Grand Ferdinand
Schubertring 10-12
1010 Wien, Österreich
www.grandferdinand.com

Was airbnb und ein gehobenes Ringstraßenhotel in Wien gemeinsam haben? Im Falle des Grand Ferdinand handelt es sich dabei um ein und dasselbe Haus. Ein spannendes Konzept, dass bei genauerem Hinschauen ziemlich durchdacht ist. Immerhin macht man sich den viel zitierten Feind der Hotellerie hier zunutze und erreicht ein potentielles Publikum da, wo private Unterkünfte schnell die Nase vorn haben. Im Falle des Grand Ferdinand kann der Preis nicht das Argument gegen das Hotel sein, denn ein Bett in einem der beiden Schlafsäle (mit sechs bzw. acht Betten) liegt bei € 30,- pro Nacht. Ausgestattet mit allem was man braucht, Zugang zur Grand Étage und jeglichem Hotelkomfort definitiv eine attraktive Option zu einem günstigen Preis – buchbar über die Website. Oder eben airbnb. Dass das Flair der Schlafsäle wie im Orient Express anmutet, ist nicht nur auf der Hotelwebsite zu lesen, sondern tatsächlich zu spüren. Zumindest würde ich es mir so vorstellen.

Nun gut, Mehrbettzimmer sind in der Regel nun aber nicht mein Fall und so quartiere ich mich in einem Zimmer der Kategorie Standard ein. Freundlicherweise erhalte ich bei Check-In ein Upgrade und darf schlussendlich ein Business-Zimmer in der sechsten Etage beziehen. Und das ist vor allem eins: stilvoll und großzügig. Gekonnt werden im Grand Ferdinand der Chic der 50er Jahre mit modernen Farben und Elementen kombiniert. Wer also auf ein verschnörkeltes Wien steht und dennoch nicht in einem verstaubten Hotelzimmer nächtigen will, ist hier richtig. Der offene Waschplatz samt Dusche passt sich gut in den Raum ein und wirkt nicht so gewollt modern wie in so manch anderen Häusern. Gewöhnungsbedürftig bleibt nach mehreren Nächten nur eines – die Lichtschalter. Entweder lag es an mir oder es ist tatsächlich nicht möglich, die verschiedenen Lichtquellen im Raum getrennt voneinander ein- und auszuschalten. Da täuschen selbst die antiquiert-modernen Schalter nicht darüber hinweg.

Das Grand Ferdinand hat erst im Oktober 2015 seine Türen als Hotel geöffnet – nach umfassenden Renovierungsarbeiten, die auf den Denkmalschutz des Gebäudes Rücksicht nehmen mussten. Immerhin handelt es sich eben um ein Haus entlang der Ringstraße.  So wurde das Innenleben des einstigen Bürogebäudes beinahe komplett ausgehöhlt und neu konzipiert. Herausgekommen ist ein Hotel mit 188 Zimmern, welchem man die Größe glücklicherweise nicht anmerkt. Ebenfalls unter dem Dach des Grand Ferdinand vereint: drei Restaurants. Da wären zum einen das Grand Ferdinand Restaurant im Erdgeschoss, welches Klassiker der österreichischen Küche zu bieten hat und auch für Nicht-Hotelgäste geöffnet ist. Einen separaten Eingang weiter befindet sich das Gulasch & Champagne, wo – wie der Name schon vermuten lässt – Speisen für den kleinen Hunger serviert werden.

Und dann wäre da noch die Grand Étage, welche ausschließlich Hotelgästen (oder zahlenden Clubmitgliedern) vorbehalten bleibt. Von früh bis spät werden hier über den Dächern Wiens den Gästen beinahe alle kulinarischen Wünsche erfüllt. Angefangen von einem reichhaltigen Frühstücksbuffet, das alles zu bieten hat, was man sich morgens so auf den Teller wünscht. Und da die Terrasse die perfekte Ausrichtung hat und morgens in der Sonne liegt, bleibt man auch mal gerne etwas länger sitzen – und genießt den Blick und den Kaffee. Sollte man auch, denn mit € 29,- pro Person ist das Frühstück im Grand Ferdinand nicht unbedingt ein Schnäppchen. Vielleicht entschädigt dafür aber der Dachterrassen-Pool. Wer kann schon behaupten, über den Dächern Wiens seine Bahnen gezogen zu haben?

Ach ja, die Lage des Grand Ferdinand ist natürlich eines: großartig. Zentraler geht kaum. Mit der Straßenbahnlinie D sind es nur wenige Stationen vom Hauptbahnhof und auch die nächste U-Bahnstation liegt um’s Eck. Der erste Bezirk beginnt ohnehin direkt hinter dem Haus, so dass viele Must-See’s von Wien in nur wenigen Gehminuten zu erreichen sind. Aber auch andere Ecken Wiens, wie etwa der Stadtpark, der Karlsplatz oder der Naschmarkt sind fußläufig zu erreichen. Persönlicher Tipp: Besser nicht vom Hotel aus in eine U-Bahn hüpfen und in den Untergrund abtauchen, sondern eine der Ringlinien nehmen und sich gemütlich die Ringstraße entlang, vorbei an zahlreichen Sehenswürdigkeiten Wiens kutschieren lassen.

Haupteingang | © Grand FerdinandGrand Ferdinand Wien | © individualiciousGrand Ferdinand Wien | © individualicious   Grand Ferdinand Wien | © individualiciousGrand Ferdinand Wien | © individualiciousGrand Ferdinand Wien | © individualiciousGrand Ferdinand Wien | © individualicious   Grand Ferdinand Wien | © individualiciousGrand Ferdinand Wien | © individualicious   Grand Ferdinand Wien | © individualiciousGrand Ferdinand Wien | © individualiciousGrand Ferdinand Wien | © individualiciousGrand Etage | © Grand FerdinandGrand Ferdinand Wien | © individualiciousGrand Ferdinand Wien | © individualicious

Übrigens – das Grand Ferdinand ist nach dem Weitzer, Wiesler und Daniel in Graz sowie dem Daniel in Wien das mittlerweile fünfte Haus der Familie Weitzer. Man darf also gespannt sein, was der nächste Streich unter der Leitung von Florian Weitzer sein wird.

Titelbild & Frühstückstisch | © Grand Ferdinand

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24/04/2016
Toller Tipp, das Zimmer und vor allem die Dachterrasse sieht wirklich spektakulär aus... Man sieht mit wieviel Liebe zum Detail die Einrichtung ausgewählt wurde. Die Mehrbettzimmer wären jetzt allerdings auch nicht mein Fall :-) Leider komm ich wohl demnächst erstmal nicht nach Wien, zu viele andere Reisen stehen auf dem Plan...
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    Wobei ich ja dazu sagen muss, dass dies tatsächlich das erste Mehrbettzimmer ist, in dem auch ich mir vorstellen könnte zu schlafen. Gut, vielleicht nicht gerade bei Vollbelegung, aber man hat mir ja geflüstert, dass man sie momentan noch oft alleine hat, da sie noch nicht so bekannt sind ;)
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