Rhodos liegt in der südöstlichen Ägäis und ist dank der Wetterbeständigkeit auch im Herbst noch ein lohnenswertes Ziel für einen Sommerurlaub. Mit Rhodos Stadt, der „weißen Stadt“ Lindos, sowie zahlreichen Buchten lädt Rhodos gleichermaßen zum Insel-Sightseeing als auch zum entspannten Nichtstun ein. Zeitraum der Reise: Oktober 2017.

Etwa 2,5 bis 3 Stunden dauert der Flug nach Rhodos ab Innsbruck. Die Weiterfahrt ins Hotel dauert je nach Urlaubsort in etwa eine halbe Stunde.

Casa Cook Rhodes
European Union Street
Kolymbia 851 02, Rhodos, Griechenland
www.casacook.com

Lesetipp: zur Hotel-Review auf individualicious

Nach Mallorca und Apulien in den letzten Jahren wusste ich, dass es sich als gute Idee bewährt hatte, den Sommer im Herbst noch ein klein wenig zu verlängern und zumindest für eine Woche in den Süden zu flüchten. Und so war dank eines Direktflugs ab Innsbruck mit Rhodos in diesem Jahr schnell mein Ziel gefunden. Ohnehin kristallisieren sich griechische Inseln für mich als perfektes Reiseziel heraus, wenn Erholung und Entspannung im Vordergrund der Reise stehen sollen. Klein genug, um nicht von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten hetzen zu müssen und groß genug, um sich neben all den Stunden am Strand auch noch anderweitig die Zeit vertreiben zu können.

Mit dem Casa Cook Rhodes hatte ich in guter Lage die perfekte Ausgangsbasis für eine spätsommerliche Woche in der Ägäis gefunden. Eine kleine Oase am Fuße des Tsambika Mountain, fernab von sonstigem Urlaubstrubel und nur wenige Gehminuten vom Meer entfernt. Dank der Tatsache, dass jedes Zimmer über eine direkten Poolzugang mit eigener kleiner Terrasse verfügt, ließ es sich im Casa Cook entspannt die Seele baumeln und die Sonne auf den Bauch scheinen. Gar nicht so einfach, sich hier loszureißen, um die Insel zu erkunden.

Doch gibt es auf Rhodos ausreichend Ausflugsziele, die erkundet werden wollen, allen voran natürlich die Inselhauptstadt. Mit knapp 50.000 Einwohnern ist die Stadt Rhodos eine überschaubare Kleinstadt, unterteilt in die historische Altstadt und moderne Neustadt. Bietet der moderne Teil mit den gängigen Marken vor allem die Möglichkeit für einen ausgiebigen Shoppingbummel, ist die Altstadt aber das eigentlich lohnenswerte Ziel in Rhodos. Vollständig von einer Stadtmauer umschlossen, zählt sie seit 1988 zum UNESCO Weltkulturerbe. Verwinkelte Gassen schlängeln sich durch die Altstadt, in der touristischen Odos Sokratou reiht sich ein Souvenirladen an den nächsten. Die beliebte Einkaufsstraße reicht von der Süleyman-Pascha-Moschee bis zur Platia Ippokratou, tagsüber ist sie voll mit Tagestouristen. Es lohnt sich die Hauptwege zu verlassen und durch ruhigere Gassen zu bummeln. Nicht nur bekommt man so einen Eindruck, wie die Bewohner von Rhodos Stadt leben, vielmehr gibt es immer wieder kleine Innenhöfe zu entdecken, die oftmals auch als Restaurant genutzt werden.

Auch am Hafen herrscht touristisches Treiben, immer wieder legen Kreuzfahrtschiffe an und spucken zahlreiche Tagesurlauber aus, zudem starten hier viele Bootsausflüge – etwa in das südlicher gelegene Lindos oder die lohnenswerte Nachbarinsel Symi.

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Den Weg zurück von Rhodos Stadt nach Kolymbia nutze ich für einen Abstecher an den Kallithea Beach. Bekannt ist der Ort Kallithea vorrangig für das Thermalbad aus dem 20. Jahrhundert. Doch auch heute ziehen die Kallithea Springs noch zahlreiche Gäste an, für € 3,- Eintritt kann die orientalisch inspirierte Anlage besucht werden. Vor allem das Wellnessangebot und die Möglichkeit zum Tauchen machen die Bucht zu einem der beliebtesten Ziele der Insel.

Selbst wer keinen Besuch der Kallithea Springs einplant, sollte zumindest die angrenzende Bucht Kallithea Beach für eine kurze Abkühlung ansteuern. Die felsige Bucht und die darauf verstreuten Strandliegen sorgen für ein besonderes Ambiente. Die Bucht selbst punktet mit kristallklarem Wasser und ist dank der eingebetteten Lage meist auch nahezu windstill.

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Nur wenige Kilometer weiter südlich liegt die Vagies-Bucht, besser bekannt als Anthony Quinn Bay. Ihr wird nachgesagt, eine der schönsten Buchten der Insel zu sein. Schön ist sie zweifelsohne, und doch konnte mich der Kallithea Beach ein wenig mehr überzeugen. Den Namen verdankt die felsige, relativ naturbelassene Bucht der Legende nach einem Besuch des Schauspielers Anthony Quinn nach einem Filmdreh.

Am nächstgelegenen Ladiko Beach bietet sich die Ladiko Taverna für einen Mittagsstopp direkt am Meer an. Zwar lassen die Bewertungen zum Essen teilweise zu Wünschen übrig, aus eigener Erfahrung macht man mit einem Frappé in der modernen Ladiko Bar keinen Fehler.

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Zwar hatte mir der Stadtbummel durch Rhodos Stadt am Vortag – vor allem durch die abgelegeneren Seitengassen – gut gefallen, doch der Ausflug in die südlicher gelegene Stadt Lindos ist auf meiner Empfehlungsliste definitiv ein Stück weiter oben. Was wohl damit zu tun hat, das sich Lindos wie das typische „Griechenland-Bilderbuch“ präsentiert. Weiß getünchte Häuser, verwinkelte Gassen, die zum Verlaufen regelrecht einladen, verleihen der Kleinstadt eine besondere Atmosphäre. Zwar ist auch hier die Hauptader entsprechend touristisch, mit vielen Souvenir- und Touristenläden, und doch lässt einen die Kulisse schnell darüber hinwegsehen.

Zeichnen die zahlreichen kleinen Innenhöfe den Flair von Rhodos Stadt aus, so sind es in Lindos die vielen Rooftop Bars und Restaurants. Die Wahl fällt schwer, machen doch irgendwie alle einen einladenden Eindruck und punkten zudem mit einem tollen Blick über die Dächer der Stadt. In Lindos fällt die unglaubliche Dichte an Bars und Restaurants auf, ist es bei einem Besuch vom Vormittag noch relativ ruhig, möchte ich mir nicht vorstellen, wie dicht das Gedränge in der Hauptsaison um die Mittagszeit ist.

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Lindos liegt am Fuße der Akropolis, die immer wieder zwischen den Häusermauern hervorblinzelt. Sie zählt zu den bedeutendsten antiken Bauwerken des Landes. Es ist ein steiler Weg über Stufen, der von Lindos Altstadt nach oben führt. Oben angekommen, bietet sich ein kilometerweiter Ausblick über die Ostküste von Rhodos und – natürlich – die Dächer von Lindos.

Eine große Attraktion für viele Urlauber ist auch das salopp genannte „Lindos-Taxi“. Nur wenige Meter vom Main Square liegt die „Donkey Station“, der Ausgangspunkt, um sich den Fußmarsch zur Akropolis zu ersparen und von Eseln hochtragen zu lassen. Für Kinder natürlich eine Attraktion, wer jedoch die Bedingungen sieht, unter denen die Esel tagein-tagaus dicht gedrängt im Stall verharren bis sie den Weg zur Akropolis beschreiten müssen, sieht hoffentlich davon ab und macht sich selbst auf den Weg nach oben.

Lindos wird vor allem vormittags bis zum frühen Nachmittag von Tagesgästen regelrecht überflutet. Ein Besuch am frühen Vormittag oder Abend ist eine gute Möglichkeit, dem Ansturm zu entkommen und das besondere Flair der Stadt in Ruhe zu genießen. Zudem ist es empfehlenswert, nicht direkt an der Nordseite und somit nahe des „Main Square“ zu parken, sondern einmal um die Stadt rum bis zur St. Paul’s Bay zu fahren, wo am Abstieg zum südseitig gelegenen Strand ein kostenloser Parkplatz und direkt am Eingang zur Stadt ein gebührenpflichtiger Parkplatz liegen.

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Nach einem ausgiebigen Stadtbummel durch Lindos darf ein Abstecher zur St. Paul’s Bay keinesfalls fehlen – mitunter eine der schönsten Buchten, welche ich auf Rhodos gesehen habe. Die Bucht bietet sowohl auf der Nord- als auch Südseite einen kleinen Strand samt Tavernen und ist beinahe vollständig von Felsen vom direkten Meereszufluss geschützt. Wellengang ist hier somit kaum zu finden, was das Wasser zugleich sehr klar und ruhig macht. Einzig wenn Ausflugsschiffe die kleine Bucht ansteuern, ist mit etwas Wellengang zu rechnen.

Ich entscheide mich für den nordseitig gelegenen Strandabschnitt und bereue schnell, keine Taucherbrille samt Schnorchel dabei zu haben. Offensichtlich bin ich damit so ziemlich die einzige, den so gut wie alle Urlauber nutzen die glasklare Sicht zum Schnorcheln. Oder aber die Felsformation, um von den Klippen ins Wasser zu springen. In der auf einer kleinen Anhöhe gelegenen Taverne nutze ich die Gelegenheit für ein spätes Mittagessen und genieße hausgemachtes Tsatsiki samt Pita-Brot, während ich das Treiben im Wasser beobachte.

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Der letzte Ausflug abseits meiner Strandtage führt mich am Rückweg von Lindos hinauf auf den Tsambika Mountain. Dieser ist einerseits über eine kurze Wanderung direkt vom Casa Cook Rhodes zu erreichen oder – in gekürzter Variante – ab dem Panoramarestaurant, zu dem man direkt mit dem Auto gelangt. Ab da sind es noch 350 Stufen, welche bis zum Tsambika Monastery hochführen. Oben angekommen, kann die kleine Kirche besichtigt und ein grandioser Ausblick über die Küste bis weit ins Hinterland von Rhodos genossen werden.

Südseitig bietet sich ein Blick über den Tsambika Beach, ein rund zwei Kilometer langer Sandstrand mit Sonnenliegen und -schirmen zu Mieten, Restaurants, einem kleinen Supermarkt und mehreren Wassersportanbietern. Geparkt wird hier erfreulicherweise kostenfrei. Das Wasser ist – wie offenbar generell auf der Insel – auch hier kristallklar und zu dieser Jahreszeit angenehm warm. Gerade mal fünf Autominuten vom Casa Cook gelegen, definitiv die empfehlenswerteste und schönste Option für einen Sonnentag am Strand.

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Fazit. Die in der südöstlichen Ägäis liegende Insel Rhodos eignet sich perfekt für einen spätsommerlichen Urlaub am Meer. Selbst Anfang Oktober sind die Temperaturen noch sommerlich warm, sechs Tage lang war keine einzige Wolke am Himmel zu sehen. Lediglich am letzten Tag schoben sich Regenwolken vor, angeblich der erste Regen seit Mai. Dank der überschaubaren Größe und dennoch lohnenswerten Ausflugszielen lässt es sich hier ohne schlechtem Gewissen ausführlich die Seele baumeln, zugleich aber auch stundenweise etwas Sightseeing betreiben.

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09/10/2017
Sehr schöne Eindrücke hast du da aus Rhodos mitgebracht :-) Die griechischen Inseln kenne ich bisher ja gar nicht. Das gehört geändert!
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    Mela
    10/10/2017
    Unbedingt! Die griechischen Inseln sind wirklich ein tolles Ziel, wurde bislang noch nie enttäuscht. Aber auch Athen ist eine spannende Stadt, die durchaus mal einen Städtetrip lohnt.
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Eva Kamp
22/10/2017
Da muss ich auf jeden Fall Urlaub machen. Die Bilder sind sehr gelungen. Danke für die tollen Eindrücke. LG aus dem Rosengarten Südtirol
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