Als Hauptstadt der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur ist Marseille die wichtigste französische Hafenstadt. Die Stadt gilt als „Melting Pot“ vieler verschiedener Nationen. Marseille war im Jahr 2013 Kulturhauptstadt Europas. Zeitraum der Reise: Juni 2013.

Die Anreise nach Marseille erfolgt über den Flughafen Marseille Provence. Mit dem öffentlichen Verkehr ist man in Kürze im Zentrum. Die Anreise mit dem Auto ab Tirol beträgt in etwa 9 Stunden – empfehlenswert, wer auf der Strecke bereits Zwischenstopps einlegt.

Mama Shelter Marseille
64 Rue de la Loubière
13006 Marseille, Frankreich
www.mamashelter.com

Erst kürzlich verlieh The Guardian in einem Artikel der französischen Hafenstadt Marseille den Titel „The hottest French city of 2013“. Und in der Tat ist die Stadt aufregend, spannend und angesagt; nicht zuletzt wurde Marseille auch zur Kulturhauptstadt Europas 2013 gewählt. Ein Lokalaugenschein in der zweitgrößten Stadt Frankreichs zeigt: Marseille hat Potential, steckt zum Teil aber noch in Kinderschuhen.

Ausgangspunkt (m)eines knapp viertägigen Aufenthalts in der Bouches-du-Rhône in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur ist das Mama Shelter Marseille nahe dem angesagten Viertel Cours Julien. In Fußweite liegen hier sonnige Cafés, ausgezeichnete Restaurants und unabhängig-individuelle Shops, die zum Bummeln einladen und ein alternatives Marseille aufzeigen. Etwa 15 Minuten sind es von hier zu Fuß zum Vieux Port, dem Dreh- und Angelpunkt von Land und Wasser. Seit 2.500 Jahren ist der Alte Hafen das Herz der Stadt. Jeden Morgen findet hier, am Quai des Belges, ein malerischer Fischmarkt statt. Östlich des Viex Ports liegt erhoben auf einem Hügel die Notre-Dame-de-la-Garde. Hier, 162 Meter über dem Meer, bietet sich ein 360-Grad-Rundumblick über Marseille, weit über das hügelige Hinterland und dem Meer hinaus. Die Marseillais, die Einwohner der Stadt, bezeichnen die Kathedrale übrigens liebevoll „la bonne mère“ (die gute Mutter).

Marseille | © individualiciousMarseille | © individualicious

Gegenüber – auf der anderen Hafenseite – auf Höhe des Rathauses Hôtel de Ville führt der Weg ins pittoreske Altstadtviertel Quartier du Panier, von den Einheimischen nur Panier genannt. Dabei handelt es sich um den ältesten Stadtteil Marseilles, der selbst heute relativ unberührt und von den Touristenströmen unberührt scheint. Ein Spaziergang durch die engen, malerischen Gassen ist ein Muss bei einem Aufenthalt in Marseille. Ein einfacher Weg, um das Viertel zu erkunden, sind die durch Bodenmarkierungen gekennzeichneten self-guided walking tours. Doch wer sich einfach durch die Gassen treiben lässt, wird die Besonderheit des Viertels ebenso genießen können. Das Quartier du Panier ist – neben dem Cours Julien – auch ein guter Einkaufstipp für Handwerkskunst, lokale Designer-Stücke und den Besuch kleiner Galerien. Auf dem Weg zurück zum Vieux Port lohnt sich ein Zwischenstopp im Café des Épices; die Küche hier war die beste, welche ich während meines Aufenthalts probieren durfte.

Marseille | © individualiciousMarseille | © individualicious

Keine 100 Meter vom Café des Épices entfernt befindet sich der Pavillon M. Dabei handelt es sich um einen temporären Komplex, welcher während des Kulturjahres 2013 das kulturelle Angebot und Programm sowie die Region Marseille-Provence präsentiert. Wer Marseille aufgrund der Kulturhauptstadt besuchen möchte, dem sei wohl vor allem die Reisezeit Juli-August ans Herz gelegt. Denn obwohl sich Marseille Kulturhauptstadt Europas 2013 nennen darf, war das, was Gästen Anfang Juni präsentiert wurde, mehr als enttäuschend. So offen und modern wie sich MP2013 in der Bildsprache und Online präsentiert, so festgefroren scheinen Abläufe und Strukturen vor Ort. Kaum ein Museum hatte Anfang Juni seine Türen offen, man konnte sich kaum vom kulturellen Angebot in Marseille überzeugen. Viele Museen öffne(te)n erst Ende Juni oder gar Juli ihre Pforten, doch auch abgesehen davon war von der Kulturhauptstadt nicht viel zu spüren.

Marseille ist vor allem eines: bunt. Hier leben viele Kulturen zusammen; entsprechend lebhaft, chaotisch und wüst wirkt das Leben in den Straßen auf Touristen. Und doch ist es wohl genau das, was das Leben in Marseille auszeichnet und zu einer untypisch französischen Stadt macht, welche Neugierde weckt. Neben den vielen touristischen Punkten, wie dem Vieux Port, der Notre-Dame-de-la-Garde, dem neu eröffneten Mucem oder vielem mehr ist es vor allem das Leben in den Straßen, welches anzieht und eine einzigartige Atmosphäre schaffen. Junge Viertel wie rund um den Cours Julien sind ein spannender Anziehungspunkt für junge Gäste, das Quartier du Pain gleicht dem Viertel Montmartre in Paris und etwas außerhalb des Stadtkerns laden Strände zum Sonnen und Verweilen ein. Eine grüne Oase inmitten der Großstadt finden Einheimische wie Touristen im Garten des Palais Longchamps, eine große Auswahl an Restaurants mit Charme findet sich hinter dem Vieux Port auf Seite der Notre-Dame-de-la-Garde. Ebenso empfehlenswert: Das Les Garmins, Le Goûte des Choses oder L’Oleas am Cours Julien, oder aber das L’Epuisette oder Peron mit Blick auf das Meer.

Marseille | © individualiciousMarseille | © individualicious

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