Gebaut auf 14 Inseln ist Stockholm die Hauptstadt Schwedens und die größte Stadt in Skandinavien. Bei einem Aufenthalt in Stockholm lohnt sich nicht nur das vielfältige Angebot in der Stadt, sondern auch ein Ausflug in Stockholms Schärengarten. Zeitraum der Reise: Mai 2014.

Knapp zwei Stunden dauert der Flug nach Stockholm-Arlanda ab Wien oder Frankfurt. Mit dem Arlanda Express geht es im Viertelstundentakt innerhalb von 20 Minuten weiter ins Stadtzentrum.

Story Hotel
Riddargatan 6
114 35 Stockholm, Schweden
www.storyhotels.com

Schon seit der Flugbuchung im Jänner freue ich mich wie ein kleines Kind auf meine Stockholm-Reise. Wenige Tage vor Abflug gesellt sich zu meiner unbändigen Vorfreude jedoch die Sorge, dass es mir bei Stockholm gleich wie bei Lissabon gehen könnte. Denn so hoch wie damals meine Erwartungen an die portugiesische Hauptstadt waren, so ernüchternd dann die Realität: Irgendwie wurde ich einfach nicht war mit Lissabon. Doch meine Sorgen waren dieses Mal unbegründet, denn nach fünf Tagen Stockholm steht fest, dass es sich dabei um eine der coolsten nordischen Städte handelt.

Schon der Anflug auf Stockholm ist großartig und zeigt, aus wie vielen Inseln die Region rund um die schwedische Hauptstadt besteht. Stockholm selbst ist bereits auf 14 Inseln aufgeteilt, rund 30.000 Inseln zeichnen den Schärengarten vor Stockholm aus. Der Flughafen Stockholm-Arlanda liegt etwas außerhalb der Stadt, weshalb eine Fahrt mit dem Taxi nicht nur einige Zeit in Anspruch nehmen würde, sondern mit rund € 60,- auch ordentlich ins Geld geht. Günstiger und schneller ist da beispielsweise die Fahrt mit dem Arlanda Express, der gerade mal 20 Minuten in Stockholms Zentrum benötigt.

Angekommen in Stockholm, checke ich bereits nach einer weiteren Viertelstunde Gehzeit im Story Hotel ein. Das Hotel zeichnet sich sowohl durch die Lage als auch das Design aus. Die Zimmer sind zum Teil klein, aber äußerst stilvoll eingerichtet. Der „Bath Room“ macht seinem Namen alle Ehre, das Badezimmer ist essentieller Bestandteil des Zimmers und fügt sich dementsprechend darin ein. Bar und Restaurant punkten ebenfalls durch schlichtes Design mit gekonnt gesetzten Akzenten. Das Frühstück ist im Story Hotel inklusive, nicht entgehen lassen sollte man sich zudem das Abendessen im Restaurant, das sich wirklich sehen lassen kann. Ebenfalls eine Empfehlung an dieser Stelle für das direkt um’s Eck liegende Restaurant PA&CO, welches durch seinen Charme und das schwedische Klientel punktet. Das Story Hotel liegt im angesagten Stadtteil Östermalm, ringsum befinden sich zahlreiche Shops und Restaurants, aber auch die Östermalms Saluhall. Zudem befindet sich eine U-Bahn Station beinahe direkt vor der Haustüre und auch eine City Bike-Station (Karten gibt’s für 1 und 3 Tage) ist in unmittelbarer Fußnähe.

Wir starten unsere Besichtigungstour in – wie kann’s auch anders sein – Stockholms Altstadt Gamla Stan. Hier befindet sich das königliche Schloss, die mittägliche Wachablöse zieht täglich zahlreiche Touristen an. Gamla Stan beeindruckt zudem durch seine engen, malerischen Gassen mit individuellen Läden, kleinen Cafés und ausgezeichneten Restaurants. In der größeren Einkaufsstraße auf Gamla Stan wird es schon mal touristisch, es lohnt sich auch ein Abstecher in die vielen Seitengassen, welche mitunter hervorragende Fotomotive darstellen. Um einen Überblick über Stockholm zu erhalten, entschließen wir uns spontan zu einer rund zweistündigen Bootstour. Diese führt entlang der Inseln von Gamla Stan, Södermalm, Djurgården sowie weiteren, überwiegend von Einheimischen bewohnten Inseln. Zum Abendessen zieht es uns wieder zurück in die Altstadt, wo einladende Restaurants mit regionaler und internationaler Küche warten. Wir entscheiden uns schlussendlich für das Bistro Ruby und genießen einen ausgezeichneten Fisch. Wir verlassen das Bistro zur Dämmerung und gelangen noch rechtzeitig vor Sonnenuntergang auf der Aussichtsplattform des mittlerweile stillgelegten Aufzugs Katarinahissen. Von dort aus genießen wir einen eindrucksvollen Blick über Gamla Stan, Östermalm, Djurgården und weit darüber hinaus. Auch tagsüber lohnt ein Besuch der Aussichtsplattform, eindrucksvoller zeigt sich Stockholms Skyline mit all ihren Inseln meiner Meinung nach jedoch zur Dämmerung.

Stockholm | © individualiciousStockholm | © individualicious  Stockholm | © individualiciousStockholm | © individualicious

Am nächsten Morgen haben wir nur ein Ziel: Rosendals Trädgård. Dabei handelt es sich um eine Gärtnerei mit hauseigenem Café und Shop. Dass Rosendals Trädgård auf der Insel Djurgården gelegen ein beliebtes Ausflugsziel ist, zeigt sich am regen Andrang. Bereits einige Minuten vor den regulären Öffnungszeiten befinden sich Einheimische wie Touristen gleichermaßen am Gelände und warten darauf, sich vom großzügigen Kuchen- und Tortenbuffet zu bedienen. Rosendals Trädgård wird von einer Stiftung als Non-Profit Organisation betrieben, die Einnahmen aus dem Café fließen direkt in die Erhaltung der Gärtnerei. Wir bedienen uns an den hausgemachten Kuchen, holen uns einen Bio-Tee und setzen uns damit auf die Sonnenterrasse. Bei Schlechtwetter bietet ein großzügiges Gewächshaus Schutz vor Regen, doch heute wollen wir die Frühlingssonne genießen.

Rosendals Trädgard | © individualiciousRosendals Trädgard | © individualiciousRosendals Trädgard | © individualicious

Frisch gestärkt und einige Sonnenstrahlen später machen wir uns auf den Weg nach Södermalm, einem bei jungen Stockholmern sehr beliebten Stadtteil. Södermalm ist bekannt für seine individuellen Shops für Moe, Design, Interieur, Vintage und mehr und hat sich vor allem in den vergangenen Jahren zu einem angesagten Stadtteil entwickelt. SoFo – die Gegend südlich von Folkungagatan – sowie Götgatan haben sich vor allem bei Mode- und Kunstkennern einen Namen gemacht. Liebhaber von Shops mit individuellen Produkten sollten etwas Zeit mitbringen, um in Södermalm ausgiebig zu Flanieren, in Shops wie Grandpa zu Stöbern und eine Pause in einem der vielen Cafés einzulegen.

Stockholm | © individualiciousStockholm | © individualicious

Nicht nur Stockholm selbst, auch Stockholms Schärengarten mit seinen mehreren tausend Inseln ist einen Besuch wert. Regelmäßig verkehren ab Stockholms Zentrum Linien- und Ausflugsschiffe zu nahen und etwas weiter entfernten Schäreninseln, so dass man von wenigen Stunden bis hin zu einem Tagesausflug ein breites Angebot vorfindet. Wir entschließen uns zu einem Halbtagesausflug und nehmen ein Linienschiff zu den zwanzig Bootsminuten entfernten Fjäderholmarna-Inseln. Diese sind relativ klein und nahe an Stockholm, geben jedoch einen ersten Eindruck davon, was Stockholms Schären zu bieten haben. Wir lassen zunächst die Läden und Cafés hinter uns und machen uns auf einen Spaziergang um die Insel bis wir bei traditionellen Handwerksbetrieben, welche Einblicke in die Kunst der Glasbläserei, Töpferei und vieles mehr geben. Viele davon sind mit einem Laden gekoppelt, so dass sich Souvenirs mitnehmen lassen. Bevor wir uns auf den Weg zurück nach Stockholm machen, genießen wir bei einem fantastischen Mittagessen in der Rökeriet den tollen Ausblick auf die Umgebung.

Wieder zurück in Stockholm, setzen wir unsere Sightseeing-Tour fort und fahren ins Freilichtmuseum Skånsen. Auf dem riesigen Areal des Museums erhalten wir Einblick in die schwedische Architektur des ganzen Landes und blicken Einheimischen beim traditionellen Handwerk über die Schultern. Der „Stadtkern“ von Skånsen beherbergt für Besucher traditionelle Betriebe wie etwa eine Dorfbäckerei, einen Schuster oder einen Konsum, wo tatsächlich noch Waren angeboten werden. Wir können dem guten Duft in der Bäckerei nicht widerstehen und lassen es uns nicht nehmen, etwas Süßes mitzunehmen. Neben zahlreichen typisch roten Holzhäusern, habe ich hier meine zweite Begegnung der schwedischen Art: jener mit einem Elch. Denn Skånsen ist nicht nur Freilichtmuseum, sondern beherbergt auch einen Tierpark, weshalb es vor allem an den Wochenenden viele Schweden mit ihrer Familie hierhin zieht. Und so stehe ich zum ersten Mal in meinem Leben einem Elch gegenüber und überzeuge mich zudem davon, dass Rentiere nicht zwingend eine rote Nase haben…

Stockholm | © individualicious

Die noch verbleibende Zeit in Stockholm lassen wir uns einfach durch die Straßen treiben und fahren mit den City Bikes bislang nicht besuchte Stadtteile ab. Fünf Tage sind fürs erste gerade richtig, um einen Eindruck von der schwedischen Hauptstadt zu erhalten. Tatsächlich gäbe es aber noch jede Menge weiterer Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, wie etwa das Fotografie-Museum Fotografiska, den Vergnügungspark Gröna Lund oder das Vasa-Museum. Doch eines steht bei Abreise ohnehin fest: Stockholm, wir kommen wieder!

Konkrete Empfehlungen für Cafés, Bar und Restaurants auszusprechen fällt übrigens schwer. So liegt es zwar nicht daran, dass wir keine guten Adressen gefunden hätten, doch die Auswahl ist nahezu riesig. Getreu dem skandinavischen Sinn für guten Geschmack, finden sich in jedem Viertel einladende Cafés und Restaurants in modernem, gemütlichen Stil und mit einer guten Auswahl an Getränken und Essen. Neben dem Rosendals Trädgårdcafé, welches man meiner Meinung einfach besuchen muss, hat es mir vor allem das beinahe gut versteckte Snickarbacken 7 angetan. Das Snickarbacken 7 ist Concept Store und Café in einem und wurde einst als Pferdestall und dann als Garage genutzt. Heute ist es Zuhause für ein beliebtes Café mit einer kleinen, aber ausgezeichneten Speisekarte und ein idealer Platz für einen Zwischenstopp tagsüber. Im hinteren Teil des Cafés befindet sich ein Concept Store mit alten und neuen Waren ausgewählter Designer. Kulinarisch ebenfalls einen Besuch wert ist die Kleinmarkthalle Saluhall in Östermalm. Schwedische Stände haben hier ein umfassendes Angebot an Obst und Gemüse, Fleisch und Käse bis hin zu süßen Leckereien. Und wer abends noch ein Gläschen trinken möchte, begibt sich beispielsweise in der Icebar in frostige Gefilden, trinkt im Nosh and Cow einen Cocktail an der Bar oder verbringt einen lauen Sommerabend im Mälarpaviljongen.

Stockholm verdient zu Recht den Ruf einer angesagten nordischen Stadt, die vor allem für junge Leute einiges zu bieten hat. Aber auch Familien sind gern willkommen, das Angebot für Groß und Klein ist ebenso vielseitig. Einziger Wehrmutstropfen bei einem Aufenthalt in Stockholm sind die Preise, welche für österreichische Verhältnisse doch deutlich über dem Durchschnitt liegen und einen somit mehr als sonst wo aufs Geld schauen lassen.

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20/05/2014
Ich könnte echt heulen, so sehr vermisse ich Stockholm jetzt dank deines Posts! Auf ein Lieblingscafé könnte ich mich auch niemals festlegen und der Ausblick von Katarinahissen, wenn langsam die Sonne untergeht: oh mann. <3 Im Rosendals Trädgård war ich noch nie, hab nur drum herum das Grün erkundet. Ich hoffe ja, dass ich ganz bald mal wieder in Stockholm bin, und dann schau ich da auch mal rein - sieht sehr cool aus. :) Die Schweden immer mit ihrem gekonnt lässigen Mix aus DIY, traditionell und Öko, der aber nie altbacken oder irgendwie fake wirkt. Ein Traum!
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    21/05/2014
    Ohje, Trauertränen wollte ich aber keinesfalls heraufbeschwören durch meinen Artikel! :) Da hoff ich mal, dass du bald mal wieder nach Stockholm kommst. Ist wirklich eine großartige Stadt, hat's mir echt angetan und ich freu mich jetzt umso mehr, dass wir uns in puncto zweiwöchiger Urlaub im Juni für Schweden entschieden haben!
    Antworten
Oli
28/10/2014
Danke viel mal für diesen ausführlichen und hilfreichen Reisebericht :) Plane, nächsten Frühling nach Stockholm zu fliegen. Hoffe nur, dass 3 Tage reichen um diese grandiose Stadt zu entdecken ;)
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    28/10/2014
    Hallo Oliver, freut mich, wenn dir mein Bericht für deine Planung behilflich ist. Drei Tage reichen für das "Wichtigste" schon aus ... auch wenn man für Stockholm wohl nie genügend Zeit einplanen kann ;) Viel Vergnügen! lg Mela
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