Lissabon ist Hauptstadt und zugleich größte Stadt Portugals. Die Stadt liegt an einer Bucht der Flussmündung des Tejo im äußersten Südwesten Europas an der Atlantikküste der Iberischen Halbinsel. Zeitraum der Reise: Juni 2012.

Die Anreise nach Lissabon erfolgt aus vielen Städten Deutschlands und Österreichs am einfachsten und schnellsten über den Flughafen Lissabon. Von dort sind es mit dem öffentlichen Verkehr nur wenige Minuten ins Zentrum.

Hotel Gat Rossio
Rua do Jardim do Regedor 27
1150 Lissabon, Portugal
www.gatroomspt.com

Wenn man derart hohe Erwartungen von einer Stadt wie Lissabon hat, die man bis dato nur von Bildern kannte, kann es passieren dass ebendiese Erwartungen zunichte gemacht werden und sich ein gewisser Grad an Enttäuschung einstellt. Vielleicht aber lag es auch daran, dass mein Lissabon-Aufenthalt direkt an unvergleichliche Tage in Andalusien anknüpfte, die prall gefüllt von Lebenslust, gutem Essen, freundlichen Gastgebern und buntem Treiben auf den Straßen waren. Doch trotz der Tatsache, dass meine Erwartungen nicht ganz erfüllt wurden, hat Lissabon sehenswerte Viertel und empfehlenswerte Bars und Restaurants.

Elevadores und alte Trams prägen das Stadtbild von Lissabon ebenso wie hügelige Viertel. Dies hat zur Folge, dass die portugiesische Hauptstadt über zahlreiche Aussichtspunkte – so genannte Miradouro – verfügt; jeder für sich mit einem anderen Blickwinkel auf die Stadt. Der am schönsten angelegte ist der Miradouro São Pedro de Alcântara nahe des angesagten Viertels Bairro Alto. Hier genießt man einen wunderbaren Blick über die Altstadt sowie den Fluss Tejo. Der Aussichtspunkt ist sowohl bei Tag als auch bei Nacht beliebt, wer den Weg nicht zu Fuß beschreiten möchte, nimmt einen der denkmalgeschützten Elevadores – den Elevador da Glória – nach oben. Auch der Elevador da Lavra bringt Einheimische wie Touristen zügig nach oben, am Miradouro da Torel lässt sich Lissabon vom gegenüberliegenden Hügel aus beobachten. Der wohl bekannteste und beliebteste Elevador da Bica ist Motiv zahlreicher Touristenfotos, die Fahrt durch die enge Gasse nach oben ist ein Erlebnis für sich. Nicht minder beliebt ist der Elevador de Santa Justa: Der 45 Meter hohe Elevador erinnert in seiner Konstruktion an den Eiffelturm und ist eine wichtige Verbindung des Viertels Rossio mit dem Bairro Alto. Auf der Aussichtsplattform ganz oben offenbart sich ein beeindruckender 360° Blick über die Stadt, ein Café lädt zum Verweilen ein.

Lissabon | © individualiciousLissabon | © individualicious  Lissabon | © individualicious

Das Castelo de São Jorge ist eine alte Festung und gehört mit zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Lissabon. Das Gelände ist groß, mehrere Türme, Wachposten, Burggraben und Plätze gehören zum Areal und erneut bietet eine Aussichtsplattform einen wunderbaren Blick über die Stadt. Eine Fahrt (Linie 15) ins etwas außerhalb liegende Viertel Belém lohnt sich: Der Torre de Belém und das Mosteiro dos Jerónimos wurden von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. 1998 fand in Lissabon die EXPO statt und ein Besuch des EXPO-Gelände ist ein (Halb-)Tagesausflug für sich. Heute wird das Areal unter dem Namen Parque das Nações vermarktet und beherbergt neben einem Einkaufszentrum, dem Oceanário, dem Turm Vasco da Gama und einer Seilbahn quer über das Gelände noch jede Menge weiterer Möglichkeiten zum Zeitvertreib.

Derzeit angesagte Viertel in Lissabon sind das Bairro Alto und Alfama. Enge Gassen, zahlreiche Bars und Restaurants und kleine Labels zeichnen die Viertel aus. Ein Spaziergang durch diese Viertel lohnt sich übrigens ebenso wie eine Fahrt über die berühmte Ponte 25 Abril, wenn man vom Süden in die Stadt kommt.

Lissabon | © individualicious

Kreative Küche

Zugegeben: Die Restaurantszene in Lissabon kann sich sehen lassen. Spezialität der Stadt ist der Stockfisch, der in vielen verschiedenen Variationen in den meisten Lokalen geboten wird. Wer ausgefallen essen möchte, sollte unbedingt dem 100maneiras einen Besuch abstatten. Aber Achtung: Die Tische sind begehrt, eine Reservierung ist dringend empfohlen. Tipp: Ab 22:30 hat man gute Chancen, auch ohne Reservierung noch einen der begehrten Tische zu bekommen. Das 100maneiras ist deshalb so besonders, da hier nicht à la carte gegessen wird. Vielmehr gibt es ein neun- bis zehngängiges Degustationsmenü, bei dem von Fisch über Fleisch und Süßes so ziemlich alles auf den Tisch kommt. Den Anfang macht der berühmte Stockfisch an der Wäscheleine. Am Praça do Comércio – dem ehemaligen Handelsplatz von Lissabon – reiht sich ein chices Restaurant an das andere. Empfehlenswert sind hier beispielsweise das Can The Can, wo Dosenfisch kreativ in Gerichte integriert wird, das Populi oder das Aura. Authentisch und einheimisch lässt es sich versteckt in einer engen Gasse im Bairo Alto essen: im Làbios de Mosto.

Mit Blick auf den Tejo lässt es sich im Deli Delux oder im À Margem etwas außerhalb des Baixo, der Altstadt, zu Abend essen. Mit dem Lost In, der Rooftop Bar, dem Terrace BA oder vielen weiteren verfügt Lissabon über zahlreiche Bars über den Dächern der Stadt. Und auch die vielen Kiosks in Parks oder an den Miradouro – empfehlenswert: Kiosk am Miradouro São Pedro de Alcântara – bieten nette und oft günstige Gelegenheiten für den ein oder anderen Cocktail. Das Bairro Alto ist ohne Zweifel das Ausgehviertel in Lissabon. Eine Bar reiht sich an die andere, das Treiben in den engen Gassen ist selbst zu später Stunde noch groß.

Lissabon | © individualiciousLissabon | © individualiciousLissabon | © individualicious

Shoppingvergnügen

Entlang der Av. Liberdade reiht sich ein bekanntes Modelabel an das andere, allerdings für die besser gefüllte Geldbörse. Günstiger geht’s da rund um das Viertel Baixa/Chiado. Im Bairro Alto, beispielsweise entlang der Rua Dom Pedro, lassen sich kleinere Labels finden. Am Bahnhof zum EXPO-Gelände lädt zudem ein Einkaufszentrum zum grenzenlosen Shopping ein.

Stilvoll Übernachten

Lissabon hat für jeden Geschmack und jede Geldbörse das passende Hotel. Designhotels mit wenig Schnickschnack aber dem richtigen Gespür für Einrichtung gibt es schon für wenig Geld, in zentraler Lage und somit ideal für Sightseeing-Touren liegt das Hotel Gat Rossio. Die Zimmer sind sauber und geräumig, die Terrasse zum Frühstücken zwar klein aber dafür ein idealer Start in den Tag.

Lissabon | © individualiciousPortugals Hauptstadt hat zwar viel zu bieten und mit einem Blick auf die abgegeben Empfehlungen mag wohl die Frage aufkommen, weshalb meine Erwartungen dennoch getrübt wurden. Lissabon hat einerseits nette Viertel und eine feine Auswahl an Restaurants und Shops, dennoch stimmte andererseits das Gesamtpaket nicht. Getrübt wurde der Eindruck durch Drogenhändler, die einen entlang der Rua Augusta am hellichten Tag und alle paar Meter ein kleines, unscheinbares Paket in die Hand drücken wollten. Teile der Stadt wirkten oftmals schmutzig und herabgekommen, Einheimische und auch Touristen gaben einem das Gefühl besser einen Blick mehr auf die eigene Tasche zu haben. Die Stimmung in den Straßen war weit nicht so lebhaft und bunt wie zuvor in Andalusien und so bleibt Lissabon für’s erste eine Stadt, die ich nun zwar gesehen habe, aber wohl ganz so schnell nicht noch mal besuchen werde.

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04/09/2012
Spannend! Bei mir hat Lissabon auch nicht so einen Eindruck hinterlassen, trotz netter Zeit dort. Was für dich Andalusien war bei mir Porto zuvor: Prickelnder, lebendiger, interessanter. Dorthin fliege ich übermorgen wieder - für Lissabon bleibt diesmal keine Zeit ;-) Grüße!
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15/03/2013
Mir ging es ganz genauso... Ich hatte sehr hohe Erwartungen an Lissabon (wie an Portugal überhaupt). Lissabon könnte die schönste Stadt Europas sein, vermutete ich, manche behaupten das. Der Name klingt so, dass man sich vorab schon verliebt... Und bei Büchern, Filmen, Städten ... es ist schweirig, so klare, sichere Erwartungen erfüllt zu bekommen. Dieses "böse" Lissabon, dass es einfach nur schön ist, sicherlich einzigartig, aber manchmal auch unhandlich und neblig. Verschlossen manchmal. Und doch: Im Nachhinein geht mir Lisboa nicht aus dem Kopf, wann immer es erwähnt wird, steigen Bilder auf - und es ist, als wäre es doch eine Stadt, die zu mir gehört.
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    16/11/2013
    Es stimmt schon, jetzt - längere Zeit im nachhinein - war Lissabon doch auch eine auf seine Art und Weise beeindruckende Stadt. Dennoch würd ich wohl sooo schnell nicht zurückkehren.
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