Verona ist weit genug im Süden, um eine charakteristische italienische Stadt zu sein. Zugleich aber weit genug im Norden, um das perfekte Reiseziel für ein verlängertes Wochenende abzugeben. Mit knapp 260.00 Einwohnern ist die venetische Stadt abwechslungsreich in vielerlei Hinsicht. Zeitpunkt der Reise: Juli 2017.

Die Anreise ab Innsbruck dauert – je nach Reiseverkehr – mit dem Auto rund 2h45min, Parkmöglichkeiten gibt es in zentraler Lage einige. Mit dem Zug erreicht man Verona ab Innsbruck in rund 3,5 Stunden Fahrtzeit.

B&B Oberdan18
Via Oberdan,18
37121 Verona, Italien
www.oberdan18.it

Wer an Verona denkt, hat wohl zweifelsohne entweder die Arena di Verona im Kopf, oder aber das weltberühmte Liebespaar Romeo und Julia. Beide haben in Verona ihre Heimat und beide sind alljährlich für tausende von Touristen der Grund für eine Reise in die venetische Stadt an der Etsch. Doch auch neben dem kulturellen Angebot hat Verona einiges zu bieten – für Kulturliebhaber, Feinschmecker oder Shopaholics.

Verona lohnt das ganze Jahr über einen Besuch. Vor allem in den Sommermonaten zieht die Stadt jedoch Touristen aus aller Welt an. Es wird voll in den Gassen. Kein Wunder, findet doch im Juli und August das Opernfestival in der Arena di Verona statt. Kombiniert mit einem Shoppingtag, ein wenig dolce far niente und italienischen Köstlichkeiten, lassen sich so 48 Stunden gut verbringen. So verlockend wie die Aussichten auf ein Wochenende in Verona in den Sommermonaten auch sind, sollte man zugleich bedenken, dass die Temperaturen schnell mal an den 40° kratzen. Ein stundenlanger Stadtbummel sollte also mit reichlich Pausen im Schatten und ausreichend Wasser eingeplant werden.

Möglichkeiten dazu finden sich aber genügend, etwa am Piazza delle Erbe, wo sich ein Café-Restaurant ans nächste reiht. Nicht nur spenden die Schirme hier erfrischenden Schatten, bei einem Aperol Spritz lässt es sich zudem perfekt das Treiben am Platz beobachten. Entlang der Via Giuseppe Mazzini locken italienische und internationale Modelabels in die klimatisierten Geschäfte. Wenn das nicht mal ein guter Grund für eine kleine Einkaufstour ist…

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Wer anlässlich des Opernfestivals nach Verona kommt, sollte die Gelegenheit ergreifen und der Arena auch tagsüber einen Besuch abstatten. Es ist beeindruckend, durch die leeren Sitzreihen zu spazieren und den Bühnenbauern beim Umgestalten der Kulisse zuzusehen. Rund 22.000 Zuschauer fasst die Arena di Verona, nach dem Kolosseum in Rom und Arena von Capua immerhin das drittgrößte, noch erhaltene antike Amphitheater. € 10,- kostet der Eintritt untertags, an den Kassen wird gesondert darauf hingewiesen, dass die Arena während des Opernfestivals entsprechend bestuhlt ist und somit völlig anders als außerhalb der Festivalsaison aussieht.

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Bereits zum 95. Mal fand 2017 das Opernfestival in der Arena di Verona statt, mit 48 Aufführungen von fünf verschiedenen Stücken. Es ist die Premiere von Aida, welche ich Ende Juli in der Arena ansehen darf. Ein besonderes Erlebnis, fanden seit 1913 doch bereits 650 Darbietungen von Verdis Meisterwerk statt.

Knapp vier Stunden dauert der Abend – anfangs noch in hellem Abendlicht, welches mit der Zeit den Himmel in ein kitschiges Rosa taucht und der Oper eine ganz besondere Kulisse beschert. Zugegeben, die vier Stunden sind auf den – nur bedingt bequemen – Stühlen lange. Und doch ist die Inszenierung im größten Freilichttheaters der Welt die perfekte Kulisse, um die Zeit rasch vergehen zu lassen.

Und das Wetter? Ich hatte Glück und bei meinem Opernbesuch waren es selbst spätabends noch sommerliche Temperaturen um die 30°. Sollte schlechtes Wetter der Aufführung einen Strich durch die Rechnung machen, so behält sich der Veranstalter vor, den Beginn des Stücks um bis zu 150 Minuten nach hinten zu verschieben. Doch da die Instrumente sensibel und kostbar sind, muss die Aufführung im Fall von Regen dann doch abgesagt werden. (Informationen zum Kartentausch und Ticketrückerstattung gibt es auf der Website der Arena.)

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Bei einem Besuch in Verona darf am nächsten Tag natürlich auch ein Abstecher zur Casa di Giulietta nicht fehlen. Das Haus in der Via Cappello ist das vermeintliche Familienhaus von Julia, der Balkon wurde gar erst nachträglich angebaut. Und doch ist das Haus, in einem kleinen Innenhof gelegen, Anziehungspunkt für abertausende Touristen. Um das Haus zu besichtigen und sich selbst einmal wie Julia auf dem Balkon zu fühlen, muss ein Ticket für € 6, erstanden werden. Alternativ kann der Balkon natürlich von unten betrachtet werden. Der Andrang ist jedoch groß, es scheint beinahe unmöglich, zumindest einmal ohne zahlreiche andere Touristen zur Casa di Giulietta zu gelangen. Eine Legende besagt, dass diejenigen, die die rechte Brust von Julias Bronzestatue am Fuße des Balkons streicheln, eine glückliche Liebe erfahren. Wieviele Besucher ebendieser Legende Glauben schenken, ist unschwer zu erkennen, steht man erstmal vor der Statue.

Und auch die zahlreichen Liebesbriefe und -botschaften an der Fassade des Hauses zeugen davon, dass die Geschichte des berühmten Liebespaares Romeo und Julia für so manche Besucher mehr als nur ein Mythos ist. Es sind abertausende Kritzeleien, Zettel und Notizen, welche von der ewigen Liebe der Unterzeichnenden zeugen sollen. Aber auch unglücklich Verliebte hinterlassen traurige Worte und hoffen auf ein kleines Wunder. Wenig überraschend also, dass angesichts der Masse an Liebesbotschaften, die zum Teil direkt oder mit Kaugummi auf den Mauern hinterlassen wurden, die Fassade vor einigen Jahren einer aufwändigen Reinigung unterzogen und ein Verbot ausgesprochen werden musste. Im Torbogen zum Eingang der Casa di Giulietta wurden daher Paneele befestigt, auf denen Liebespaare nun Briefe und Botschaften schreiben und kleben können.

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Etwas abseits vom innerstädtischen Trubel und mit einem herrlichen Blick über Verona liegt im Norden der Stadt und zugleich auf der nördlichen Seite der Etsch das Castel San Pietro. Im 14. Jahrhundert erbaut, ist das Schloss auf dem Fußweg über eine Treppe vom Teatro Romano ausgehend zu erreichen. Wer sich bei sommerlich heißen Temperaturen den mühevollen Aufstieg jedoch ersparen möchte, findet einige Meter weiter links das Funicolare di Verona, eine erst kürzlich wieder instand gebrachte Standseilbahn, die einen für gerade mal € 2,- bergauf und auch wieder bergab bringt.

Vor allem bei jungen Einheimischen ist die Terrasse vor dem Castel San Pietro ein beliebter Treffpunkt mit Freunden. Gerade in den Abendstunden lässt sich hier der Sonnenuntergang über Verona genießen, wenige Meter unter dem Schloss bietet eine Bar-Restaurant Gelegenheit bei einem Aperitif den Tag ausklingen zu lassen.

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48 Stunden in Verona lassen sich gut und gerne verbringen – sei es, um das alljährliche Opernfestival zu besuchen, eine Shoppingtour durch bekannte Modeketten oder kleine Boutiquen italienischer Jungdesigner zu unternehmen oder einfach das italienische „sehen und gesehen werden“ zu zelebrieren. Der Genuss kommt dabei jedenfalls nicht zu kurz, als gute Adressen dafür seien etwa die Cantine de l’Arena, die Locanda 4 Cuochi, das Ristorante 12 Apostoli, die Osteria Sgarzarie oder das Lupo di Mare genannt. Und zumindest ein Aperol Spritz an der Piazza delle Erbe sollte davor oder danach auch nicht fehlen…

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08/10/2017
Ach Verona, ich war letztes Jahr das erste Mal dort und hab mich auf Anhieb wohlgefühlt - wirklich eine süße italienische Stadt, in die ich sicherlich wieder mal fahren werde :-)
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    Mela
    10/10/2017
    Stimmt, für einen spontanen Ausflug bzw. ein kurzes Wochenende bietet sich Verona einfach an.
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