektakel und ein gebührender Abschluss der Kanada-Reise.

10:00 Uhr
Stanley Park

Der letzte Tag in Vancouver bedeutet zugleich das Ende unseres Kanada-Trips. Wir wollen den Tag gemütlich verbringen und leihen uns im Hotel zwei Räder, um am Vormittag den Stanley Park unsicher zu machen. Über den Hafen radeln wir den Stanley Seawall entlang entgegen des Uhrzeigersinns und halten schon bald an der ersten Sehenswürdigkeit, zugleich die meistbesuchte Sehenswürdigkeit von British Columbia: den Totempfählen am Brockton Point. Der erste Pfahl wurde in den 1920ern in den Stanley Park gebracht, 2009 folgte der neunte und bislang jüngste Totempfahl.

Über den 8,8km langen Seawall geht es weiter, stets am Wasser entlang, unter der Lions Gate Bridge hindurch, an einem Wasserspielplatz vorbei, bis zum Siwash Rock, der markant aus dem Wasser ragt. Vorbei an den Stränden, radeln wir über ruckelige Wege ins Parkinnere, vorbei an einem mit Seerosen bedeckten See, bis wir schlussendlich wieder bei den Totem Poles landen.

Stanley Park, Vancouver | © individualiciousStanley Park, Vancouver | © individualiciousStanley Park, Vancouver | © individualicious  Stanley Park, Vancouver | © individualiciousStanley Park, Vancouver | © individualicious

14:00 Uhr
Bye bye, Vancouver · Bye bye, Kanada

Wir beenden unseren Aufenthalt in Vancouver und somit unsere Reise quer durch Kanada stilecht mit Burger und Cola bei der Yaletown Brewing Company in Yaletown. Rund zwei Stunden später stehen wir am Vancouver International Airport – mit einigen wenigen Souvenirs und viel mehr großartigen Erinnerungen im Gepäck.

Vancouver | © individualicious

Übernachten
The Burrard

www.theburrard.com

Die Lage: top. Die Zimmer: großzügig. Das The Burrard liegt mitten in Downtown Vancouver und ist gerade deshalb jeden Cent mehr wert. Viele Sehenswürdigkeiten lassen sich zu Fuß erreichen, die Zimmer bieten alles was man bei einem Städtetrip braucht. Kaffeemaschine am Zimmer, begrünter Innenhof zum Relaxen und kostenloser Radverleih inklusive.

Gut zu wissen

Die Canada Line ist die schnellste und direkteste Verbindung vom Vancouver International Airport nach Vancouver Downtown. $ 2,95 plus $5,- YVR AddFare und somit knapp $ 8,- kostet die Fahrt vom Flughafen ins Zentrum, lediglich $ 2,95 mussten wir für die Fahrt vom Zentrum zum Flughafen bezahlen.

Wer in Downtown Vancouver wohnt, kann gut und gerne auf die Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln verzichten – zumindest, wer nicht scheut, einige Kilometer zu Fuß zu gehen. Doch viele Sehenswürdigkeiten sind zentral gelegen und bei einer groben Vorabplanung lassen sich viele Viertel geschickt durch einen Spaziergang verknüpfen. $ 2,95 ist bei einer Fahrt mit der Metro innerhalb einer Zone zu bezahlen, $ 10,25 kostet ein Tagesticket.

Da wir weder ein Museum, noch den Vancouver Lookout besuchen, kommen hier keine Kosten zustande. Zudem konnten wir in unserem Hotel kostenlos Räder leihen. Stadträder stehen zwar ebenfalls an vielen Ecken zum Verleih bereit, doch braucht es hier eine App, die wir offline nicht nutzen konnten. Es ist empfehlenswert, den sehr weitläufigen Stanley Park mit dem Rad zu erkunden, entlang der Promenade am Hafen in Richtung Stanley Park gibt es mehrere Radshops mit Verleihservice.

Leave A

Comment