Wo beginnen bei einer Reise, die unglaublich abwechslungsreich und vollgepackt mit (landschaftlichen) Highlights war? Vielleicht einfach mit dem Fazit: Slowenien ist eine Reise wert. Oder auch zwei … oder drei …

Insgesamt neun Tage reisten wir durch Slowenien, sahen verschneite Berge, surreal-blaue Flüsse, hügelige Weinlandschaften, kurvige Küstenabschnitte, verschlafene Dörfer und die Straßen der slowenischen Hauptstadt Ljubljana an unserem Autofenster vorbeiziehen. Wir erkundeten das Land für 65,8 Kilometer und 2.150 Höhenmeter auf dem Sattel, legten weitere 23,9 Kilometer wandernd zurück und können die abertausende Schritte zu Fuß durchs Land erst gar nicht mehr zählen. Was bleibt sind Erinnerungen an beeindruckende Landschaften, freundliche Menschen und durchwegs gutes Essen. Es folgt ein Versuch, unsere Begeisterung für das – vielleicht noch vielseits unterschätzte (?) – Nachbarland zu erklären und unsere Tipps und Empfehlungen für einen Roadtrip durch Slowenien festzuhalten.


Alpen, Weinberge, Küste und mehr – Slowenien hat auf kleinem Raum so einiges an Abwechslung parat. Naturliebhaber werden hier ebenso auf ihre Kosten kommen wie Foodies oder Familien. Aufgrund der Größe des Landes lässt sich Slowenien ideal bei einem Roadtrip erkunden.

Die Anreise nach Slowenien erfolgt über die österreichische A2, A9 oder die italienische A23. Zu Hauptreisezeiten stellt die Anreise über den Wurzenpass eine gute und oftmals staufreie Alternative dar.

Hinweis: Wer Autobahnen und Schnellstraßen nutzt, muss in Slowenien eine Vignette kaufen (erhältlich bspw. für 7 Tage oder 1 Monat).


Urlaub in Slowenien ist weder überdurchschnittlich teuer noch günstig. Wer will kann ebenso gut sparen, wie auch viel Geld ausgeben. Für eine Übernachtung mit Frühstück und einem gewissen Standard sind in etwa € 90,- bis € 100,- für zwei Personen zu rechnen, in dörflichen Gegenden gerade mal € 50,-. Essen gehen kommt inklusive Getränke auf etwa € 40,-. Die Nähe zu Italien macht sich am Kaffeepreis bemerkbar: selbst einen (sehr guten) Cappuccino gibt es oftmals schon um € 1,20. Ein Glas (slowenischen) Wein lässt man sich um etwa € 2,- bis € 3,- schmecken.


Baedeker Reiseführer Slowenien:
mit praktischer Karte EASY ZIP
Taschenbuch, 370 Seiten
Verlag: Baedeker, Ostfildern
Auflage: 8, (28. September 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 9783829746663


Interessante Blogbeiträge mit tollen Tipps und Empfehlungen für eine Reise nach Slowenien gibt es auch bei:

Kathi & Romeo von Sommertage, die eine ähnliche Route durch Slowenien gewählt haben.
Magda von Wanderfolk, die das Soča-Tal bereits wandernd erkundet hat.
Scarlett von Petite Suitcase mit schönen Impressionen speziell für Piran und den Bleder See.
Kati & Sabrina von Moon & Honey Travel, mit ausführlichen Tipps und Routen für Wanderungen in den Julischen Alpen.


Roadtrip durch Slowenien
DIE ROUTE

Mit knapp über 2 Millionen Einwohnern und einer Fläche, die gerade Mal ein Viertel jener Österreichs darstellt, ist Slowenien zwar überschaubar – aber gewiss nicht zu unterschätzen. Mit den Alpen im Norden, Weinbaugebieten im Osten und Westen und einer 46 Kilometer langen Adriaküste vereint das Land auf nur einer kleinen Fläche, was viele andere in dieser Vielfalt erst gar nicht zu bieten haben. Ideal für einen Roadtrip, denn je nach gewählter Route und Reisedauer liegt die längste Etappe – wie in unserem Fall – bei gerade mal zwei Autostunden.

Unsere gewählte Route führt über den Wurzenpass nach Slowenien, wo wir zunächst drei Nächte in Kranjska Gora verbringen. Wir wollen die ein oder andere Mountainbike-Tour unternehmen, die Seen und den Triglav National Park erkunden. Über den Vršič Pass geht anschließend weiter ins Soča-Tal, um am Ende des Tages im Weinbaugebiet Goriška Brda zu schlafen. Die nächsten beiden Nächte verbringen wir am Meer, genauer gesagt im kleinen Küstenort Piran. Durch die Altstadtgassen schlendern, das Treiben am Meer beobachten und so oft als möglich frischen Fisch essen steht am Plan. Mit der Postojna Höhle und der Hauptstadt Ljubljana entlang der Route fahren wir weiter nach Kamnik, wo wir für weitere zwei Nächte eine Unterkunft beziehen. Wir wollen die Hochebene Velika Planina erwandern. Abschluss unseres Roadtrips durch Slowenien bildet eine Nacht in Bohinjska Bistrica, strategisch gut zwischen dem Bleder See und dem Bohinjer See gelegen.

Zwar deckt diese Route nicht annähernd das gesamte Land ab, doch sind es vor allem diese Highlights und Stopps, die uns für unsere erste Slowenien-Reise reizen. Zumal wir die einzelnen Etappen nicht zu sehr vollpacken und ebenso wenig stundenlang im Auto verbringen wollen.

Unterwegs in den Julischen Alpen
KRANJSKA GORA

Kranjska Gora hat sich im Lauf der Jahre vor allem durch eines einen Namen gemacht: Ski-Weltcuprennen. Dass der kleine Ort in den Julischen Alpen aber auch im Sommer allerhand zu bieten hat, wissen – wenn überhaupt – gerade mal die Mountainbiker. Denn neben einem Bikepark gibt es viele bestens ausgeschilderte Rad-, Mountainbike- und Wanderwege. Mit dem Jasna-See am Fuße des Vršič Passes wartet zudem die verdiente Abkühlung nach einer anstrengenden Bergtour. Kranjska Gora selbst ist ein netter kleiner Ort, geprägt von Hotels und Pensionen. In der kleinen Fußgängerzone im Zentrum mischen sich Cafés mit Sportartikel-Händlern.

Die folgenden Tage verbringen wir hauptsächlich damit, in die Pedale zu treten, Kuchen am See zu essen und uns abends durch slowenische Speisekarten zu probieren. So führen zwei empfehlenswerte Touren etwa hinauf aufs Dreiländereck, also jenem Berg, an dem die Ländergrenzen von Österreich, Italien und Slowenien zusammenführen. Oder aber auf den Vršič Pass, eine Tour, die zunächst in gemächlicher Steigung einem Bachlauf folgt, bevor es dann in 25 Haarnadelkurven in mal mehr, mal weniger herausfordernder Steigung bis auf 1.611m geht. Oben angekommen genießen wir die Aussicht und lassen die Räder im Eiltempo wieder nach unten rollen. Nächster Halt: das Café des Jasna Resort, das uns wiederholt mit empfehlenswert gutem Kuchen auf die Terrasse lockt. Seeblick inklusive.

Ebenfalls nicht fehlen darf ein kurzer Ausflug zum nahegelegenen Naturreservat Zelenci. Eigentlich ein Sumpfgebiet auf einer Länge von 1,2 Kilometern, zieht es Besucher vor allem an den smaragdgrünen See Zelenci. Seekreide-Schichten sorgen für die einzigartige Farbe des Sees, vom Holzsteg aus lassen sich zahlreiche Quellen erkennen, aus denen es regelrecht heraussprudelt. Besonders ist zudem, dass der See im Winter nicht zufriert, sondern eine konstante Jahrestemperatur um die 6° Celsius aufweist. Vom kleinen Aussichtsturm am See lässt sich dessen Farbspektrum noch besser erkennen und zugleich einen Eindruck von der umliegenden (Berg-)Landschaft gewinnen. In östlicher Richtung von Kranjska Gora gelegen, befindet sich rund 20 Autominuten entfernt ein weiteres lohnenswertes Ausflugsziel: der Slap Peričnik. Ein rund 52 Meter hoher Wasserfall, der ab dem Parkplatz in einer rund zehnminütigen Wanderung zu erreichen ist. Nicht nur gibt der Peričnik ein schönes Fotomotiv, vielmehr sollte man sich den (nassen) Spaß nicht entgehen lassen und den kleinen Pfad hinter dem Wasserfall zu gehen.

Entlang des smaragdgrünen Flusses
SOCA-TAL

Als wir Kranjska Gora hinter uns lassen, kurven wir noch einmal die 25 Haarnadelkurven hoch zum Vršič Pass, um auf der anderen Seite erneut 25 Kurven nach unten zu fahren. Vor uns liegt ein Tag im Soča-Tal, mit zahlreichen sehenswerten Stopps entlang des smaragdgrünen, gleichnamigen Flusses. Mit seiner charakteristischen Farbe gilt der Soča als einer der schönsten Flüsse Europas – und ja, wohl nicht zu unrecht. Outdoorsport-Liebhaber werden ihren Spaß beim Rafting, Kajaking und Canyoning finden, aber auch kulturell und kulinarisch haben die kleinen Dörfer entlang des Soča einiges zu bieten.

Bevor wir jedoch am Talboden ankommen und dem Flussverlauf in südlicher Richtung folgen, zweigen wir an Kurve 49 der Passstraße rechts ab und folgen der Beschilderung zur Izvir Soče. Wir möchten der Quelle des Soča auf den Grund gehen, parken unser Auto am Gasthaus und starten die kurze Wanderung. Nach ein, zwei Aussichtspunkten auf die Wasserläufe, landen wir schlussendlich an einer angedeuteten Klettersteig-Passage, die zunächst noch selbst für mich gut bewältigbar ist. Gegen Ende hin wird diese jedoch deutlich herausfordernder und ist nicht mehr für Jedermann zu empfehlen. So muss auch ich passen und mich nach einer kurzen Wartezeit lediglich mit einem Blick auf das Foto begnügen. Dennoch, die Soča Quelle ist eine beeindruckende Karstquelle, an der das Wasser aus einem kleinen unterirdischen See durch eine schmale Klamm hervorsprudelt und infolge zum 138 Kilometer langen Fluss wird.

Auf der Weiterfahrt sind wir versucht, alle paar Kilometer anzuhalten. So verlockend schimmert die Farbe des Soča durch die Bäume hindurch, alte Holzhängebrücken bilden das perfekte Fotomotiv. Unser nächstes Ziel sind jedoch die Velika korita Soče, die Großen Soča Tröge. 15 Meter hoch ist hier der Canyon, durch welchen sich das Wasser hier schlängelt. Von der alten Holzbrücke über die Schlucht erhält man eine tolle Sicht auf die Wassermassen – und einen schönen Fotospot obendrauf.

Nächster Stopp auf unserer Tour ist der Slap Virje, ein rund 12 Meter hoher Wasserfall, der in einer grünschimmernden Gumpe mündet. Ein kurzer Spaziergang führt vom Parkplatz hinab in eine Naturlandschaft, die bei regnerischem Wetter einen Hauch Regenwald mit sich bringt. Wir haben Glück und sind für kurze Zeit die einzigen Besucher, können das Rauschen des Wassers so eine Weile völlig ungestört beobachten. Nur wenige Autominuten weiter liegt der Slap Boka, mit 106 Metern der höchste Wasserfall Sloweniens und schon von der Straße aus zu erblicken. Eine leichte, rund fünfzehnminüte Wanderung führt zu einer Aussichtsplattform, von der man den Wasserfall aus der Ferne gut erblicken kann.

  

Weiter Richtung Süden, im kleinen Örtchen Kobarid, führt uns die Napoleonbrücke über den Soča, auf dem zeitgleich Kajaker einige Meter unter uns übers Wasser paddeln. Weniger Meter weiter parken wir beim Kamp Koren und machen uns auf zur rund einstündigen Rundwanderung zum Slap Kozjak. Die leichte Wanderung führt zunächst durch Blumenwiesen, vorbei am Campingplatz bis zum Flussufer des Soča. Flussaufwärts folgend, erreicht man nach kurzer Zeit eine durchaus wacklige Hängebrücke. Zwar führt die Wanderung auf gleicher Flussseite weiter, ein kurzer Spaziergang über die Brücke und wieder zurück darf für den Spaßfaktor dennoch nicht fehlen. Den Wegweisern folgend, steht man beim Wasserfall an der kleinen Brücke noch nicht – wie wir anfänglich dachten – am Slap Kozjak. Vielmehr führt der Weg noch ein gutes Stück weiter und wird dann noch ein kleines Highlight für sich – über schmale Brücken über den Fluss und schlussendlich einen Holzsteg ein paar Meter in die Höhe gelangt man entlang eines Felses schlussendlich bis zum Kozjak Wasserfall. Eine Kulisse, die mich erneut an den Regenwald erinnert.

  

Zurück am Ausgangspunkt überlegen wir kurz, die Tolminer Klammen auch noch zu besuchen, entscheiden uns dann aber aufgrund der fortgeschrittenen Zeit, der empfohlenen Dauer von zwei Stunden und den ohnehin schon zahlreichen Eindrücken von Wasserfällen, Schluchten und Flussverläufen dagegen.

Von der slowenischen Toskana in die Höhlenlandschaft Sloweniens
GORISKA BRDA – POSTONJSKA JAMA

Das Soča-Tal schlussendlich hinter uns lassend, steuern wir über einen kleinen Pass das Etappenziel des Tages an – und kommen nicht umhin, ein erstauntes „Ohhh“ auszurufen, als wir uns oben angekommen plötzlich inmitten einer hügeligen Weinlandschaft wiederfinden. „Das sieht aus wie in der Toskana,“ ist der erste Gedanke, der mir in den Sinn kommt. Goriška Brda nennt sich die Region, die das Prädikat „slowenische Toskana“ mehr als verdient hat. Kirschbäume und Weinreben soweit das Auge reicht. Beim Abendessen verkosten wir natürlich umgehend den lokalen Wein, geschlafen wird an diesem Abend ebenfalls inmitten der Weinberge.

  

Leider ist uns das Wetter nicht gnädig, denn am nächsten Tag schüttet es wie aus Eimern. Die geplante Erkundungstour der Region fällt somit sprichwörtlich ins Wasser, selbst der kurze Aufstieg auf den Gonjače Viewing Tower lockt uns nicht – zu schlecht ist die Sicht dank Regenwolken.

Spontan werfen wir unsere Route über den Haufen und steuern früher als geplant die Postojnska Jama, die Höhle von Postojna, an. Zunächst skeptisch, ob uns die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Sloweniens nicht doch zu touristisch und völlig überteuert ist, können wir nach dem Besuch guten Gewissens sagen: touristisch ja, aber ein absolutes Muss. Über Millionen von Jahren wurden die Höhlen von Postojna geformt, seit 200 Jahren sind sie touristisch erschlossen und seither von knapp 39 Millionen Touristen besucht. Rund 24 Kilometer Wege führen durch die Höhlen, bei einer Besichtigung (Ticket: € 25,80 p.P.) entdeckt man 5 Kilometer davon.

Zunächst kutschiert eine Bahn die Besucher rund 3,5 Kilometer tief in die Höhlen hinein, weitere 1,5 Kilometer erlebt man auf gut erschlossenen Wegen zu Fuß. Was man bei der rund eineinhalbstündigen, geführten Besichtigung zu sehen bekommt ist mit einem Wort: imposant. Meterhohe Tropfsteinskulpturen, immer wieder neue Räume und Formen versetzen einen selbst nach einer Stunde erneut in Staunen.

Offen gesagt: Ja, eine Besichtigung ist touristisch und als unsere Gruppe an der Reihe war, trotteten wir in einer Kolonne von rund 50-60 anderen (deutschsprachigen) Touristen unserem Guide hinterher. Wirklich störend war dies jedoch nicht. An den wichtigen Punkten gibt es Sammelplätze und ein Mikrofon für den Guide, so dass alle gut zuhören können. Und wen man sich am Ende der Gruppe aufhält, entkommt man nicht nur einigermaßen gut der Masse sondern hat auch ausreichend Zeit zum Staunen und Fotografieren. Zwar wäre eine kleinere Gruppe natürlich angenehmer, dennoch ist das Besuchermanagement wirklich gut durchdacht und funktionierend.

  

Dolce Vita an der slowenischen Adriaküste
PIRAN

Ein paar Tage in den Bergen, ein paar Tage am Meer. Dass Slowenien zumindest knappe fünfzig Kilometer Adriaküste vorzuweisen hat, machte für unsere Reiseplanung schnell sonnenklar: da müssen wir hin. Zwar bedeutet dies auch einen kleinen „Umweg“ auf unserer Route, aber das Meer auslassen kommt einfach nicht in Frage. Klar war auch: viel lieber in das italienisch anmutende Piran als in die Bettenburg Portorož. Zwar hätte zweiteres einen Sandstrand, aber Charme ist dann eben doch nochmal wichtiger.

Piran ist – abgesehen von Anwohnern und Lieferdiensten – autofrei, so dass für Mietwagen, Campingbusse und Co noch vor der Altstadt Endstation ist. Die Parkgarage Fornače liegt direkt an der Einfahrt zu Piran, ein kostenloser Shuttle-Bus verkehrt mehrmals stündlich zum zentralen Tartini-Platz. Tipp: Hotels bieten oftmals vergünstigte Tarife für die Parkgarage an.

Mit der Ankunft am Meer klart glücklicherweise auch der Himmel auf, so dass wir eine erste Erkundungstour bei Sonnenschein unternehmen können. Diese führt uns ohne Umwege hoch zur Stadtmauer, die man für € 2,- pro Person erklimmen und so den Ausblick auf Pirans Dächer und weit hinaus aufs Meer genießen kann. Im Anschluss belohnen wir uns mit einem Aperol Sprizz am zentral gelegenen Tartini-Platz. Dieser stellt zugleich das Zentrum Pirans dar, Cafés und Restaurants säumen den Platz, Kinder toben und spielen unter der Beobachtung der Eltern herum. Piran ist klein und somit bei einem gemütlichen Spaziergang durch die Gassen und entlang der Uferpromenade relativ schnell erkundet. Das Leben spielt sich hauptsächlich am Tartini-Platz und rund um den kleinen Fischer- und Yachthafen ab. An der Promenade reiht sich ein Restaurant an das nächste, mit direktem Blick aufs Meer lässt es sich hier frischen Fisch und Muscheln aus der Adria genießen.

  

Als Lieblingscafé entpuppt sich während unseres Aufenthalts das etwas abseits vom Zentrum gelegene Caffe Neptun, denn die Besitzer verstehen es, richtig guten und starken Kaffee zu servieren. Piran selbst hat im Übrigen keinen klassischen Strand, über die Steinmauer vor den Restaurants lässt es sich bei sommerlichen Temperaturen ebenso gut ins Wasser hüpfen. Spielt das Wetter – wie bei unserem Aufenthalt – nicht hundertprozentig mit, lohnt ein ausgiebiger Spaziergang über die Villen-Gegend bis zum Fiesa-See und von dort entlang der Küste zurück nach Piran. Zwar ist der Pfad offiziell wegen Steinschlaggefahr gesperrt, wir tun es dennoch vielen anderen gleich und spazieren die wenigen Gehminuten darüber zurück. Ein lohnenswerter Ausflug ist zudem der Landschaftspark Strunjan nahe Piran, ein Naturschutzgebiet mit Wanderwegen, welches einen Blick auf die – überraschenderweise vorhandene – Steilküste freigibt.

  

Zwischenstopp in Sloweniens Hauptstadt
LJUBLJANA

Nach zwei Tagen lassen wir die slowenische Adria hinter uns und steuern erneut den Norden Sloweniens an. Nicht jedoch ohne einen ausgiebigen Zwischenstopp in Sloweniens Hauptstadt Ljubljana einzulegen. Ruhiger und weniger touristisch als Prag soll Ljubljana soll sein, aber nicht minder schön und sehenswert. So zumindest jene Zeilen, welche ich vor unserer Reise über die Hauptstadt lese.

Zwar fehlt mir selbst der Vergleich mit Prag, doch Ljubljana ist in jedem Fall einen Besuch wert. Tromostovje (dt. Drei Brücken) ist der zentrale Ausgangspunkt für einen Stadtspaziergang und wohl jene Kulisse für das obligatorische Erinnerungsfoto. Wir nutzen unseren Zwischenstopp in Ljubljana für einen Bummel entlang des Ufers des Ljubljanica-Flusses. Restaurants, Cafés und Bars säumen die Promenade und erwecken das Ufer im Sommer zum Leben. Auch wir lassen es uns nicht nehmen und nutzen das internationale Küchenangebot für eine Mittagspause.

  

Anschließend machen wir uns auf den Weg hoch zur Burg von Ljubljana, Wahrzeichen der Stadt und eine Besichtigung wert. Zwar sind einige Bereiche der Burg an einen Eintritt geknüpft, doch viele Areale sind auch frei zugänglich, so dass man sich einen guten Eindruck von der Burg verschaffen kann. Darunter auch die Burgmauer, welche einen schönen Ausblick über die Stadt bietet. Zur Burg und wieder hinab in die Stadt geht es entweder über gut ausgebaute Spazierwege, die in rund 15 Minuten erklommen sind, oder bequemer mit dem Panoramalift.

  

Über die Drachenbrücke und den zentralen Marktplatz mit zahlreichen Obst-, Gemüse und Blumenständen gelangen wir zurück in die Altstadt von Ljubljana, bummeln durch die Straßen, bis wir schlussendlich vor dem alternativen Viertel Metelkova stehen. Einst aus einer Hausbesetzung entstanden, ist Metelkova heute ein alternatives Kulturzentrum, regelmäßig finden hier Ausstellungen und Konzerte statt.

  

Wanderung zu traditionelle Hirtensiedlungen
VELIKA PLANINA

Gerade mal zwanzig Kilometer nördlich von Ljubljana liegt Kamnik, ein charmantes, kleines Städtchen am Fluss Kamniška Bistrica. Wir nutzen Kamnik als Ausgangspunkt für einen Tag auf der Hochebene Velika planina. Mit der Gondel und anschließendem Sessellift lassen wir uns gemütlich bis kurz unterhalb vom Gipfel bringen und gehen die letzten Meter bis zum Gradišče, mit 1.667 Metern der höchste Gipfel des Plateaus, zu Fuß.

Am einfachsten und bequemsten ist Velika planina mit der Pendelseilbahn aus Kamniška Bistrica zu erreichen. Von der Bergstation führt ein Doppelsessellift fast bis zum Gipfel. € 17,- p.P. sind für eine Berg- und Talfahrt zu bezahlen, zu beachten sind die halbstündlichen (Hauptsaison) bis stündlichen (Nebensaison) Abfahrtszeiten. Alternativ kann Velika planina auch über verschiedene Wander- und Radwege erreicht werden. Tipp: Ausgewählte Hirtenhütten stehen in den Sommer- und Wintermonaten zur Miete zur Verfügung.

Velika planina ist ein bis heute noch gut erhalten gebliebene hochalpine Hirtensiedlung und eine der letzten ihrer Art in Europa. Charakteristisch ragen die Hirtenhütten mit den Fichtenschindeln zwischen den Bergkuppen immer wieder hervor, gleich mehrere Siedlungen mit insgesamt 140 Hütten erstrecken sich über das gesamte Plateau, welches durch einfache und gut markierte Wanderwege erschlossen ist. Wir sind zu früh dran, um die Hirten bei ihrer täglichen Arbeit anzutreffen und die Chance zu bekommen, einen Blick in eine Hütte zu erhaschen. Dennoch nutzen wir unseren Ausflug für eine rund zweistündige Wanderung über die Hochebene, kommen vorbei an der Maria-Schnee-Kapelle und an klassischen Berghütten, die slowenische Hüttenkost auf der Karte stehen haben.

Vom Bleder See zum Bohinjer See
TRIGLAV NATIONAL PARK

Das Ende unseres Roadtrips durch Slowenien führt uns nochmal zurück in den Triglav National Park, genauer genommen an den Bohinjer See. Nicht jedoch, ohne zunächst zwei weitere der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Sloweniens zu besichtigen.

Wir starten den Tag an der Vintgar Klamm, welche uns zumindest im Vorfeld als Pflichtprogramm erscheint. € 10,- sind pro Person als Eintrittsgebühr zu bezahlen, weitere € 5,- kommen für den Parkplatz hinzu. Ein Holzsteg führt durch die 1,6 Kilometer lange Klamm, immer entlang des Radovna-Flusses, welche von zahlreichen Einheimischen und Touristen besucht ist. Am nördlichen Ende der Klamm wartet mit dem Šum-Wasserfall noch ein kleines Highlight. Doch so irgendwie – wirklich lohnenswert empfinden wir den Besuch der Klamm, vor allem mit Hinblick auf die teure Eintrittsgebühr dann doch nicht. Und so entscheiden wir uns, die Klamm nicht wie eigentlich vorgesehen nochmals bis zum Ausgangspunkt zurück zu spazieren, sondern eine Rundwanderung aus unserer kleinen Tour zu machen. Wir verlassen am nördlichen Zugangsportal die Klamm und folgen den Wegweisern in Richtung Bled, bis wir schlussendlich in Richtung der Kirche St. Katarina abzweigen. Von dort führt ein gemütlicher Wanderpfad auf leichter Anhöhe quer durch Schaf-, Kuh und Pferdeherden und Blick auf Bled zurück zum Ausgangspunkt. Fazit zur Klamm: Kann man machen, muss man aber nicht.

  

Nicht weniger touristisch, ganz im Gegenteil, wird unser Stopp am Bleder See, Postkartenmotiv und Wahrzeichen für Slowenien. Wir queren durch den Ort Bled, um uns den Weg zum Uferstraße zu bahnen und entscheiden uns schnell gegen einen Stopp, um die Stadt anzusehen. Zu voll, zu viele Menschen, zu touristisch. Dennoch wollen wir es uns nicht nehmen lassen, zumindest einen Klassiker rund um den See mitzunehmen: eine Wanderung zu den Aussichtspunkten Ojstrica und Mala Osojnica. Wir starten die kurze Tour am Parkplatz beim Campingplatz Bled und finden uns schon kurz darauf in einem steilen Anstieg zum ersten Aussichtspunkt wieder. Als wir die letzten Felsen hinter uns lassen und sich vor uns zum ersten Mal der Ausblick auf den See auftut, können wir uns ein leises „wow“ nicht verkneifen. Tiefblau, mit der kleinen Insel Blejski Otok in der Mitte, liegt der See in voller Pracht vor uns. Zahlreiche Ruderboote und kleinere Inselfähren ziehen wie kleine Punkte ihre Bahnen durch das Wasser.

Als wir uns schlussendlich vom Anblick losreißen können, führen wir unsere Rundwanderung weiter zum nächsten Aussichtspunkt, Mala Osojnica. Ähnlich beeindruckend zeigt sich auch hier das Panorama über den See und die dahinterliegende Landschaft. Als wir wenige Meter später an einer sehr steil abfallenden Treppe stehen, ist mir zugegeben etwas mulmig zumute. Nichtsahnend, dass der herausforderndere Part mit ausgesetztem Pfad und Seilsicherung noch vor mir liegt. Immerhin, irgendwie meistere ich den Abstieg dann doch, so dass wir gemütlich am Holzsteg entlang des Wassers zum Ausgangspunkt zurückspazieren können. Dennoch: Der Auf- oder auch Abstieg von/zum Aussichtspunkt Mala Osojnica ist – vor allem für Menschen mit Höhenangst – nicht ganz zu unterschätzen und sollte keinesfalls mit Flip Flops oder ähnlich losem Schuhwerk begangen werden.

Das Ziel des Tages ist nunmehr unsere Unterkunft in Bohinjska Bistrica, nur wenige Kilometer vor dem Bohinjer See. Wir nutzen das gute Wetter, um nach dem Check-In noch einen Abstecher an den See zu machen und die Sonne zu genießen. Völlig konträr als der Bleder See, ist der Bohinjer See eingebettet in dichte Wälder und Bergkämme, so dass weit und breit nichts anderes als Natur zu sehen ist. Wer so wie wir gegen Abend zum See kommt, findet nur noch wenige Besucher, die in der Sonne liegen oder das Ufer entlang spazieren. Rund um den See führt ein Wanderpfad, so dass zu Fuß eine Umrundung möglich ist. Etwa drei Stunden sollten dafür jedoch eingeplant werden. Wir beenden den Tag am Slap Savica, einem der größten Wasserfälle im Triglav National Park und haben Glück, zu später Stunde keine Eintrittsgebühr mehr für den rund 500 Stufen langen Weg zur Aussichtsplattform bezahlen zu müssen.

Am nächsten Morgen brechen wir bei strahlendem Sonnenschein zur letzten Mountainbiketour unseres Roadtrips auf und folgen zunächst dem gut ausgebauten Radweg bis zum Seeufer. Von dort führt uns eine – für Autos mautpflichtige – Straße entlang des Mostnica-Flusses zunächst bis zu einer schön gelegenen Berghütte und weiter bis zum Slap Mostnica, einem kleinen Wasserfall am Talschluss. Die letzten 100 Meter müssen wir zu Fuß zurücklegen, um den Wasserfall zu sehen, der zwar kein Highlight für sich, aber das Ziel einer lohnenswerten MTB-Tour ist.

Talauswärts können wir die Räder überwiegend ausrollen lassen und stoppen unterwegs nochmals am See, um noch gemütlich ein, zwei Stunden in der Sonne zu liegen, bevor wir endgültig den Roadtrip durch Slowenien beenden und die Heimreise antreten. Nicht jedoch ohne einen durchwegs positiven Eindruck von Slowenien im Gepäck und dem Vorhabend, Slowenien definitiv noch ein weiteres Mal zu bereisen.

Getestet & für gut befunden
HOTELS

Kranjska Gora
Hotel Vandot

Neues, kleines Boutique-Hotel mitten im Zentrum von Kranjska Gora. Neben den fünf Doppelzimmern gibt es auch ein etwas größeres Apartment mit eigener Küchenzeile. Regionalität wird auch beim Frühstück groß geschrieben, die Besitzer sind sehr freundlich und hilfsbereit. Parkplatz und Abstellmöglichkeit für Räder vorhanden.

Goriška Brda
Apartment Oton Reya

Schlafen inmitten der Weinberge – das Apartment Oton Reya in der „slowenischen Toskana“ macht’s möglich. Hochwertig ausgestattet und mit offener Ausrichtung mit Blick auf die Weinberge. Auf Wunsch bringt der Vermieter morgens ein umfangreiches Frühstück ins Apartment. Parkplatz und Abstellmöglichkeit für Räder vorhanden.

Piran
Art Hotel Tartini

Neues Boutiquehotel direkt am zentralen Tartini-Platz gelegen. Die Zimmer sind modern-kreativ gestaltet, einige davon sind mit direktem Blick auf den Tartini-Platz, andere wiederum bieten einen kleinen Balkon mit Blick auf den Yacht- und Fischerhafen. Tolles Frühstücksambiente, nur die Kaffeequalität ist verbesserungsfähig.

Kamnik
Apartment Nr. 16

Ein zuckersüßes Knusperhäuschen mitten im Hinterhof der Besitzer – so lässt sich das Apartment Nr. 16 / Wohnung C am besten zusammenfassen. Gemütlichkeit pur mit allem notwendigen Luxus, den man im Urlaub so benötigt. Privatparkplatz ist vorhanden, zum nächsten Supermarkt sind es keine fünf Gehminuten.

Bohinjska Bistrica
Butterfly Lodge

Erstmal ankommen, lautet die Devise in der Butterfly Lodge. Und so gibt’s nach dem Check-In erstmal Kaffee und Kuchen im hauseigenen Garten. Die Zimmer sind geschmackvoll und gemütlich eingerichtet, das Frühstücksbuffet bietet positive Abwechslung zum sonstigen Einheitsbrei. Sehr freundliche Vermieterin, die gerne zahlreiche Tipps und Empfehlungen teilt.

Meine Hotel-Tipps für einen Roadtrip durch Slowenien gibt’s an dieser Stelle ausführlich vorgestellt.

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Oh woooow! Danke für deinen wunderschönen Bericht! Jetzt will ich unbedingt Slowenien entdecken. Wenn's dort iwo noch Klettersteige gibt, wäre es ein Traum. Ich google das direkt mal^^ LG, Corinna
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    Mela
    11/06/2019
    Ich bin mir sicher, dass man im Triglav National Park auch hervorragend klettern kann. ;-)
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