Etwas mehr als drei Monate ist es nun her, dass ich mich von meinem Blog morgenmuffel.in verabschiedet habe und mit individualicious neu gestartet bin. Was sich für mich schon wie eine halbe Ewigkeit anfühlt, ist bei manchen Lesern wohl noch nicht im gleichen Maße verinnerlicht. Seit dem Launch im April wurde ich immer wieder gefragt, ob ich gute Erfahrung mit dem Re-Branding gemacht habe oder den Neustart vielleicht doch bereue. Zeit für ein erstes Resumée und meine Learnings aus diesem Prozess, falls ihr den gleichen Schritt wagen wollt.

Blog-Rebranding: Tipps & Lessons Learned | © individualicious

Die Entscheidung unter neuem Namen zu bloggen ist mir keineswegs leicht gefallen, wie ich in meinem Beitrag zum Launch bereits erzählt habe. Viele Gedanken sind diesem Schritt vorangegangen, immer wieder habe ich die Idee wieder verworfen, um doch wieder dorthin zurückzukehren – und schlussendlich den Relaunch durchzuziehen.

So nervös ich auch war, als ich die letzten Klicks tätigte und nur noch abwarten konnte, wie die große weite Internetwelt auf den neuen Namen und den neuen Blog reagiert, so positiv viel das Feedback aus. Puh! Erleichterung stellte sich ein, als viele von euch den Namen toll fanden und mir zu diesem Schritt gratulierten. Ich beobachtete meinen Posteingang im Sekundentakt, checkte nochmal alle Seiten und Kategorien durch, damit auch ja alles so lief wie es sollte.

Blieb also nur die große Frage: Wie würden sich die Zahlen nach dem ersten „Hype“ (den ich durch ständiges Posten der neuen Site selbst beeinflusste) entwickeln? Wie würden die Leser und Kooperationspartner darauf reagieren? Doch alle Sorgen waren unbegründet. Gerade im ersten Monat legten die Zugriffszahlen kräftig zu und in den Folgemonaten pendelten sie sich auf Normalniveau ein. Die anfängliche Sorge, dass die Zahlen ordentlich in den Keller rasseln und ich zahlreiche Leser verlieren würde, war schlichtweg umsonst. Selbst der Namenswechsel meiner Social Media Accounts verlief reibungslos, einzig auf Instagram musste ich zunächst zwischen zwanzig und dreißig Follower ziehen lassen.

Sofern man also in nur drei Monaten bereits ein Fazit ziehen kann, kann ich nur sagen: Ich bin happy! Ich bin superglücklich mit dem neuen Namen, den ich nun mit einem gewissen Stolz und nicht mehr hinter vorgehaltener Hand kommuniziere. Und auch das Feedback meiner Leser zeigt mir, dass ich den richtigen Weg eingeschlagen habe. Auf die nächsten Monate mit individualicious! ;-)

Blog Rebranding | Lessons Learned

Aus dem ganzen Prozess zum Re-Branding meines Blogs habe ich jedoch so einige Learnings mitgenommen, welche ich gerne an euch weitergeben möchte. Nicht zuletzt deshalb, da viele von euch wohl ähnliche Überlegungen wie ich haben. Ein Re-Branding will nicht nur gut überlegt, sondern vor allem auch gründlich vorbereitet werden.

Name

Die wichtigste Überlegung ist in meinen Augen die Frage, ob ihr unter gleichem Namen weitermachen oder eine neue „Identität“ finden möchtet. Der Vorteil am gleichen Namen ist, dass eure Leser diesen nicht neu lernen müssen und euch leichter wiederfinden. Zugleich kann es aber auch von Nachteil sein, da ihr mit dem alten Namen bereits eine gewisse Marke aufgebaut habt und für Themen steht, die ihr nach dem Re-Branding gar nicht mehr besetzen wollt. Egal wie ihr euch entscheidet – beides ist gut, solange ihr selbst voll und ganz hinter dieser Entscheidung steht und das Bauchgefühl passt.

Entscheidet ihr euch für einen neuen Namen, checkt zunächst ob dieser nicht bereits in irgendeinem anderen Zusammenhang in Verwendung oder gar ein geschützter Markenname ist. Reserviert euch die Domain und alle zugehörigen, relevanten Social Media Channels. Ein entscheidender Aspekt war bei mir im Reisebereich zudem, ob der Name auch international „funktioniert“ oder stark erklärungsbedürftig ist, wie dies beispielsweise bei morgenmuffel.in der Fall war.

Set Up

Die zeitaufwändigste Aufgabe im gesamten Re-Branding Prozess; wer sich – so wie ich – dafür entscheidet, einige Inhalte auf den neuen Blog mitzunehmen. Neben der schier unendlichen Auswahl an passenden Blog-Themes und der individuellen Anpassung ebendessen war es mir wichtig, die Inhalte vom alten Blog nicht einfach zu exportieren und im neuen zu importieren (Tipp: hierfür gibt es eigene Plugins!), sondern alles von Grund auf nochmal neu und sauber aufzusetzen. Bis dato hatte ich beispielsweise kein SEO-Plugin in Verwendung und so musste ich neben der Neuerstellung der mitzuübersiedelnden Artikel und dem Hochladen der Bilder auch alle Artikel noch SEO-optimieren. Darüber hinaus die internen Verlinkungen checken, denn diese sollten natürlich nicht auf die alte Domain zeigen.

Damit euch eure Leser bei einem Re-Branding unter neuem Namen wieder finden, empfiehlt sich meiner Erfahrung nach eine 1:1-Weiterleitung von der alten auf die neue Domain. Nicht nur schickt ihr eure Leser so auf euren Blog weiter, ist eure alte Domain extern verlinkt und ihr verwendet am neuen Blog für übertragene Artikel den gleichen URL-Aufbau, wird der Leser sogar richtig zum jeweiligen Artikel weitergeleitet. Nur eben auf der neuen URL. Die 1:1 Weiterleitung sollte jedoch der allerletzte Schritt im Re-Branding Prozess sein. Dann, wenn alle Kleinigkeiten beachtet sind und ihr tatsächlich startklar seid!

Social Media Accounts

Wechselt ihr den Namen eures Blogs, solltet ihr daran denken auch die Benutzernamen euer Social Media Accounts umzubennen. Das praktische an der direkten Umbenennung ist, dass ihr eure Follower nicht verliert sondern einfach unter neuem Namen in deren Feed auftaucht. Denn registriert ihr neue Accounts mit neuen Namen, müsst ihr zunächst in langwieriger Arbeit eure Follower-Base wieder aufbauen. Macht ihr euch im Web darüber schlau, was es beim perfekten Branding eures Blogs und auch Re-Branding zu beachten gibt, werdet ihr schnell auf die Empfehlung stoßen, eure Social Media Accounts genau so zu benennen, wie euer Blog heißt. Bei mir ergaben sich jedoch zwei Herausforderungen: Zum einen wollte ich meine Social Media Kanäle mehr personalisieren und nicht zu stark von meinem Blog abhängig machen, auch wenn ich damit jeglichen Regeln des erfolgreichen Brandings wiedersprechen würde. Zum anderen ist der Name „individualicious“ schlichtweg zu lang für Twitter und Co. Denn dank Zeichenbegrenzung im Usernamen hätte ich meine Accounts gar nicht wie den Blog benennen können, selbst wenn ich gewollt hätte. Schlussendlich ist das Entscheidenste meines Erachtens aber, dass – wenn ihr schon vom Blognamen abweicht – der Benutzername zumindest auf allen Kanälen gleich ist, damit ihr ohne Probleme gefunden werdet, wenn man nach euch sucht. Bedenkt bei der Wahl eures Blognamens also auch unbedingt die Benutzernamen der Social Media Kanäle mit.

Und noch ein Tipp, welchen ich selbst erst nach dem erfolgten Re-Branding erhalten habe, aber unglaublich wertvoll ist. Sobald ihr den Namen eurer bestehenden Social Media Accounts geändert habt, registriert euch eure alten, bekannten Benutzernamen nochmals neu. Denn: Viele eurer Follower haben gelernt unter welchem Social Media Handle ihr zu finden seid und suchen euch vielleicht genau unter diesem Name wieder. Oder aber externe Seiten linken auf eure Accounts, was entweder ins Leere oder im schlimmsten Fall auf andere Nutzer führen würde, die nun euren Namen in Verwendung haben. Habt ihr die alten Namen neu registriert, macht am besten ein kurzes Posting in welchem ihr auf euren neuen Account hinweist. So stellt ihr sicher, dass man euch auch in Social Media wieder findet.

Referrer, Verzeichnisse & Co

Habt ihr euch angesehen, woher der meiste Traffic auf eurem Blog kommt? Neben der Google Suche, welche ihr am besten durch ordentliches SEO relativ schnell wieder auf die Reihe bekommt, stehen externe Verlinkungen vermutlich hoch im Kurs. Überlegt euch also, ob ihr die wichtigsten Referrer nicht kurz kontaktiert und bittet, die Verlinkung auf die neue URL eures Blogs anzupassen. Sollte in der Regel kein Problem sein und stellt sicher, dass bereits auf externen Seiten der neue Name zu finden ist. Seid ihr Mitglied in Bloggerverzeichnissen oder in Blog-Rankings angeführt? Schickt am besten auch da eine kurze E-Mail hin und bittet um Korrektur des Namens und der URL.

Statistik

(M)ein wichtigster Rat: Macht euch nicht verrückt, wenn eure Zahlen gerade zu Beginn nach unten gehen. Wichtig ist, dass ihr hinter dem Re-Branding steht und mit dem neuen Namen und eurer neuen Ausrichtung glücklich seid. Denn genau das wird sich in euren Artikeln widerspiegeln und ganz von selbst dazu beitragen, dass sich die Zahlen schnell wieder erholen oder gar steigen. Verliert ihr Leser aufgrund des Re-Brandings, gewinnt ihr gewiss in kürzester Zeit wieder neue, die euch zuvor nicht auf dem Radar hatten. Ihr habt es beim alten Blog geschafft, eine Leserschaft aufzubauen? Dann wird euch das beim neuen Blog genauso gelingen. Ebenso wichtig: Schummelt nicht bei Kooperationsanfragen was eure Zahlen betrifft. Erklärt lieber, dass diese gerade etwas unter dem Niveau liegen, da ihr gerade einen Relaunch vollzogen habt und schon bald noch mehr zu erwarten ist. Zahlen sind bekanntlich nicht alles!

Augen zu & durch!

Zu guter Letzt: Augen zu & durch! So oft ihr auch alle Schritte nochmal durchgeht und checkt, ob ihr auch ja nichts vergessen habt. Ein, zwei Kleinigkeiten wird es wohl immer geben, an die ihr nicht gedacht habt oder die vielleicht nicht von Beginn an reibungslos laufen. Sobald ihr alle wesentlichen Schritte vollzogen und alles nochmal mithilfe von Freunden oder Familie gegengecheckt habt, legt los! Ich habe viel über den richtigen Zeitpunkt nachgedacht – soll es genau ein Monatserster sein, ein Wochen- oder Wochenendtag, in der Früh, tagsüber oder abends? Schlussendlich habe ich es irgendwann einfach getan. Als ich gerade Zeit hatte und wusste, dass ich nach dem finalen Klick auch noch Zeit hab, die Entwicklung zu beobachten und reagieren zu können, falls irgendetwas nicht funktioniert. Es gibt nicht DEN richtigen Moment. Und umso länger ihr wartet und alles noch perfekter machen wollt, desto eher wird euch die Freude am Neustart vergehen. Also: toi, toi, toi!

Plant ihr selbst gerade einen Relaunch/ein Rebranding eures Blogs & habt Fragen? Hinterlasst mir doch einfach einen Kommentar!

Für mich waren die ersten drei Monate individualicious super spannend & haben unglaublich Spaß gemacht. Doch wie sieht’s bei euch aus? Gefällt euch mein neuer, alter Blog und wie findet ihr die Usability und die Themen? Ich würde mich freuen, wenn ihr bei meiner Leserbefragung (Dauer: ca. 5 Minuten) mitmacht und mir eure Meinung verrät. Nur so kann ich individualicious für euch verbessern! Danke <3

Leave A

Comment