Göteborg ist nach Stockholm die zweitgrößte Stadt Schwedens und ist umgeben von malerischen Schärengärten. Die Stadt hat vor allem für junge Leute einiges zu bieten. Zeitraum der Reise: Juni 2014.

Die Anreise nach Göteborg erfolgt aus zahlreichen Städten Deutschlands über den Flughafen Göteborg. Ab Innsbruck lohnt sich der Flug über Frankfurt.

Hotel Flora
Grönsakstorget 2
411 17 Göteborg, Schweden
www.hotelflora.se

Parkanlagen und Cafés – das können sie, die Schweden. Nachdem mich bereits einige Woche zuvor das Rosendals Trädgårdcafé in Stockholm wahrlich beeindruckt hat, spaziere ich nun durch Göteborgs Trädgårdsföreningen; einem wunderschönen Park aus dem 19. Jahrhundert. Mit Palmenhaus, einem Café sowie einem Rosengarten mit rund 1.900 verschiedenen Rosenarten lassen sich hier ein paar entspannte Stunden verbringen. Und überhaupt: Göteborg hat zahlreiche Grünflächen. Ob entlang des Kanals oder im Slottsskogen Park – sowohl Einheimische als auch Touristen scheint es an sonnigen Tagen sofort ins Grüne zu ziehen.

Vielleicht liegt es auch genau daran, dass die zweitgrößte Stadt Schwedens ohne jeglichen Stress und Hektik auskommt. Autos schlängeln sich mit scheinbarer Ruhe und Gelassenheit durch die Straßen, Fußgänger bummeln gemütlich über das Kopfsteinpflaster, Studenten scheinen die Uni-freie Zeit zu nutzen, um es sich am Wasser gemütlich zu machen. Bei einer Bootsrundfahrt durch Göteborgs Kanäle und dem Hafen verschaffen wir uns einen Eindruck von der rund 520.000 Einwohner zählenden Stadt. Anni, unser Guide, zeigt uns voller Stolz „ihre“ Stadt und bringt uns mit ihrem schwedischen Humor nicht nur einmal zum Lachen. So erfahren wir, dass ein Segelschiff in Göteborgs Hafen gestrandet ist, da man eine – für das Segelschiff – viel zu niedrige Brücke gebaut hat. Mit einem schelmischen Grinsen erzählt sie uns kurze Zeit später, dass es entlang des Kanals nur ein einziges Mal die Hausnummern „a“ und „b“ gibt, da man bei der Errichtung der Straße von beiden Seiten zu bauen begonnen hat, und schlussendlich feststellen musste, dass für zwei Häuser nur noch eine Hausnummer übrig geblieben ist. Und als wir Göteborgs Innenstadt hinter uns lassen, um in den Hafen zu gelangen, müssen wir an der bei Einheimischen genannten „Käsehobel“-Brücke sogar unsere Plätze kurzzeitig auf den Boden verlagern, um unter der extrem niedrigen Brücke überhaupt durchfahren zu können. Irgendwie überrascht es uns dann auch nicht mehr, als vor unserem „Paddan Boot“ junge Einheimische beim Stand Up Paddling auftauchen.

Göteborg | © individualicious

Göteborgs Innenstadt „Inom Vallgraven“ lockt vor allem als Shoppingviertel mit zahlreichen nationalen und internationalen Läden. Aber auch zahlreiche Restaurants finden sich in den Straßen; so gibt es etwa bei Hello Monkey ausgezeichnete asiatische Küche. Bei Da Matteo sollte man wiederum für eine Tasse Kaffee stehenbleiben und in der Markthalle Stora Saluhallen gibt es frisches Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch.

Wer abseits international bekannter Handelsketten einkaufen und durch malerische Straßen mit Holzhäusern aus dem 19. Jahrhundert flanieren möchte, ist im Stadtteil Haga genau richtig. Ursprünglich galt Haga als Arbeiterviertel und war kaum angesehen, heute haben sich die Straßen rund um die Haga Nygata zu einem beliebten Ort bei Einheimischen und Touristen entwickelt. Hier reihen sich kleine Boutiquen und Second Hand-Läden an liebevoll geführte Cafés, Straßenkünstler versuchen mit ihrer Musik zu überzeugen. Zu den eigentlichen Sehenswürdigkeiten von Haga zählt die Festung Skansen Kronan. Der Platz rund um den auf einer Anhöhe erbauten Festungsturm bietet beinahe einen 360°-Blick auf Göteborg. Die autofreien Straßen von Haga sind belebt – und beliebt. Kein Wunder, dass viele Einheimische Haga als die eigentliche Altstadt von Göteborg bezeichnen.

Göteborg | © individualiciousGöteborg | © individualiciousGöteborg | © individualicious

Göteborg wäre nicht Göteborg ohne das viele Wasser. Der Hafen Göteborgs ist der größte Exporthafen Nordeuropas. Hier liegt auch das 22-stöckige Bürogebäude Skanskaskrapan, welches in der obersten Etage eine Aussichtsplattform beherbergt. Einheimische bezeichnen den rot-weißen Büroturm mit der abgeschrägten Spitze nicht zu unrecht als Läppstiftet (dt. Lippenstift).

In den Abendstunden taucht die Sonne den Hafen Göteborgs in ein gold schimmerndes Licht. Gerade im Sommer zieht es zu Sonnenuntergang viele an den Kai, um die letzten warmen Sonnenstrahlen zu genießen und zu beobachten, wie der Hafen langsam zur Ruhe kommt.

Göteborg | © individualiciousEtwas außerhalb von Göteborgs Zentrum liegt Liseberg, der größte Vergnügungspark Nordeuropas und durchaus einen Besuch wert. Schießbuden reihen sich hier an Achterbahnen und Riesenräder, rund 3 Millionen Menschen zog Liseberg im vergangenen Jahr an. Unter den zahlreichen Attraktionen befinden sich auch einige, welche einen beeindruckenden Blick über den Vergnügungspark, das Zentrum Göteborgs sowie weit über die Stadtgrenzen hinaus bieten. Vor allem nachmittags scheint Liseberg an sonnigen Tagen viele Schüler und Familien anzuziehen; für uns zumindest die Erklärung, weshalb die Straßen Göteborgs trotz des schönen Wetters wie ausgestorben scheinen.

In unmittelbarer Nähe zu Göteborgs Bahnhof liegt das grüne Schmuckstück der Stadt – Trädgårdsföreningen. Die Parkanlage aus dem 19. Jahrhundert beeindruckt aufgrund seiner Größe und Gepflegtheit. Rund 30 Arten an Palmen und anderen exotischen Pflanzen beherbergt das imposant angelegte Palmhuset. Neben verschiedenen Abteilungen lädt eine Galerie im Inneren zu einer kurzen Rast ein. Der Rosengarten hingegen zählt rund 1.900 unterschiedliche Rosenarten. Darüber hinaus finden sich im Park immer wieder Skulpturen zu bestaunen.

Besonders einladend liegt das Rosenkaféet im ehemaligen Lagerhuset. Im Sommer ist das Café von Juli bis August täglich zwischen 10 und 20 Uhr geöffnet; auf der riesigen Terrasse können die im Selbstbedienungsrestaurant geholten Speisen und Getränke genossen werden. Dass das Rosenkaféet auch bei Einheimischen beliebt ist, zeigt sich vor allem zur Mittagszeit. Denn dann ist das Café beliebter Treffpunkt der Göteborger, um die Mittagspause im Freien zu verbringen. Doch auch an den Wochenenden ist die Parkanlage gut besucht; kein Wunder, finden hier doch immer wieder Konzerte aller Art statt.

Göteborg | © individualiciousGöteborg | © individualiciousGöteborg | © individualiciousGöteborg | © individualicious  Göteborg | © individualiciousGöteborg | © individualiciousGöteborg | © individualicious

Tipp: Zum Übernachten punktet das Hotel Flora dank idealer Lage im Zentrum, modern eingerichteten Zimmern und freundlichem Service. Im Designhotel gleicht beinahe kein Zimmer dem anderen; das Frühstück ist bereits im Preis inbegriffen und alle Sehenswürdigkeiten Göteborgs sind in der Regel per Fuß zu erreichen.

Leave A

Comment

22/07/2014
Zum einen eine tolle Stadt - aber was auch auf jedenfall sehenswert ist, ist das Universeum, ein interaktives Museum zu Tierwelt und Landschaft schwedens und einigen zusätzlichen wissenschaftlichen Ausstellen. Wirklich genial!
Antworten
    22/07/2014
    Das hatte ich dieses Mal (leider) nicht am Radar - vielleicht ja beim nächsten Mal ;)
    Antworten
19/10/2014
Oh, wenn ich deine Bilder sehe, möchte ich auch wieder hin. Wir waren dort für einen Tag vor viereinhalb Jahren. Es war so schön! Am Ende haben wir fast eine Stunde alleine auf dem Deck der Fähre gelegen und die Sonne und den Anblicks des Hafens genossen. LG Nanne
Antworten
    19/10/2014
    Vielen Dank für dein Kommentar, Nanne, ich kann dich gut verstehen! Göteborg ist toll und ich hoffe, ich komm auch bald mal wieder hin.
    Antworten