Mal ehrlich: So großartig ich es finde neue Städte zu bereisen, so herrlich entspannt ist es aber auch in eine Stadt zurückzukehren. Der selbstauferlegte Stress alles gesehen und erlebt haben zu müssen bevor man wieder in den Flieger zurück nach Hause steigt, kann einen Städtetrip auch zu einem Marathonlauf werden lassen. Die Füße danken’s.

Und so blickte ich Ende November voller Vorfreude einem Wochenende in Zürich entgegen. Zum einen, weil ich Zürich von vergangenen Aufenthalten bereits recht gut kannte. Zum anderen, weil es ein Mädelswochenende werden sollte. Obwohl meine Freundin, die ich bereits seit einer halben Ewigkeit nicht mehr gesehen hatte, Zürich selbst noch nicht kannte, verfolgten wir den Plan keinen Plan zu haben. Ich würde den City Guide abgeben und ihr zumindest die wichtigsten Ecken von Zürich zeigen, während uns vor allem eines wichtig war: ein tolles Wochenende miteinander zu verbringen.

Nachdem wir beide erst abends in Zürich ankamen, erzählten wir uns in der Hotellounge bei Apple Martini den neuesten Klatsch und Tratsch und setzten unser Gespräch am nächsten Tag bei einem ausgiebigen Frühstück fort. Das Hotel Florhof bot dafür das ideale Ambiente. Nun war es aber an der Zeit die Stadt unsicher zu machen. Warm eingepackt zogen wir in Richtung Niederdörfli los. Geschätzt blieben wir bereits am Neumarkt alle zwei Schaufenster stehen und drücken uns die Nasen platt, um uns die durchwegs verheißungsvoll aussehenden Produkte von Antiquariaten, Goldschmieden, Designhäusern und Boutiquen näher anzusehen. Wenn in Zürich, ist das Niederdörfli für mich einfach ein Muss. Die Altstadtgassen mit bunten Häuserfassaden verbreiten ihren eigenen Charme, die Läden führen ein abwechslungsreiches und – vor allem mich – sehr ansprechendes Sortiment und zwischendrin finden sich immer wieder Cafés, wo ich mich nur mit Müh und Not dazu überreden kann, nicht einfach in jedes reinzumüssen.

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Nebem dem Good to Go (Empfehlung! Nur leider keine Sitzplätze) schaffe ich es dieses Mal auch zum ersten Mal ins Henrici, wo wir gerade noch so einen Tisch ergattern. Der Flat White schmeckt ebenso wie der dazu bestellte Brownie großartig und aufgrund eines zweiten Besuchs kann ich ebenso den Humus sowie die Flammkuchen nur wärmstens empfehlen. Einige Hausnummern weiter befindet sich franzos, ein kleines Bistrot mit französischem Charme und einer kleinen, aber leckeren Auswahl an Gerichten.

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Frisch gestärkt hüpfen wir am Bahnhof in die Straßenbahn in Richtung Kreis 4. Denn ebenfalls ein Fixpunkt bei einem Besuch in Zürich ist für mich Zürich West rund um das Geroldareal und die Viaduktbögen. Mein derzeit liebstes Urban Gardening Projekt Frau Gerolds Garten befindet sich bereits im Winterlook und ich schaff es tatsächlich zum ersten Mal, auch zu den Öffnungszeiten der Läden am Areal hier zu sein. Ich könnte wohl in jedem einzelnen Laden etwas mitnehmen, aus meinem Geldbeutel appelliert dann aber doch die Vernunft an mir. Dennoch: Wenn ihr in Zürich seid, solltet ihr euch einen Shoppingbummel bei Gerolds Garten, Bogen 33, dem Freitag Store sowie dem Vintagemöbel-Laden Walter nicht entgehen lassen. Und auch in den Viaduktbögen sind seit meinem letzten Aufenthalt einige coole neue Labels dazugekommen. Immerhin, ich schaffe es, lediglich mit einer neuen Bluse und einem kleinen Wohnaccessoires in der Tasche die Rückfahrt zum Hotel anzutreten.

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Dort angekommen, machen wir uns kurz frisch und ziehen dann los, um unsere hungrigen Bäuche zu stillen. Meine Reisebegleitung wünscht sich ein original Schweizer Käsefondue und mehr durch Zufall landen wir in der urigen Raclettestube, in der ich eines meiner besten Käsefondues überhaupt bekomme. Ein ebenso guter Tipp für ein – halbwegs – erschwingliches Abendessen ist das Café & Restaurant Mohrenkopf im Niederdörfli. Neben Schweizer Spezialitäten gibt’s hier je nach Jahreszeit sehr gute saisonale Gerichte und als Abschluss zum Kaffee natürlich besagten Mohrenkopf. Nachdem wir den ersten Abend im Hotel verbrachten, wollen wir die beiden anderen Abende in der Stadt ausklingen lassen – und landen beide Male in der Bar Münster. Wir ergattern beide Male einen Platz im Fenster, stoßen mit einem Lillet Tonic auf unser Wochenende an und beobachten die vorbeiziehenden Passanten. Die Karte in der Bar Münster kann sich übrigens sehen lassen: Es gibt nicht nur eine große Auswahl an Mix- bzw. sonstigen Getränken, auch die Preise sind für Zürcher Verhältnisse durchaus moderat.

Wie es der Zufall so wollte, verbrachten wir unser Wochenende genau dann in Zürich, als im dortigen Kongresshaus auch die Designmesse blickfang stattfand. So war schnell klar, wohin es uns zumindest für ein paar Stunden ziehen sollte. Vollbepackt mit Infos kreativer Designer und dem ein oder anderen Fundstück folgten zum Abschluss noch zwei Klassiker. Da wären zum einen der Aufstieg auf den Turm des Grossmünsters mit 360°-Blick über die Stadt und zum anderen eine Schifffahrt auf dem Zürcher See. Der zeigte sich zwar nebelverhangen und bot kaum weitreichende Ausblicke, für den Ausklang eines gemütlichen Wochenendes mit der besten Freundin reichte es jedoch allemal. Ja, wir kommen wieder!

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08/12/2014
Zürich ist eben ein ganz schönes Fleckchen :)
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    09/12/2014
    Stimmt, Karin! ;)
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09/12/2014
Da gebe ich euch beiden Recht :)
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