Zum wiederholten Male in einer Stadt zu sein, kann durchaus seine Vorteile haben. So kann man etwa die typisch touristischen Sehenswürdigkeiten getrost links liegen lassen und sich anderen Ecken einer Stadt widmen. Genau deshalb bin ich auch immer wieder gerne in Berlin. Bereits bei meinem ersten City-Trip vor rund 6 Jahren habe ich alle relevanten Sehenswürdigkeiten wie Potsdamer Platz, Brandenburger Tor, Checkpoint Charlie, Alexanderplatz und Co abgeklappert, so dass ich seitdem nur noch zufällig daran vorbeilaufe. Und mal ehrlich: Ganz vermeiden lässt sich dies in Berlin ohnehin nicht. Früher oder später kommt man garantiert wieder an einem dieser markanten Punkte vorbei.

So auch vergangenes Wochenende, als ich nach drei intensiven Tagen auf der ITB das frühlingshafte Wetter nutzte, um mich ohne großartigen Pläne vom Treiben in der Stadt mitreißen zu lassen. Wo dies besonders gut gelingt? Hier ein paar Tipps in der Übersicht:

Es ist wie es ist: Der Prenzlauer Berg ist eine angesagte Ecke in Berlin. Rund um die Schönhauser und Prenzlauer Allee, Oderberger Straße und Kastanienallee lässt es sich hervorragend bummeln und flanieren. Beinahe Tür an Tür reihen sich individuelle, kleine Läden und coole Cafés. Man sollte also ausreichend Zeit für eine Shoppingtour mit kulinarischen Zwischenstopps einplanen. Eine spezielle Empfehlung auszusprechen ist an dieser Stelle kaum notwendig; einfach durch die Straßen ziehen und den kunterbunten Mix an jungen Labels, kreativer Mode, Accessoires und Interieur-Sachen auf sich wirken lassen. Der ein oder andere Glücksgriff findet sich hier wie von selbst.

Zwischendurch lässt es sich in den vielen Cafés wunderbar einen Kaffee in der Sonne genießen. Aber keine Sorge – die Läden sind meist im Innenbereich einen Besuch wert, so dass es auch bei schlechtem Wetter genügend Auswahl gibt. Wer beispielsweise die deutsche Ladenkette „Kauf dich glücklich“ kennt und liebt, wird sich im „Kauf dich glücklich“-Café in der Oderberger Straße bestimmt ebenso wohlfühlen. Neben Kaffee, Säften und frischen Waffeln kann hier so nebenbei noch das ein oder andere Accessoire für die eigenen vier Wände erstanden werden.

Besonderer Tipp: Immer samstags findet von 9-16 Uhr am Kollwitzplatz / Ecke Wörther Straße ein Wochenmarkt statt. Hier gibt es neben Produkten von regionalen Bauernhöfen sowie kleinen Snacks ein buntes Angebot an zum Teil handgemachten Produkten junger, heimischer Labels. Gelegen inmitten kleiner Läden und Cafés, ist hier vor allem das Ambiente empfehlenswert. Wer dem Wochenmarkt lieber einen Flohmarkt vorzieht, sollte am Wochenende und an Feiertagen auf die Museumsinsel, wo zahlreiche Stände zum Stöbern in mehr oder weniger antiken Waren einladen.

Erst wenige Tage alt ist die Berliner Niederlassung der 25hours Hotelkette. Im 25hours Bikini Berlin am Tiergarten lässt es sich gewiss fabelhaft wohnen. Blick auf den Zoo und Dschungelfeeling in den Zimmern inklusive. Wer so wie ich nur zu Besuch ist, lässt sich am besten in der Monkey Bar nieder. In der 10. Etage wartet ein gemütlicher Lounge-Bereich sowie eine etwas kleine und deshalb heiß begehrte Sonnenterrasse. Neben einer ziemlich abwechslungsreichen Getränkekarte gibt es für Gäste der Monkey Bar zudem ein paar ausgewählte Gerichte aus dem ebenfalls im 10. Stock liegenden NENI-Restaurant. Tipp: Die Hühnerbrust in Mandelkruste mit Süßkartoffel-Pommes schmeckt unglaublich lecker! Aber auch die anderen Snacks können sich – wie im Hause NENI üblich – sehen lassen. À propos: Wer in den Genuss der vollen, kulinarischen Bandbreite des NENI kommen möchte, reserviert besser frühzeitig einen Tisch. Denn schon kurz nach Eröffnung kann man hier wohl kaum von Gästemangel sprechen.

Absolut empfehlenswert für eine Erkundungstour abseits der touristischen Pfade und üblichen Fußwege ist es, sich an einer der zahlreichen DB Call a Bike-Stationen ein Rad zu leihen und damit die Gegend unsicher zu machen. Ob einmal quer durch den Tiergarten, entlang der Spree oder einfach ein paar Kilometer aus der Stadt raus: zwei Räder sind eine günstige und komfortable Variante, Berlin von einer anderen Seite zu entdecken.

Ein guter Tipp für den kulinarischen Ausklang des Tages ist der kleine Laden „Lebensmittel in Mitte“. Lebensmittelladen und Restaurant zugleich, gibt es beinahe den ganzen Tag gut-bürgerliche Küche auf hohem Niveau zu einem fairen Preis. Die Einrichtung des Laden-Restaurants strahlt Gemütlichkeit aus, das Personal ist überaus freundlich. Meine rosa-gebratene Entenbrust mit Steinpilzrisotto und Birnenconfit würde ich in jedem Fall ohne Zögern weiterempfehlen. Übrigens: Wer typisch österreichische Küche sucht, wird hier ebenfalls fündig. Neben dem klassischen Wiener Schnitzel stehen beispielsweise Käsespätzle und Kaiserschmarrn auf der Karte.

Nächtigungstipp gefällig? In unmittelbarer Fußnähe zu den Läden und Cafés am Prenzlauer Berg sowie direkt neben der ehemaligen Brauerei Bötzow liegen die Schoenhouse Studios. Die 33 Studios, größtenteils mit Balkon oder Dachterrasse, punkten nicht nur durch die Lage; auch die Zimmer und der Preis an sich können sich sehen lassen. Großzügig geschnitten, mit Holzparkett, Sitzecke und Küchenzeile, strahlen die Studios einen Hauch französischen Charme aus. Neben dem Rezeptionsbereich laden große Holztafeln morgens zu einem ausgiebigen Frühstück, tagsüber zu einer Tasse Kaffee oder abends zu einem gemütlichen Glas Wein ein. Doch dazu bald mehr…

Leider erneut auf der Strecke geblieben ist an diesem Wochenende ein Besuch der Tempelhofer Freiheit, dem ehemaligen Flughafen Berlin Tempelhof. Neben dem Flughafenfeld, welches nun für Spaziergänge, Picknicks, Sport oder sonstige Aktivitäten genutzt werden kann, ist auch die geführte Besichtigung des Flughafengebäudes nach wie vor möglich. Doch davon gibt’s sicher bald bei Anita mehr zu lesen.

Berlin | © individualicious Berlin | © individualicious Berlin | © individualicious Berlin | © individualicious Berlin | © individualicious Berlin | © individualicious

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Comment

Ich bin mal gemein und hinterfrage das "abseits". Schöner Bericht, aber alles andere als abseits touristischer Pfade.
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    13/03/2014
    Gut, da mag ein Einheimischer wohl einen anderen Blick drauf haben. Fand es eigentlich nicht touristisch. Andere Definition wäre: fernab der Sehenswürdigkeiten ;)
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      13/03/2014
      Das stimmt auf jeden Fall und dabei lasse ich es denn auch !
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13/03/2014
Schöner Artikel und ich werde bei meinem nächsten Besuch sicher mal ein paar Sachen austesten, die du hier empfohlen hast. Die Flughafenführung wollte ich vor ca. 1 Monat auch machen, leider waren wir ziemlich kurzfristig dort und haben dann den Treffpunkt auf die Schnelle nicht gefunden, also sind wir einfach etwas auf der Anlage spazieren gegangen. Ein Besuch lohnt isch bei schönem Wetter auf jeden Fall!
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    13/03/2014
    Ich denke auch, dass die Buchung der Führung vorab wohl empfehlenswerter ist. Aber man muss es so sehen: So hat man für's nächste Mal Berlin schon wieder was am Plan ;)
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20/03/2014
http://blog.goeuro.de/unpacking-travel_de_17/ Mich hat das "abseits" auch gefangen genommen :P
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    20/03/2014
    Haha, ja ich habe schon mitbekommen, dass die Formulierung für Diskussionspotential sorgt. Ich hab mich da wohl etwas ungeschickt ausgdrückt ... die touristischen Pfade bezogen sich bei mir vor allem auf die klassischen Sehenswürdigkeiten. Dass Prenzlauer Berg allseits beliebt ist, lässt sich ja nicht abstreiten ;)
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Janni
27/03/2014
Für Berlin ist das mittlerweile gentrifiziertes Gebiet, besiedelt von Hipstern, Yuppies und ihren Bionade-Kindern. Für den ganzen Rest der Republik (und Österreich ;) ist dagegen noch der spannende, kreative und unkonvetionelle Flair zu spüren, der Berlin von anderen Städten abhebt. Das war mal besonders kurz nach der Wende alles noch mehr Boheme, aber schön bleibt es ja trotzdem. Wo jetzt die wirklichen aktuellen Hot Spots in Berlin sind, kann ich übrigens selbst nicht beantworten.
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    28/03/2014
    Ja so mag es wohl sein :)
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