Als wir Mitte Dezember den Flug auf die Lofoten gebucht hatten, folgte das was den meisten meiner Reisen vorangeht: stundenlanges Stöbern im Netz, um mich inspirieren zu lassen und den ein oder anderen (Geheim-)Tipp für die Reise zu entdecken. So entdeckte ich auch die beeindruckenden Bilder von Alex Conu auf Instagram. Über die Wochen bis zur Reise hinweg bestätigte mitunter sein Fotostream wiederholt die Entscheidung unseren diesjährigen Urlaub im hohen Norden zu verbringen.

Es war etwa zwei Wochen vor Abflug, als ich unter einem Bild mit Alex ins Gespräch kam und er – auf den ersten Blick wohl mehr scherzhaft – einen Foto-Workshop mit ihm für unseren Aufenthalt vorschlug. Der Gedanke setzte sich sofort in meinem Kopf fest und zwei Kommentare und drei E-Mails später war der gemeinsame Tag fixiert.

Alex ist gebürtiger Rumäne, Profifotograf und mehrfach ausgezeichnet. Als er vor rund zweieinhalb Jahren mit seiner Frau den Urlaub auf den Lofoten verbrachte, fand er sofort Gefallen an den Inseln und entschied, seinen Lebensmittelpunkt hierhin zu verlegen. Seit etwas mehr als einem Jahr wohnt Alex nun mit seiner Frau in Reine, machte sich innerhalb kurzer Zeit mit seinen Northern Light-Touren einen Namen und ist bis heute der einzige professionelle Fotograf auf den Lofoten.

Alex Conu Photography
www.alexconu.com
@alexconu

Bei Buchung des Workshops (Kosten: NOK 2.500,-, also knapp € 300,-) erzählt man Alex am besten gleich welche Wünsche man an den gemeinsamen Tag stellt, so dass er sich vorab darauf einstellen kann. Am Workshoptag selbst holt uns Alex von unserer Unterkunft ab und nimmt uns mit auf eine Tour in den südlichen Teil der Lofoten. Das tolle an diesem Workshop: Neben Tipps vom Profi, was Fotografie, Kameraeinstellungen und Bildbearbeitung betrifft, führt Alex uns zugleich an sehenswerte Locations der Inseln, gibt Tipps für Touren und Ausflüge und zeigt uns Zustiege für Wanderungen, die ohne Erklärung nur schwer zu finden wären. Zudem plaudert er aus dem Nähkästchen, was das Leben auf den Lofoten sowie die Einheimischen betrifft.

Wir starten unseren Tag zunächst in Reine. Auf dem Weg dorthin will Alex wissen, welche Erfahrungen ich mit der Fotografie und welche Wünsche ich an den Tag habe. Als wir im Café sitzen, beschäftigen wir uns zunächst mit den wichtigsten Einstellungen der Kamera, gefolgt von einem kurzen Crashkurs in Lightroom. Mein größtes Manko bislang: Obwohl ich wusste, dass es besser wäre im RAW-Format zu fotografieren, setzte ich bislang aus Mangel an Erfahrung immer auf JPEG und bearbeitete meine Bilder zudem in Photoshop statt Lightroom – ebenfalls aus Mangel an Kenntnissen. Eine kurze Einführung in das Bildformat und die Bildbearbeitung später, bin ich sofort überzeugt von den Möglichkeiten die sich dank RAW und Lightroom bieten, so dass dieser Teil des Workshops in jeden Fall ein Erfolg ist.

Fotoworkshop auf den Lofoten | © individualiciousFotoworkshop auf den Lofoten | © individualicious

Nach der rund einstündigen Theorie, bei der Alex immer wieder eigene Bilder als Beispiele zeigt und mich durch die wichtigsten Einstellungen in Lightroom führt, folgt die Praxis. Wir spazieren noch ein wenig durch Reine und üben erste Tricks für den richtigen Bildausschnitt. Anschließend geht’s weiter bis an den südlichsten Ort der Lofoten, Å, wo wir zugleich noch Alex’ Frau kennenlernen. Auf dem Weg zurück in den Norden halten wir nochmals bei Reine, um selbst einen der vielen „Iconic Shots“ des malerischen Fischerdorfes festzuhalten und Alex gibt Tipps, wie aus einem 08/15-Landschaftsschnappschuss noch mehr aus dem Bild herausgeholt werden kann. Wir fahren weiter, stoppen für den zweiten „Iconic Shot“ bei Hamnøy und wärmen uns mit dem typischen Gericht „Bacalao“ im Restaurant. Den Nachmittag verbringen wir überwiegend entlang kleiner Küstenstraßen, wo wir immer wieder stoppen, um das Fotografieren bei den rasch wechselnden Lichtverhältnissen zu üben. Alex nutzt dabei immer seine eigene Pocketkamera, um zu zeigen, wie er den Bildausschnitt und die Einstellungen wählt und ist für Fragen jeglicher Art offen. Wir beenden den Workshoptag am Hauklandsstranda, wo wir letzte Fragen klären und gleich noch wertvolle Tourentipps mit auf den Weg bekommen.

Was bleibt sind wertvolle Tipps und Tricks, die man zum Teil vielleicht schon mal gehört, aber sich bislang nicht bewusst verinnerlicht hat. Die Mischung aus Theorie und Praxis ist in meinen Augen besonders wertvoll, da neben Kameraeinstellungen eben auch einige Zeit der Bildbearbeitung am PC gewidmet wird und somit von der richtigen Aufnahme bis zum fertig bearbeiteten Bild alle Aspekte abgedeckt werden. Ich kann den Foto-Workshop mit Alex nur voll und ganz empfehlen, wenn ihr Lust habt, eure Kenntnisse weiterzubringen und zugleich mit einem Local auf den Lofoten unterwegs zu sein. Egal ob Anfänger oder Fortgeschritten, Alex passt sich euren individuellen Bedürfnissen und Wünschen an und bringt euch neben der Fotografie auch gleich noch die Landschaft und das Leben auf den Lofoten näher. Der Preis für den Workshop ist mehr als fair, immerhin waren wir mehr als zehn Stunden unterwegs und hätte das Wetter mitgespielt, hätten wir noch eine kleine Tour zum Festhalten der Mitternachtssonne unternommen. Absolute Empfehlung!

Fotoworkshop auf den Lofoten | © individualiciousFotoworkshop auf den Lofoten | © individualicious

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