Ausgangspunkt: Fosshotel Glacier Lagoon
Endpunkt: Fosshotel Glacier Lagoon
Route: Fjallsárlón Glacier Lagoon – Jökulsárlón Glacier Lagoon – Diamond Beach
Dauer: 6 Stunden
Strecke: 61km

Ich war in keinster Weise darauf vorbereitet, was mich am heutigen Tag erwarten würde. Zwar habe ich zuvor bereits einiges über die Gletscherlagunen im Web gelesen und zahlreiche Bilder gesehen, doch diese werden der Realität nichtmal annähernd gerecht. Und so werden auch die nachfolgenden Eindrücke nur ansatzweise wiedergeben (können), was der heutige Tag zu bieten hatte.

Da ich zwei Nächte im Fosshotel Glacier Lagoon untergebracht bin, konnte ich mir alle Zeit der Welt für die beiden Gletscherlagunen nehmen, welche gerade mal zwanzig Autominuten vom Hotel entfernt liegen. Zugegeben, nachdem ich endlich mal wieder ausgeschlafen und ausgiebig gefrühstückt hatte, hatte ich leichte Zweifel ob „nur“ die beiden Gletscherlagunen tagfüllend seien. Im Nachhinein betrachtet bin ich aber froh, dass ich intuitiv die Etappen so geplant hatte, dass ich den ganzen Tag nur dafür eingeplant hatte.
Schon die Anfahrt zur ersten Gletscherlagune schreit förmlich danach, immer mal wieder stehen zu bleiben und das Panorama zu bestaunen. Gletscherausläufe soweit das Auge reicht und dann noch die Staßen Ringstraße dazu. Ziemlich cool!

Glacier Lagoon, Island | © individualiciousGlacier Lagoon, Island | © individualiciousGlacier Lagoon, Island | © individualiciousGlacier Lagoon, Island | © individualicious

Ich lenkte also schon nach wenigen Minuten das Auto auf den Parkplatz der Fjallsárlón Glacier Lagoon. Es handelt sich dabei um den kleineren der beiden Gletscherseen, es lohnt sich aber auch hier zu stoppen, denn das Panorama und die Landschaft sind doch sehr unterschiedlich. Islands größter Vulkan, der Öræfajökull Gletscher, ragt von der Lagune empor und reicht bis runter zum Wasser, wo Eisberge immer wieder abbrechen und über den See schwimmen bevor sie schmelzen. Ich hatte etwas Pech, denn schon auf den letzten Metern zum Parkplatz fing es an richtig stürmisch zu werden und so sollte es auch während des Besuchs an der Fjallsárlón Lagune bleiben. Der aufkommende Regen tat sein übriges und ich verfluchte die Tatsache, dass ich meine Handschuhe natürlich – wie kann es auch anders sein – im Hotel liegen hatte. Ebenso wie beim Jökulsárlón werden am Fjallsárlón Bootstouren angeboten, ich wollte mir das Erlebnis jedoch für die größere der beiden Gletscherlagunen aufheben.

Vom Fjallsárlón zum Jökulsárlón sind es dann weitere fünfzehn Minuten Fahrt. Bereits vor Erreichen des offiziellen, großen Parkplatzes, von wo aus die Touren starten und die meisten zur Besichtigung stehen bleiben, zweigen von der Ringstraße dreimal kurz nacheinander kleine Schotterpisten zu Parkplätzen ab. Auch wenn auf den ersten Blick nicht ersichtlich ist, weshalb sich hier ein Stopp lohnt – unbedingt stehenbleiben! Denn nach nur wenigen Gehminuten über die ausgewiesenen Schotterwege gelangt man zum südlichen Ufer der Jökulsárlón Glacier Lagoon und hat ein unglaublich tolles Panorama über den See hinweg. Die Hiking Trails führen hier in beide Richtungen entlang des Ufers weiter, so dass man ziemlich viel zu Fuß abgehen kann.

Fjallsarlón Glacier Lagoon | © individualiciousFjallsarlón Glacier Lagoon | © individualiciousFjallsarlón Glacier Lagoon | © individualiciousFjallsarlón Glacier Lagoon | © individualicious  Fjallsarlón Glacier Lagoon | © individualiciousFjallsarlón Glacier Lagoon | © individualiciousFjallsarlón Glacier Lagoon | © individualiciousFjallsarlón Glacier Lagoon | © individualicious

Das Wetterglück ist schlussendlich doch noch auf meiner Seite, denn als ich das Auto am großen Parkplatz abstelle, ist auch vom stürmischen Wind nichts mehr zu spüren und die ersten Sonnenstrahlen dringen langsam durch die Wolkendecke. Ich entschließe mich, die Gelegenheit zu nutzen und direkt eine Tour mit einem Amphibienboot zu machen. Die rund einstündige Tour startet am Land, über einen kurzen Schotterweg geht es dann weiter zum Ufer und infolge direkt rein ins Wasser. Unser Guide erzählt ein paar grundsätzliche Fakten über den Gletschersee und die Eisberge und klopft schlussendlich aus einem größeren Eisblock ein paar kleinere Eiswürfel, damit wir Gletschereis probieren können.

Tickets für eine Boottour können und sollten (vor allem in Gruppen) am besten vorab online gebucht werden, die Zodiac-Touren sind relativ schnell ausgebucht und so hätte ich dafür heute gar keine Gelegenheit gehabt. Touren mit dem Amphibienboot starten aber in etwa alle 10 Minuten und sind auch direkt vor Ort noch buchbar. Und auch wenn man mit den Zodiacs näher an die Eisberge rankommt – die Amphibientour war nicht minder spektakulär und eindrucksvoll. Denn so oder so ist man so nah dran an den Eisbergen wie nie.

Jökulsárlón Glacier Lagoon | © individualiciousJökulsárlón Glacier Lagoon | © individualiciousJökulsárlón Glacier Lagoon | © individualiciousJökulsárlón Glacier Lagoon | © individualicious  Jökulsárlón Glacier Lagoon | © individualiciousJökulsárlón Glacier Lagoon | © individualiciousJökulsárlón Glacier Lagoon | © individualicious

Nach der Tour nutze ich die Gelegenheit, um im Glacier Lagoon Café einen kleinen Imbiss zu kaufen und setze mich dann ans Ufer, um bei Sandwich, Skyr und Saft die schwimmenden Eisberge zu beobachten. Wie schnell diese Abtreiben, lässt sich nahe der Brücke am besten erkennen, über welche die Ringstraße direkt an der Lagune führt.

Jökulsárlón Glacier Lagoon | © individualiciousJökulsárlón Glacier Lagoon | © individualiciousJökulsárlón Glacier Lagoon | © individualicious

Frisch gestärkt folgt dann noch ein weiterer Pflicht-Stopp rund um die Gletscherlagune – der so genannte Diamond Beach. Dessen Name kommt nicht von ungefähr, denn hier am Strand spült es immer wieder Eisberge und Eisblöcke an, welche sich den Weg von der Gletscherlagune ins offene Meer gebahnt haben. Ein ausführlicher Spaziergang den Strand entlang lohnt sich, denn die wirklich großen Eisberge treiben da, umso weiter man sich vom Parkplatz und vom engen Kanal bei der Brücke weg bewegt. Stundenlang könnte ich hier stehen, den Wellen zuschauen wie sie über den Eisbergen zusammenbrechen und diese immer wieder drehen. Kein Wunder also, dass ich mir hier mehr als fünf Stunden die Zeit vertrieben habe und es kaum schaffe, mich von diesem Anblick zu lösen. Was mir schlussendlich nur gelingt, da ich morgen nochmal hier vorbei muss … auf dem Weg nach Höfn. Und da ist ein neuerlicher Halt natürlich Pflicht! Seelöwen habe ich nämlich noch keine gesichtet.

Diamond Beach - Glacier Lagoon | © individualiciousDiamond Beach - Glacier Lagoon | © individualiciousDiamond Beach - Glacier Lagoon | © individualiciousDiamond Beach - Glacier Lagoon | © individualiciousDiamond Beach - Glacier Lagoon | © individualiciousDiamond Beach - Glacier Lagoon | © individualiciousDiamond Beach - Glacier Lagoon | © individualiciousDiamond Beach - Glacier Lagoon | © individualiciousDiamond Beach - Glacier Lagoon | © individualicious

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28/07/2016
Absolut wunderbare Bilder!!
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    Mela
    29/07/2016
    <3
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29/07/2016
Ich war Anfang Juni dort und kann nur sagen, es ist dort so sagenhaft, wie Du es dokumentierst. Danke dafür.
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    Mela
    29/07/2016
    Danke Jürgen!
    Antworten
29/07/2016
Wenn ich den Namen Jökulsárlón schon lese, bekomme ich Gänsehaut. Die Gletscherlagune war und ist noch immer mein absolutes Highlight von Island. Und du hast absolut recht: Die Fotos können die großartige Szenerie nicht im geringsten widerspiegeln. Die Eisberge, der Gletschersee, dahinter die Gletscherzunge, Schnee, Eis, Robben. Unglaublich und schon fast unwirklich. Leider habe ich letzte Jahr nicht so viel Zeit dafür eingeplant, aber ich bin eine gefühlte Ewigkeit am Ufer gestanden und war sprachlos. Ich denke ich könnte an diesem unbeschreiblichen Ort wohl Tage bleiben ohne dass mir langweilig wird. Ich wünsche dir noch eine wunderschöne Reise. Ich vermisse Island momentan richtig. Grüße aus dem Wunderland Dori
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    Mela
    29/07/2016
    Oh, mit den Robben bist du mir etwas voraus! Hab leider keine gesehen.
    Antworten
29/07/2016
Atemberaubend schön. Da kann man wohl nichts anderes als zu Schweigen und diese Momente in sich aufzusaugen ... vor Ort ... und selbst beim Lesen deines wunderbaren Reiseberichts. Jetzt hat mich das Island-Fieber erst richtig gepackt. ;-)
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    Mela
    29/07/2016
    Oh ja! <3
    Antworten
29/07/2016
Wir waren abends an den Gletscherlagunen und am Strand und fanden das perfekt. Die Boote fuhren nicht mehr und die ganzen Reisebusse waren auch schon weg, so dass nur noch sehr wenige Menschen unterwegs waren und wir den Strand ganz für uns alleine hatten. Auch das Licht war besonders, richtig geheimnisvoll. Völlig verzaubert von diesen Orten genossen wir einfach die Stille und Einsamkeit.
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    Mela
    29/07/2016
    Es war zwar bisschen was los in der Lagune aber gar nicht so schlimm wie vermutet. Und beim Strand springen lustigerweise alle an der selben Stelle raus und gehen keine fünf Meter. An der schönsten Stelle war ich auch fast alleine ;)
    Antworten
29/07/2016
Wie wunderschön, die Landschaft sieht fast schon surreal aus! Danke für diesen tollen Post.
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    Mela
    29/07/2016
    Danke, Sarah!
    Antworten
29/07/2016
Verdammt, ist das schön <3! Vielleicht muss ich doch mal über meinen frierenden Schatten springen...
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    Mela
    29/07/2016
    Du wirst mir das jetzt vermutlich nicht ganz abnehmen, aber ich bin hier sehr, sehr weit entfernt von frieren! Die Temperaturen sind eher frühlingshaft warm, zwischendurch war's sogar schon fast sommerlich. Hab definitiv zu viel dicke Sachen eingepackt, die ich momentan gar nicht brauche. Da ist also nicht viel mit Schatten springen ;)
    Antworten
08/08/2016
Wow, diese Bilder sind der Wahnsinn! Absolut verständlich, dass du dich nur schwer von dort losreißen konntest ;-)
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    Mela
    08/08/2016
    Die Gletscherlagune ist einfach der Wahnsinn!
    Antworten