Als Madlen Mitte der 90er Jahre nach Berlin zog, erlebte sie eine wunderschöne große Spielwiese, die sie nie mehr verlassen wollte. Aber auch Spielwiesen und Spieler entwickeln sich weiter und so ist für sie heute wieder alles möglich. Getreu dem Motto „Hauptsache raus“ zieht es sie häufig aus der Großstadt hinaus – gern nach Brandenburg und Meck-Pom. Ihre Sehnsucht nach Ferne führte sie bisher in knapp 50 Länder, wobei ihre besondere Leidenschaft dem südamerikanischen und afrikanischen Kontinent gilt. Seit 2009 bloggt sie über ihre Reisen, seit 2012 gemeinsam mit Lars auf puriy.de.

When Madlen moved to Berlin in the mid-90s, she experienced a wonderfully big playground she never wanted to leave again. But even playgrounds and players continue to develop and so everything is possible for her today. True to the motto „It’s all right as long as you get out“, she’s often attracted by the countryside – willingly to Brandenburg or Mecklenburg-Hither Pomerania. Her desire for faraway places already led her to almost 50 countries, with a particular passion for the South American and African continent. Since 2009, she blogs about her travels, since 2012 together with Lars on puriy.de

Was macht Berlin für dich so besonders?

What makes Berlin so special to you?

Dass, wenn ich mich irgendwo auf der Welt mit jungen Reisenden unterhalte, jedem irgendein Berliner Club einfällt. Das finde ich irgendwie charmant und auch einzigartig. Jeder scheint in den letzten Jahren einen Bezug zu Berlin aufgebaut zu haben. Ich mag auch, dass man trotz zunehmenden Alters ein „junges“ Leben führen kann. Auch mit Ende dreißig oder Mitte vierzig kann man problemlos die Nächte durchtanzen und das lässt mich etwas entspannter in die Zukunft blicken. Nicht zuletzt ist Berlin für mich auch „Understatement“, die Stadt ist nicht aufgerüscht. Ich hoffe, das behält sie noch viele Jahre bei.

That, whenever I am talking to young travelers anywhere in the world, everyone knows at least one club in Berlin. I think that’s something charming and special. Everyone seems to have built a relationship with Berlin over the last years. And I like that you can live a „young“ live even when you’re getting older. Even in your late thirties or mid-fourties you can dance all night long in a club and that’s what lets me look ahead more easily. And if nothing else, Berlin is „understatement“ for me, the city is not prettied up. I hope that lasts for many years.

Welche Sehenswürdigkeiten muss man in Berlin gesehen haben?

Which sight does everyone have to visit in Berlin?

Was heute in ist, ist morgen wieder out. Berlin ist in Bewegung – auch was die angesagten Kieze betrifft. Was aber bleibt, sind die Parks – Märkte – Wasseradern… und natürlich das historische Berlin. Und hat man einmal das Wichtigste abgegrast, gibt es links und rechts immer noch etwas zu entdecken wie z.B. mit der Berliner Unterwelten-Tour oder kleine Museen wie das Ramones Museum. Mein Tipp, erkundet die Stadt zur Abwechslung mit Rad oder auf dem Fluss, und nehmt Euch Zeit.

What’s in today, is out tomorrow. Berlin is in a continuous movement – also when it comes to popular districts. What remains, are the parks – markets – water veins … and of course the historic Berlin. And even if you’re done with the most important things, there’s still so much left to discover, e.g. a Berlin underground-tour or small museums like the Ramones museum. My tip: discover the city by bike or at the river, and take some time.

Wo genießt du am liebsten eine Tasse Kaffee?

Where is your favorite place to enjoy coffee?

Das wechselt. Aber seit einiger Zeit trinke ich meinen Kaffee ganz gern im Louise Chérie und Wahrhaft Nahrhaft. Meinen Kaffee für den heimischen Balkon kaufe ich im Tres Cabezas – natürlich alles gleich um die Ecke, eben im Kiez. Ansonsten liebe ich die Kaffeezeremonie im äthiopischen Restaurant Blue Nile an den Wochenenden. Und gute Küche gibt es da auch.

It’s changing. But at the moment I love to have a coffee at Louise Chérie and Wahrhaft Nahrhaft. I buy the coffee for my balcony at Tres Cabezas – of course everything just around the corner, in my hood. Besides that, I love the coffee ceremony at the Ethiopian restaurant Blue Nile at the weekend. They have delicious dishes as well.

Wo kann man Berlin am besten von oben erblicken?

Where is the best place to have a look at Berlin from above?

Ich finde vielmehr den Blick von unten spannend – einfach ein Kanu (auf der Insel der Jugend oder in der Hafenküche) mieten und durch die Kanäle Berlins paddeln. Da fühlt man sich fast wie im Urlaub und hat eine spannende neue Perspektive auf die Stadt. Von oben finde ich immer noch die Landung mit dem Flugzeug in Tegel bei schönem Wetter ein Highlight, auch gern aus der Reichstagskuppel, vom Teufelsberg oder den Treptowern. Oder man macht es wie einige Berliner, und steigt einfach mal mit Freunden aufs Dach.

I think the view from below is much more exciting – just rent a canoe (at the Insel der Jugend or at Hafenküche) and paddle along the canals of Berlin. It’s some kind of holiday feeling and you get an exciting new perspective on the city. From above, I still think the approach at the airport Tegel on a bright day is a highlight, or from Reichtagskuppel, Teufelsberg or Treptowers. Or you handle it like locals and enter the roofs with friends.

Was ist dein persönlicher Geheimtipp für Berlin?

What’s your personal insider tip for Berlin?

Kein Geheimtipp, aber willst Du Berlin erleben, dann setze Dich einfach mal eine Stunde in die Ringbahn. Du bekommst einen guten Querschnitt von dem, was Berlin ist. Irgendwie rau, aber sehr sympathisch – fast immer fällt jemand aus der „Reihe“ und bringt dich zum Schmunzeln oder Nachdenken.

Was mir besonders gefällt, ist das vielseitige kulturelle Leben: für Ausstellungen und Festivals gehe ich gern ins Haus der Kulturen der Welt, für Theaterbesuche ins HAU oder in die Schaubühne und musikalisch mag ich u.a. die La Chusma Partys in der Lupita Bar. Zudem habe ich als Naturfreund besonders die Ränder lieben gelernt – einmal aufs Rad steigen und den Mauerradweg entlangradeln oder einfach mal „rausfahren“ ins Grüne, in die Brandenburger Seenlandschaft.

No insider tip, but if you want to experience Berlin, take a tour with the ring tram. There you’ll get a profile of Berlin, as it is. Somehow rough, but likeable – almost every time someone is the odd one out and makes you laugh or is thought-provoking.

What I especially like, is the many sided, cultural life: for festivals and exhibitions I like to visit the Haus der Kulturen der Welt, for theater the HAU or Schaubühne and I like the La Chusma Partys at Lupita Bar when it comes to music. As nature lover I learned to love the outskirts – just get on you bike and drive along the Mauerradweg or get out into the green, to the Brandenburger lakescape.

 

– Vielen Dank für deine Tipps, Madlen! / Thanks for your tips, Madlen!

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