Genua ist die Hauptstadt der italienischen Region Ligurien und wichtige Hafenstadt. Ab Genua verkehren viele Kreuzfahrt- und Frachtschiffe. Zeitraum der Reise: Juni 2013.

Die Anreise nach Genau erfolgt über den Flughafen Cristoforo Colombo oder per Zug über Mailand. Von Tirol aus ist Genua in etwa 5 Stunden zu erreichen.

B&B Quarto Piano
Piazza di Pellicceria, 2/4
16123 Genua, Italien
www.quarto-piano.it

Genua – wirkliche Erwartungen hatte ich an die ligurische Hafenstadt bis vor meinen Urlaub nicht, vielmehr waren meine Vorstellungen geprägt von den wenigen Bildern, welche man aus Magazinen, Filmen und dem Internet kannte. Und dann war da natürlich noch der Glaube, Genua hätte wie alle anderen italienischen Städte auch dieses einzigartig Lebensgefühl. Es waren mitunter die Berichte von Elke (Nr. 1 und Nr. 2), welche mich schlussendlich mehr als neugierig machten und meine Vorfreude auf die Hauptstadt Liguriens weckten.

Die Bilder von Genua sind geprägt von einem der wichtigsten Mittelmeerhäfen und einer Stadtautobahn, welche sich auf „Stelzen“ entlang der Altstadt am Hafen schlängelt. Zwar an sich kein schöner Anblick, doch immerhin bleibt dadurch die historische Altstadt vom Stadtverkehr verschont. Und so ist es genau dieses Bild, welches meine Ankunft in Genua prägt. Überraschend dabei, dass sich der Berufsverkehr in den Abendstunden in Grenzen hält und man zügig vorwärts kommt. Schnell ist die vom B&B empfohlene ‚Garage Olimpo‘ gefunden, welchen ihren Namen nicht ganz zurecht trägt. Irritierend ist dabei jedoch vielmehr, als man uns den Autoschlüssel abnimmt und anstelle dessen einen Beleg in die Hand drückt, der die Übernahme unseres Autos bestätigt. Immerhin ist der Platz spärlich, im Fall der Fälle muss ähnlich eines Tetris-Spiels das ein oder andere Auto umgeparkt werden. Ein mulmiges Gefühl bleibt, doch wir setzen auf den guten Ruf und die persönliche Empfehlung durch unsere Vermieterin.

Die wenigen Gehminuten zum B&B Quarto Piano (Tipp!) inmitten der Altstadt geben einen ersten Eindruck in das – typisch italienisch anmutende – Leben. Eifriger Trubel in den Gassen, vereinzelt Touristen mit Kameras und Stadtplan … und doch wirkt Genua auf den ersten Blick weniger belebt als so manch andere italienische Stadt. Als es gegen 20 Uhr heißt, ein Ristorante nicht allzu weit weg zu finden, wendet sich jedoch der Eindruck. Die Gassen in der Altstadt sind menschenleer, kaum noch offene Läden oder Bars zu finden. Und auch die Suche nach einem Restaurant gestaltet sich als unerwartet schwierig. Schlussendlich landen wir im modern-eingerichteten Chichibio, ein guter Tipp für innovative-italienische Küche.

Was jedoch schon auf dem Weg zum Restaurant aufgefallen war, bestätigt sich zu späterer Stunde umso mehr. Waren es zuvor zwei scheinbar mitten in ‚Verhandlungen‘ steckende Personen, welche in einer dunklen Gasse erschrocken aufblickten als wir vorbei spazierten, konnten wir auf dem Rückweg einen Straßenhändler kaum abschütteln. Wie es der Zufall so wollte, kreuzten sich unsere Wege keine fünf Minuten später erneut und ein wiederholtes ‚Nein‘ sollte dieses Mal nicht ausreichen, um ihn loszuwerden. Mit blutunterlaufenen Augen und einem Ausdruck als könne er seine Umgebung ohnehin nicht mehr wahrnehmen, rückte er mir regelrecht auf die Pelle und ließ sich selbst von meiner männlichen Begleitung nicht abbringen, uns nachzulaufen. Auch ansonsten stießen wir kaum nie auf die üblichen Italiener, die zu später Stunde noch einen passeggiata machten. Vielmehr waren es Charaktere, die einen die Tasche enger an sich drücken ließen.

Warum auch immer, mit Genua wurde ich nicht warm. Es wirkte auf mich trist, noch nie zuvor hat mich ein bedrohliches Gefühl begleitet, wenn ich durch italienische Straßen ziehe. Doch Genua wirkt anders als andere Städte Italiens. Selbst tagsüber bleibt das typisch italienische Treiben auf den Straßen aus, es gibt wenige Gassen zum Bummeln und Flanieren. Und so zwiespältig wie meine Erlebnisse und Eindrücke in der ligurischen Hauptstadt waren, so diffus sind auch die Meinungen über die Stadt auf Twitter (hier nachzulesen). Nichtsdestotrotz hat Genua eine interessante Architektur und ein paar schöne Gassen, Aussichtspunkte und Plätze, welche ich euch nicht vorenthalten möchte.
 
Genua | © individualiciousGenua | © individualiciousGenua | © individualiciousGenua | © individualicious

Aus diesem Grund hier meine Tipps für Genua:

  • Die Via Garibaldi ist nicht nur ein Gässchen mit historischen Bauwerken inmitten der Altstadt, seit 2006 gehört sie auch mit ihren Palästen zum UNESCO-Weltkulturerbe.
  • Der Hafen von Genua, egal ob touristisch oder logistisch, ist ein Dreh- und Angelpunkt im Mittelmeerraum. Täglich kann man hier Frachter, Kreuzfahrtschiffe und Yachten kommen und gehen sehen. Im Vieux Port von Genua befinden sich zudem einige Restaurants, welche auch bei den Touristen sehr beliebt und gut besucht sind.
  • Eine Fahrt mit einem der vielen Ascensori ist nicht nur an sich schon ein Highlight, sondern führt an manchen Stellen zu wunderbaren Aussichtsplattformen über die Stadt. Von der Piazza Portello führt der Ascensore della Spianata Castelleto zur Aussichtspromenade Belvedere L. Montaldo / Castelletto. Aufzüge und Lifte zählen in Genua zu den öffentlichen Verkehrsmitteln und sind mit einem einfachen Busticket vom Kiosk zu benützen.
  • Das B&B Quarto Piano ist ein wunderbarer Ausgangspunkt für einen Aufenthalt in Genua. Gelegen inmitten der Altstadt, wartet hier eine luxuriöse Unterkunft mit modernen Zimmern, Dachterrasse samt Hot Pot und einer äußerst liebenswerten Hausherrin, die für jeden Tipp bereit steht. Doch dazu bald an anderer Stelle mehr.

Genua | © individualicious

Genua – vielleicht sollte ich dir eine zweite Chance geben!? Was sind eure Erfahrungen mit der ligurischen Hauptstadt? Wie hat es euch gefallen?

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Comment

10/07/2013
Danke dir, liebe Mela, für die Erwähnung! Mit hat es in der Tat sehr gut gefallen in Genua. Für mich eine echte Hafenstadt, die nicht aus dem Ei gepellt erscheint (wie etwa Bremerhaven, wo ich am Wochenende war). In Italien merkst du die Krise wesentlich mehr. So wollen die Genueser z.B. die Stelzenstraße, ein Relikt aus den 60ern, unterirdisch verlegen. Wann, ist die Frage. In meiner Heimatstadt Düsseldorf hat man so einen Tausendfüßler gerade abgerissen, sehr zum Bedauern vieler. :-) Aber du hast Recht, Genua ist anders als viele Städte in Italien. Für mich wirkt es dadurch noch interessanter. Allerdings habe ich auch keine so schlechten Erfahrungen gemacht wie ihr! LG, Elke
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    10/07/2013
    Liebe Elke - zunächst: gerne. Denn du hast mit deinen Berichten tatsächlich meine Vorfreude auf Genua gesteigert. Wir hatten ja schon auf Twitter diskutiert zu diesem Thema. Und hier spielt sicher die subjektive Wahrnehmung eine wesentliche Rolle und wer weiß, sollte ich je wieder nach Genua reisen, bin ich das nächste Mal vielleicht auch begeistert!? "Echte" Hafenstadt, die nicht aus dem Ei gepellt ist ... Hm, das war für mich Lissabon bspw. auch, vielleicht sind einfach diese "echten" Hafenstädte nichts für mich? Denn auch Lissabon hat bei mir nicht den Eindruck hinterlassen, den ich mir erwartet hatte. Barcelona wiederum spielt da sicher in einer anderen Liga und ist mit diesen beiden Städten wieder nicht vergleichbar. Ich bin ja nun gespannt auf Triest, das auch auf meiner "Wunschliste" für die nahe Zukunft steht. Vielleicht kann mich diese italienische Hafenstadt wiederum überzeugen? Liebe Grüße, Mela
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    10/07/2013
    PS - Ich habe noch vergessen anzumerken, dass Lissabon mir aber - trotz allem - dann besser gefallen hat als Genua. Um nochmal auf die "echten" Hafenstädte zurück zu kommen ...
    Antworten
11/07/2013
Lissabon ist eine meiner Lieblingsstädte! Sie hat wirklich von allem etwas, aber ich habe sie gar nicht unter Hafenstädte verbucht. ;-) Triest ist sehr speziell, da aus drei Ländern beeinflusst. Tolle Lage, ich muss da mal wieder hin. Sehr sympathisch: die Vorliebe der Triester für Prosecco :-) Viel Spaß dort!
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