Kurz hatte ich gezögert. Wollte ich tatsächlich € 32,- für ein Magazin ausgeben, dass ich noch nicht kannte? Von dem ich bislang noch nicht gehört hatte? Doch es stach zwischen all den anderen Büchern heraus, zog auch beim zweiten Blick über das Regal meine Aufmerksamkeit auf sich. Und so stand ich also wenige Minuten später an der Kasse, um das soi Magazin mit nach Hause zu nehmen.

Das soi Magazin soll schön sein. Und inspirieren. Beides ist den Macherinnen hinter dem Magazin, Anja und Ulli, perfekt gelungen. Das Magazin beleuchtet Themen wie Design, Architektur und Lifestyle, liebevoll ausgewählte Rezepte und vorgestellte Lebensmittel sind das Herzstück des Magazins. Zudem lernen die Leser Personen, Orte, Kulturen und Traditionen kennen. Die sechs Rubriken „Riechen“ „Schmecken“, „Sehen“, „Hören“, „Fühlen“ und „der 6. Sinn“ bilden dabei den roten Faden durch’s Heft. Das Layout selbst ist schlicht und elegant, jedoch mit viel Raffinesse, das Papier hochwertig. Der Fokus liegt klar auf den Inhalten. Und so ist der Hingucker der ersten Ausgabe der getrocknete Lavendel und die getrocknete Ringelblume, die auf einer Doppelseite in der Heftmitte völlig puristisch eingeklebt sind.

Begeistert davon, dass das soi Magazin aus Vorarlberg kommt und somit andere Aspekte, Menschen und Orte thematisiert werden als es üblicherweise bei österreichischen Produkten der Fall ist, habe ich Anja und Ulli zu einem kurzen Interview gebeten. Lest selbst, was die beiden Herausgeberinnen zum soi Magazin zu sagen haben.

Stellt euch doch mal vor, wer seid ihr & was macht ihr, wenn ihr nicht gerade ein Magazin herausgebt?

Anja: Während das erste soi Magazin entstanden ist war ich noch Studentin. Ich habe Fotografie und Mediengestaltung und anschließend noch Journalismus und Medienmanagement in Wien studiert. Ende letzten Jahres habe ich aber nun auch mein zweites Studium beendet und bin jetzt sehr froh, die (schulische) Lernerei hinter mir gelassen zu haben…jetzt wird nur noch fürs Leben gelernt. Seit diesem Jahr habe ich mich nun voll ins Arbeitsleben gestürzt und bin neben dem soi Magazin selbstständige Fotografin und Gestalterin und bin außerdem bei der Naturkosmetikmarke Less is More als Sales & PR Managerin tätig. Das würde mal die Frage beantworten „was ich mache“. „Wer ich bin?“ Eine Frage für die ich hier wahrscheinlich zu wenig Platz zum beantworten habe – aber „Suchende“ und immer mehr „Findende“ würde das Ganze wohl ziemlich gut beschreiben.

Ulli: Ich bin Ulli Natter und betreibe seit 4 Jahren eine kleine Suppenmanufaktur in Dornbirn. Hauptsächlich koche ich Suppen und Eintöpfe sowie verschiedene Gewürzmischungen und andere Kleinigkeiten. 

Anja & Ulli | soi Magazin
Anja & Ulli | © soi Magazin

Wie entstand die Idee zum soi Magazin? Was war der Gedanke dahinter?

Ulli: Anja war die treibende Kraft. Es war ein Wunsch von mir ein Kochmagazin herauszubringen, doch meine Zeit ist neben der Elfenküche sehr begrenzt. Anja hat das also hauptsächlich in die Hände genommen und so ist das soi Magazin entstanden. 

Anja: Ulli und mich verbindet schon seit Längerem eine schöne Freundschaft. In Gesprächen haben wir entdeckt, dass wir einen gemeinsamen Traum teilen: ein eigenes Magazin. Während sich Ulli etwas Kochbuch-artiges vorgestellt hat, hab ich schon seit ich denken kann, an mein eigenes „Lifestyle“-Magazin gedacht (auch wenn mir das Wort Lifestyle eigentlich so gar nicht gefällt). Mit der Elfenküche als Grundlage konnten wir diese Träume verbinden und somit unser gemeinsames Coffee Table Book veröffentlichen. Während Ulli für die Rezepte, den TCM-Teil und den Großteil der Anzeigenakquise übernahm, war ich für die Konzeptionierung, das Design (gemeinsam mit unserem Grafiker Christian (super-bfg.at)), die Heftarchitektur, die Mitarbeiter und somit auch für die restlichen Inhalte zuständig.

Anja & Ulli | © soi Magazin
Anja & Ulli | © soi Magazin

Was bedeutet der Name soi?

Anja: Es war wirklich schwierig den passenden Namen für unser Magazin zu finden. Nachdem Ulli und ich seitenlange Listen mit Ideen hatten und mit keinem so richtig zufrieden waren, fiel mir plötzlich, während einer Autofahrt das Fantasiewort „soi“ ein. Es gefiel mir typographisch, weil es so rund und stimmig war – keine Höhen und keine Tiefen hatte. Nachdem ich ein bisschen recherchiert hatte, gab es dafür aber eigentlich nur eine sinnvolle Definition – das „soi“ auf französisch, das „Selbst“. Das war ok, so konnten wir den Namen schon irgendwie rechtfertigen, schließlich sollte das soi Magazin ja etwas für sich „selbst“ sein, etwas das dem „Selbst“ gut tut…ganz glücklich waren wir damit aber immer noch nicht. Ein paar Tage nachdem wir uns entschlossen hatten, das Magazin dennoch „soi“ zu nennen, erzählte ich einer griechischen Bekannten davon, die darauf nur sagt: „Ah soi – wie ‚das Leben’“. Auf Griechisch bedeutet soi also „das Leben“ – wir waren glücklich. Irgendwie habe ich seither das Gefühl, dass nicht wir den Namen, sondern der Name uns gefunden hat.

Was habt ihr für die Zukunft geplant?

Anja: Das soi ist ein Projekt das davon lebt, gesund zu wachsen. An den Anfragen und den schönen Rückmeldungen zum Magazin merken wir, dass die erste Ausgabe des soi Magazins noch nicht „ausgedient“ hat. Wir haben Pläne, lassen uns damit aber so viel Zeit wie nötig – Herzblut-Projekte brauchen viel Zuwendung und Aufmerksamkeit und die wollen wir ihm auch geben.

Vielen lieben Dank für das rasche & unkomplizierte Interview, liebe Anja und Ulli. Ich an dieser Stelle kann euch das Magazin nur wärmstens empfehlen. Erhältlich ist es bei ausgewählten Händlern in Österreich sowie online mittels Bestellung per E-Mail. Einziger Wermutstropfen: Das soi Magazin erscheint in unregelmäßigen Abständen. Und zwar immer dann, wenn die beiden Mädls das Gefühl haben, dass es Zeit für eine neue Ausgabe ist. Wann und wie oft das ist, steht derzeit nicht fest. Mindestens aber zweimal im Jahr. Und das ist gut so.

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