So kurz vor den Feiertagen komme selbst ich so langsam in Weihnachtsstimmung. Grund genug, euch mit auf einen Spaziergang über den Nürnberger Christkindlesmarkt zu nehmen. Immerhin zählt der Nürnberger Christkindlesmarkt mitunter zu den bekanntesten und traditionellsten Weihnachtsmärkten Deutschlands. Oder gar darüber hinaus. Kein Wunder also, dass die Stadt gerade an den Adventwochenenden rappelvoll ist und es an manchen Stellen kein Durchkommen mehr gibt.

Die Tradition des Nürnberger Christkindlesmarkt führt bis ins 16. Jahrhundert zurück, was den Markt zu einem der ältesten Weihnachtsmärkten in Deutschland macht. Die Qualität des Marktes wird groß geschrieben, vor allem die ausschließlich in Holz gehaltenen Stände sorgen für ein einheitliches Erscheinungsbild. Und auch bei den angebotenen Produkten scheint man seitens der Veranstalter ein Auge auf das Angebot zu haben. Den lieblosen Kitsch und Plastikramsch vieler anderer Märkte sucht man hier vergeblich. Im Angebot befindet sich traditioneller, oft handgemachter Weihnachtsschmuck, Holzspielzeug statt Plastikwaren, sowie regionale Köstlichkeiten wie etwa Nürnberger Lebkuchen.

Traditionell ist auch die feierliche Eröffnung des Christkindlesmarktes am letzten Freitag vor dem 1. Advent durch das Nürnberger Christkind. Aufzeichnungen darüber gehen bis ins Jahr 1933 zurück. Damals eröffnete noch eine Schauspielerin als Christkind, von zwei Rauschgoldengeln begleitet, den Christkindlesmarkt. Mittlerweile wird das Amt des Christkinds jedoch regelmäßig neu vergeben. Für die ehrenvolle Aufgabe können sich interessierte Nürnbergerinnen alle zwei Jahre bei der Stadt Nürnberg bewerben, infolge heißt es dann neben der Eröffnung regelmäßige Marktbesuche und offizielle Termine wie etwa in Kinder- und Seniorenheimen wahrzunehmen.

Neben dem Hauptmarkt und einem Weihnachtsmarkt für Kinder findet alljährlich am Rathausplatz zudem der Markt der Partnerstädte statt. Gleich dreizehn Städtepartnerschaften und freundschaftliche Verbindungen mit acht Komunen hat die Stadt Nürnberg, weshalb der Markt der Partnerstädte eine beachtliche Größe aufweist. Atlanta, Córdoba, Glasgow, Nizza, Santiago de Cuba und Prag sind nur ein kleiner Auszug an Nationen, welche sich auf diesem Markt wiederfinden.

Im Handwerkerhof, durch Fachwerkshäuser mit kleinen Geschäften, Werkstätten und Wirtshäusern eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Nürnberg, können Besucher ab Ende November eine Krippenausstellung besuchen. Verschiedene Krippenthemen stellen die Weihnachtszeit und die Geburt Christi vielfältig dar, die Ausstellung umfasst Exponate aus unterschiedlichen Ländern dieser Welt. Persönlicher Favorit – wie kann es auch sein – ist natürlich die toskanische Krippe.

Noch bevor ich überhaupt nach Nürnberg reiste, wurden mir zwei typisch regionale Köstlichkeiten von mehreren Seiten empfohlen: traditioneller Nürnberger Lebkuchen und 3 im Weggla. Da Lebkuchen ohnehin zu meinen liebsten Keksen zählen, musste ich diese natürlich ausprobieren. Speziell ist am Nürnberger Christkindlesmarkt nicht nur die Vielfalt an Ständen, welche Lebkuchen verkaufen. Vielmehr gibt es hier den so genannten Elisenlebkuchen, also Lebkuchen ohne Mehl. Schmeckt!

Nicht minder bekannt sind die Nürnberger Rostbratwürste. Man kommt bei einem Spaziergang durch die Stadt nicht umhin, die vielen Gasthöfe zu entdecken, welche voll und ganz auf die typisch regionalen Bratwürste eingestellt sind – viele Lokale verfügen zudem direkt über einen Straßenverkauf für den schnellen Imbiss zwischendurch. Aber auch am Christkindlesmarkt selbst kommt man nicht an den vielen Ständen vorbei, welche „3 im Weggla verkaufen“. Dabei handelt es sich um drei Nürnberger Rostbratwürste in einer Semmel. Und macht bloß nie den selben Fehler wie ich und genehmigt euch ein 3 im Weggla mit Ketchup statt mit Senf. Schneller könnt ihr euch gar nicht als Touristen outen ;).

Habt ihr Lust, euch das Treiben am Nürnberger Christkindlesmarkt von oben anzusehen? Dann solltet ihr auf die Empore der direkt am Hauptmarkt gelegenen Frauenkirche. Über eine Wendeltreppe geht es im Inneren der Kirche zum Chor hinauf. Auf der Empore wartet nicht nur ein guter Überblick auf die leuchtenden Stände des Christkindlesmarkts, hier oben erhält man auch einen Eindruck jener Perspektive, von der aus das Nürnberger Christkind alljährlich den Christkindlesmarkt feierlich eröffnet.

Christkindlesmarkt Nürnberg | © individualiciousChristkindlesmarkt Nürnberg | © individualiciousChristkindlesmarkt Nürnberg | © individualiciousChristkindlesmarkt Nürnberg | © individualiciousChristkindlesmarkt Nürnberg | © individualicious

Hinweis

Vielen Dank an die Congress- und Tourismus-Zentrale Nürnberg, welche diese Reise unterstützt hat. Die in diesem Artikel wiedergegebene Meinung beruht auf meinen eigenen Erfahrungen und Eindrücken und wurde in keinster Weise beeinflusst.

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30/11/2014
Wäre schön wenn es in English wäre. Zu lang zu übersetzen die kein Deutsch können.
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