Mit einer Fläche, die rund 119 Mal so groß ist wie Österreich, bedarf ein Roadtrip durch Kanada einer gründlichen Vorausplanung. Dafür warten Großstädte wie Montreal, Toronto oder Vancouver, als Kontrast locken zahlreiche Nationalparks, Seen und Berge. Zeitraum der Reise: Juni 2018.

Rund 8,5 Stunden dauert der Flug von München an die Ostküste – genauer gesagt nach Montreal. Gar 10 Stunden sind für den Flug von Vancouver nach München zu veranschlagen. Immerhin sind Direktflüge möglich und auch leistbar. Zwischen Ost und West fliegen Air Canada als auch Air Transat mehrmals täglich, rund 4 Stunden sind einzuplanen.

Tipps und Links zu den gebuchten Hotels und Bed&Breakfasts entlang unserer Route gibt’s weiter unten im Abschnitt Hotels.

Im Vorfeld der Routen- und Reiseplanung habe ich inspirierende und hilfreiche Beiträge bei anderen Bloggern gefunden und kann folgende Beiträge zur Vorbereitung nur wärmstens empfehlen:

Nic reiste samt Familie drei Wochen durch Westkanada und hatte super hilfreiche Tipps für meine eigene Planung.
Caro und Martin haben sechs Blogger nach den schönsten Routen, Tipps und Highlights befragt.
Anna tourte vier Wochen durch Nordamerika und verrät, mit welchen Kosten zu rechnen ist.
Inka war ebenfalls drei Wochen in Westkanada unterwegs, tolle Bilder und Tipps zeugen davon.

Pulsierende Großstädte versus abenteuerliche Wildnis. Multikulturelle Stadtviertel versus einsame Landstriche. Montréal, Toronto, Vancouver versus Banff und Jasper National Park sowie Vancouver Island. Was mir beim Klick auf „Flug buchen“ Anfang des Jahres noch wie eine halbe Ewigkeit vorkam, steht nun also endlich bevor – der große Roadtrip durch Kanada! Heute in einer Woche sitzen wir im Flieger und reisen durch ein Land, dessen Berg- und Landschaftsbilder mich irgendwie an Tirol erinnern und dann doch wieder völlig anders sind. Mit einem Mix aus Großstadttrubel und Nationalparks wird es ein Roadtrip voller Kontraste werden. Ein Roadtrip, der aufgrund der Größe des Landes gut vorbereitet sein will.

ROUTE.

Die Entscheidung war schwer – Ostkanada mit Großstädten wie Toronto, Ottawa und Montreal? Oder doch besser an die Westküste mit den bekannten Nationalparks? Reicht die Zeit auch für Vancouver Island? Und wie weit weicht man von der klassischen Route ab? Schlussendlich reichen selbst drei Wochen nicht, um die Highlights Kanadas alle unter einen Hut zu bekommen. Nach einigem Hin und Her, Abwägen und Reiseführer wälzen stand schlussendlich fest: Es wird ein Roadtrip an der Ost- UND der Westküste!

Und so liegt der Fokus zunächst auf den Städten im Osten, bevor es dann für zwei Wochen im Westen raus in die Natur geht. Man könnte es auch als eine klassische Anfängerroute bezeichnen, doch immerhin führt uns diese zu zahlreichen Highlights. Die folgende Karte gibt einen Überblick über die Route und Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke, gleich im Anschluss gibt’s ein paar weitere Infos zur Reisevorbereitung.

Die Route im Detail:

Tag 1-3 | Montréal
Tag 4-5 |  entlang des Sankt-Lorenz-Stroms
Tag 6-7 | Toronto & Niagara Falls
Tag 8 | Calgary
Tag 9-10 | Banff & Yoho National Park
Tag 11-12 | Jasper National Park
Tag 13-14 | Wells Gray Provincial Park
Tag 15 | Whistler
Tag 16-19 | Vancouver Island
Tag 20-21 | Vancouver

MIETWAGEN.

Wer Kanada möglichst auf eigene Faust erkunden und nach seinen eigenen Vorstellungen bereisen will, ist – natürlich vor allem außerhalb der Städte – mit einem Mietwagen bestens aufgehoben. Da für uns keine andere Option in Frage kommt, haben wir uns über die Möglichkeiten des öffentlichen Verkehrs auch gar nicht erst schlau gemacht. Uns jedoch dafür stundenlang durch Mietwagenportale geklickt, Inklusivleistungen studiert und Preise verglichen.

Bei durchdachter Planung der Route ist es etwa gar nicht erst notwendig, für die vollen drei Wochen einen Mietwagen zu nehmen. So lassen sich einige Kosten sparen. In unserem Fall bleiben wir nach Anreise erstmal drei Nächte in Montreal, arbeiten uns dann bis Toronto (samt Exkurs zu den Niagara Fällen) vor und bleiben vor Weiterflug nach Calgary nochmals zwei Tage. Anstelle von vollen sieben Tagen benötigen wir so den Mietwagen in der ersten Woche für gerade mal 48 Stunden. Da der Weiterflug nach Calgary erst abends landet, übernachten wir zunächst in einem nahe gelegenen Airporthotel und nehmen erst am nächsten Tag den Mietwagen entgegen. Am Ende der Reise verbringen wir nochmals zwei (autofreie) Tage in Vancouver, so dass aus zwei Wochen ebenfalls nur zehn Tage werden.

Als hilfreichstes Portal zur Buchung hat sich bei unserer Recherche billiger-mietwagen.de herausgestellt. Bei der Suche lassen sich Angebote direkt nach Zusatzleistungen wie alle Kilometer frei, vollen Diebstahl- und Versicherungsschutz und Zusatzfahrer filtern, zudem ist die Buchung bis 24 Stunden vor Mietbeginn kostenlos. Positiv aufgefallen ist zudem, dass es eines der wenigen, wenn nicht sogar das einzige Portal ist, welches die Kosten für die Einwegmiete, welche vor Ort noch zu begleichen sind, entsprechend ausweist. Durch die Tatsache, dass nicht nur die großen internationalen Ketten sondern auch lokale kanadische Anbieter gelistet sind, sollte die Seite alle wichtigen Anbieter im Überblick haben.

HOTELS.

Kanada ist gerade in den Sommermonaten ein beliebtes Reiseziel. Wenngleich die Hauptreisezeit auf die beiden Sommermonate Juli und August fällt, ist bereits im Juni mit einem regen Touristenaufkommen zu rechnen. Dies schlägt sich auf die Verfügbarkeit und Preise von Hotels nieder. Zwar ist die Auswahl in den größeren Städten durchaus groß, so dass auch kurzfristig noch eine Unterkunft gefunden werden kann, doch ist bei Buchung mit höheren Preisen zu rechnen. In den Nationalparks hingegen ist eine frühzeitige Buchung beinahe ein Muss. Für unseren Roadtrip im Juni recherchierten wir Ende Jänner / Anfang Februar passende Unterkünfte und mussten feststellen, dass vieles schon ausgebucht war. Für Banff und Jasper war beispielsweise auf booking.com und Co kein freies Zimmer mehr zu bekommen, so dass wir einerseits anstelle von Banff auf den Yoho National Park ausweichen und in beiden Fällen klassisch mit einem gedruckten Reiseführer die Hoteltipps durchackerten, um schlussendlich noch ein Zimmer zu finden.

Weit verbreitet ist in Kanada, vor allem natürlich in den Städten, auch airbnb. Gerade in der Vor- und Nachsaison sind hier zentral gelegene Appartements und Zimmer zu unglaublich günstigen Preisen zu bekommen. In der Hauptreisezeit steigen auch hier die Preise deutlich, doch die Auswahl ist eine gute Alternative zu den klassischen Hotels.

Die Hotels und B&Bs entlang unserer Route im Überblick:

– Montreal: Studio Living B&B
– Brockville: Sir Isaac Brook B&B
– Prince Edward County: The Empty Nest B&B
– Toronto: Luxury House in the heart of North York
– Calgary: Wingate by Wyndham Calgary Airport
– Yoho National Park: Truffle Pigs Bistro & Lodge
– Jasper National Park: Bear Hill Lodge
– Wells Gray Provincial Park: Jasper Way Inn
– Whistler: Summit Lodge Boutique Hotel
– Vancouver Island: The Cabins at Terrace Beach & The Craigmyle
– Vancouver: The Burrard

KOSTEN.

Wer die Kosten so gering wie möglich halten möchte, muss vor allem eines: zeitgerecht planen, viel recherchieren und auf sämtlichen Portalen vergleichen. Hilfreich ist es auch, nach Festlegung der Reisedauer und -route die Flugdaten um zwei bis drei Tage zu variieren, um möglicherweise einen günstigeren Flug zu bekommen. So wollten wir ursprünglich freitags fliegen, um den ein oder anderen Urlaubstag zu sparen. Schlussendlich war zwischen Abflug am Mittwoch und Freitag dann aber über € 250,-, so dass wir spontan den Reisezeitraum vorverlegten. Generell erwies sich bei uns rund sechs Monate vor der Reise als geeigneter Zeitpunkt zur Flugbuchung. Für einen Gabelflug München-Montreal-Vancouver-München bezahle wir pro Person inklusive Aufgabegepäck gerade mal € 570,-. Direktflug. Innerhalb Kanadas fliegen mit Air Canada und Air Transat gleich zwei Airlines mehrmals täglich. Wer von der Tageszeit und dem Wochentag einigermaßen flexibel ist, kann – so wie wir – einen Flug schon um etwas mehr als € 100,- ergattern. Für den Koffer kommen da nochmals ca. € 25,- hinzu.

Was Mietwagen, Unterkünfte und Co betrifft, halte ich es wie bei meinem Artikel zu Island: es kommt darauf an. Und zwar auf Dauer, Kategorie und Zeitpunkt der Buchung. Ein Kleinwagen ist logischerweise deutlich günstiger als ein anständiger SUV, ein Drei- oder Viersternhotel wird sich auf die Urlaubskasse anders auswirken als ein Campingplatz. Jeden Tag ins Restaurant oder sich in der Kochnische im Zimmer auch mal selbst versorgen – es hängt vom Budget und den eigenen Präferenzen ab. Auch, was die Aktivitäten in den Städten und Nationalparks betrifft.

Grob überschlagen ist mit einem Direktflug von und nach Kanada, einem Inlandsflug, täglicher Übernachtung in einem Hotel oder B&B, zweimal Mietwagen und sonstigen notwendigen Unterlagen und Buchungen jedoch mit etwa € 2.500,- bis € 3.000,- für drei Wochen zu rechnen. In meinem Fall. Was nicht heißt, das andere nicht entsprechend mehr oder weniger ausgeben können oder wollen.

Kanada | © Mwangi Gatheca, unsplash.com

HILFREICHE ADRESSEN & TIPPS.

Beim Recherchieren, Schmökern und Stöbern nach der passenden Route und den dazugehörigen Tipps für einen Roadtrip quer durch Kanadas Osten und Westen kann man sich schnell vom hundertsten ins tausendste verlieren. So groß ist das Angebot an Websites, zu groß aber auch das Land, um einen raschen Überblick zu bekommen. Gute Anhaltspunkte für meine Planung lieferten jedoch neben den anfangs genannten Lesetipps vor allem auch folgende Seiten:

Nachdem nun seit einiger Zeit also alle Flüge, Fähren, Mietwagen und Unterkünfte gebucht sind, durchforste ich meine Reiseführer, Blogs und Websites nach Tipps für tolle Locations, Stadtviertel, Naturerlebnissen und allem, was man in Kanada so machen und gesehen haben sollte. Solltet ihr also entlang der geplanten Route noch den ein oder anderen Insidertipp für mich haben – ich freue mich über jeden Hinweis in den Kommentaren! Kanada kann nun also endlich kommen…

Fotos: by mwangi gatheca &
Bruno Soares on Unsplash

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